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Beschreibung
Yumiko Kadota war der Traum aller asiatischen Eltern: Musterschülerin, Medizinstudentin, immer die Beste. Sie ordnete alles der ersehnten Karriere unter. Doch die Realität im öffentlichen Gesundheitswesen brach sie. Überarbeitung, Sexismus, Mobbing und Belästigung. Man nannte sie »emotional«, »zu selbstbewusst«. Irgendwann war es zu viel, Yumiko kündigte. Als sie ihren Blog mit den Worten begann: »Ich hätte nie gedacht, dass ich das einmal sagen würde, aber ich gebe auf. Ich gebe meinen Traum auf, Chirurgin zu werden«, ging ihre Geschichte viral. Seither ist Yumiko Kadota die Stimme ihrer Generation, wenn es um Burnout geht und darum, nach einem Zusammenbruch wieder auf die Beine zu kommen.
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Technische Daten


Erscheinungsdatum
27.06.2025
Sprache
Deutsch
Originalsprache
Englisch
EAN
9783759600219
Herausgeber
pola
Sonderedition
Nein
Autor
Yumiko Kadota
Seitenanzahl
448
Auflage
1
Einbandart
Broschiert

Hersteller: Pola, produktsicherheit@bastei-luebbe.de, Bastei Lübbe AG

Warnhinweise und Sicherheitsinformationen

Informationen nach EU Data Act

2.0
Aus 1 Bewertungen zu Emotional Female
Aus 1 Bewertungen zu Emotional Female
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Ehrlicher Bericht, verpasste Chancen
Mirjan S. - Bewertet am 27.06.2025
Zustand: Exzellent
Yumiko Kadota erzählt in "Emotional Female" ihren Weg von der ehrgeizigen Medizinstudentin zur erschöpften Ärztin, die am Ende einer schweren Depression und dem völligen Zusammenbruch steht. Das Buch begleitet sie durch die Überlastung in einem öffentlichen Krankenhaus, den Umgang mit einem toxischen Arbeitsumfeld, sexueller Belästigung, und einem rigiden, von männlichen Hierarchien dominierten System. Als sie ihre Gesundheit verliert und eine Depression diagnostiziert wird, muss sie ihre Karriere neu überdenken und flüchtet in ein Yoga-Retreat. Dabei wirft sie einen schonungslosen Blick auf die Unmenschlichkeit im Gesundheitswesen und die Schwierigkeiten, als emotionaler Mensch dort zu bestehen. Meine Meinung "Emotional Female" zeigt schonungslos, wie das System junge Ärzt:innen kaputtmacht – aber leider bleibt mir Kadotas Darstellung zu eindimensional und es wird zu wenig kritisch reflektiert. Grad auch für ein Buch mit einem solchen Seitenumfang nicht nachvollziehbar. Kadotas Erschöpfung wird aber sehr eindrücklich beschrieben: „Ich arbeite jetzt den vierundzwanzigsten Tag am Stück, und ich glaube nicht, dass ich so weitermachen kann“ (S. 302). Diese Worte machen klar, wie kaputt das System junge Ärzt:innen macht, wenn Überarbeitung, Sexismus und Mobbing die Norm sind. Die Antwort ihrer Vorgesetzten (durchhalten), ist symptomatisch für die Ignoranz, die oft herrscht – hier zeigt das Buch eindrucksvoll die Hilflosigkeit und Abgestumpftheit in Krankenhäusern. Die Diagnose Depression wird als Schock dargestellt, den Kadota zunächst nicht wahrhaben will: „Ich kann nicht depressiv sein. Ich bin ein glücklicher Mensch, nur momentan total erschöpft“ (S. 306). Das Buch zeigt, wie Ärzte durch ihr eigenes Stigma gegenüber psychischer Erkrankung blockiert sind. Die Statistik, dass fast 50 % der Mediziner psychisch Erkrankte als weniger kompetent ansehen (S. 352), unterstreicht die Dringlichkeit, dieses Tabu zu brechen. Kadota gelingt es hier sehr gut, die Schattenseiten eines Berufsfeldes zu beleuchten, in dem Schwäche keine Rolle zu spielen scheint. Doch genau hier hätte ich mir noch mehr kritische Reflexion gewünscht: Warum wird das System nicht stärker hinterfragt? Warum sind Führungskräfte, die noch selbstbestimmt handeln könnten, nicht präsent? Die Autorin bleibt stellenweise zu passiv und akzeptiert das Unrecht fast als unabänderlich, anstatt die Strukturen tiefer zu analysieren. Besonders irritierend finde ich Kadotas Schilderung ihres Yoga-Retreats. Die Gruppe besteht fast ausschließlich aus weißen westlichen Frauen, die Einheimischen bleiben unsichtbar (S. 313). Das Thema kulturelle Aneignung wird angeschnitten, aber nicht kritisch bearbeitet. Das Retreat wirkt wie eine Flucht, die problematische Aspekte des Yoga-Tourismus nicht hinterfragt. Stattdessen wird Spiritualität als Ersatzlösung präsentiert, ohne die Wurzeln des Problems anzugehen. Diese Entkopplung von kultureller und politischer Realität schwächt die Botschaft des Buches an dieser Stelle deutlich. Die emotionale Seite im Beruf wird ebenfalls problematisch dargestellt. Kadota bekommt den Ratschlag, ihre Gefühle vor Chirurgen nicht zu zeigen, weil sie als Schwäche ausgelegt werden könnten (S. 310). Das zeigt die fehlende Empathie im System, gleichzeitig aber auch die Anpassungszwänge, denen junge Ärzt:innen ausgesetzt sind. Kadotas Emotionalität wird hier fast als Makel stigmatisiert – was das Buch gut herausarbeitet, aber ebenfalls nicht hinterfragt, wie das System geändert werden könnte, damit solche menschlichen Eigenschaften keinen Nachteil mehr bedeuten. Die Stärke von "Emotional Female" liegt definitiv in der ehrlichen und persönlichen Schilderung der psychischen Belastungen und der Tabuisierung von Burnout im Gesundheitswesen. Kadotas mutiger Schritt, öffentlich über ihre Erfahrungen zu sprechen, ist ein wichtiger Beitrag, der zeigt, dass es so nicht weitergehen darf. Dennoch hat mir der Blick für das große Ganze gefehlt, das Buch bleibt bei der persönlichen Geschichte - eine tiefere Kritik am System und an gesellschaftlichen Strukturen fehlen. Fazit "Emotional Female" ist eine mutige und ehrliche Schilderung einer jungen Ärztin, die an den übermenschlichen, unmenschlichen Anforderungen ihres Berufs zerbricht. Die eindrücklichen Schilderungen von Burnout, Depression und Sexismus im Krankenhaus sind wichtig und notwendig. Dennoch bleibt die Darstellung zu eindimensional und vermeidet eine kritischere Analyse und die Ursachen des Systems gespickt mit Zahlen, Daten, Fakten. Für diese verpassten Chancen gibt es 2 von 5 Sternen.
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