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★★★★★
☆☆☆☆☆
Wenn Bilder tödlich sind – Ein Krimi der besonderen Art“
Mirjan S. - Bewertet am 31.03.2025
Zustand: Exzellent
"HEN NA E - Seltsame Bilder" ist ein ungewöhnlicher Krimi, in dem mysteriöse Zeichnungen eine Reihe rätselhafter Todesfälle auslösen und zwei Journalisten auf eine gefährliche Spur führen. Der Autor, Uketsu gehört zu den innovativsten Krimi-Autor:innen Japans und ist bekannt für seinen einzigartigen… Stil, der Text mit Zeichnungen kombiniert. Seine Bücher haben das Genre maßgeblich beeinflusst und ihm eine große Leserschaft beschert. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit betreibt er einen erfolgreichen YouTube-Kanal, doch seine Identität bleibt hinter einer weißen Maske verborgen.
Worum geht’s genau?
Ein rätselhafter Blogeintrag verbreitet sich im Internet. Der Verfasser hat sich offenbar kurz darauf das Leben genommen und mehrere mysteriöse Zeichnungen hinterlassen. Bald werden Verbindungen zu einer Reihe ungeklärter Todesfälle sichtbar, und zwei Journalisten beginnen, den Fall zu untersuchen. Doch je tiefer sie graben, desto mehr scheinen sie sich in einem Labyrinth aus Wahrheit, Täuschung und tragischen Schicksalen zu verlieren. Neue Zeichnungen tauchen auf, die die bisherigen Annahmen auf den Kopf stellen...
Meine Meinung
Bereits der Einstieg ins Buch war vielversprechend: Der klare, direkte Schreibstil ohne überflüssige Schnörkel erleichterte das Lesen. Besonders fasziniert hat mich die Verbindung zwischen Text und Zeichnungen, die eine ungewöhnliche, aber stimmige Erzählweise erschaffen. Die Zeichnungen tragen zur Spannung bei und lassen uns Leser:innen selbst miträtseln. Auch die kulturellen Besonderheiten Japans, wie die Vergabe von Hausschuhen an Besucher:innen von Universitäten oder die exakten Zeitangaben auf Mindesthaltbarkeitsdaten, fand ich interessant. Die Krimi-Elemente sind größtenteils spannend gestaltet. Besonders die Idee, den Todeszeitpunkt durch erzwungene Nahrungsaufnahme zu manipulieren, war für mich eine neue und raffinierte Wendung. Ebenso fand ich das Konzept von "Nanashino", das mit unserem "Max Mustermann" vergleichbar ist, sehr spannend.
Allerdings hatte ich auch einige Schwierigkeiten mit dem Buch. Die vielen japanischen Namen machten es mir schwer, die Charaktere auseinanderzuhalten – ein Personenregister inkl. Darstellung der Beziehungen zueinander wäre hilfreich gewesen. Zudem irritierte mich die häufige Hervorhebung des äußeren Erscheinungsbilds von Frauen und die diskriminierende Darstellung von Mehrgewicht und Alter. Während der erste Teil des Buches fesselnd und atmosphärisch dicht war, empfand ich den zweiten Abschnitt als zunehmend verwirrend und konstruiert. Die Handlung nahm Wendungen, die schwer nachzuvollziehen waren. Ein weiteres Problem war für mich die Polizei, die fragwürdige Ermittlungsmethoden zuließ. Einige Enthüllungen, insbesondere das Motiv für einen der zentralen Morde, waren für mich zu schwach begründet. Zudem wirkte die Adoption eines Kindes durch einen alten, kranken, alleinstehenden Mann ohne vorherige Bindung/Beziehung zum Kind unrealistisch wenn nicht sogar problematisch.
Fazit
"Seltsame Bilder" beginnt als spannender Mystery-Krimi mit innovativer Erzählweise, verliert jedoch im Verlauf an Logik und Nachvollziehbarkeit. Der erste Teil konnte mich noch fesseln, während der zweite Abschnitt zunehmend unübersichtlich wurde. Trotz origineller Ideen und eines interessanten Konzepts bleibt das Buch für mich etwas hinter seinen Möglichkeiten zurück. Ich vergebe 3,5 von 5 Sternen.