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Beschreibung
Der zweite Band der Polarkreis-Trilogie Stenträsk, Schweden, 1990. Mitten im Moor wird ein Säugling gefunden, übersät von Insektenstichen und nur knapp dem Tod entkommen. Von der Mutter, Helena, fehlt jede Spur, ihre Leiche taucht nie auf. Auch Jahrzehnte später ist Helenas Mann, Polizeichef Wiking Stormberg, nicht über den Verlust hinweg. Dann trifft ein Brief ein, verfasst in Helenas Handschrift und unterzeichnet mit dem Stern, der aussieht wie die Narbe auf ihrem Bauch. Wiking muss sich fragen, ob er Gespenster sieht oder jemand ihn und seine Familie auf perfide Weise bedroht ...
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Technische Daten


Erscheinungsdatum
11.02.2026
Sprache
Deutsch
Originalsprache
Schwedisch
EAN
9783855352135
Herausgeber
Atrium Verlag AG
Titel in Originalsprache
Kallmyren
Serien- oder Bandtitel
Die Polarkreis-Trilogie
Sonderedition
Nein
Autor
Liza Marklund
Seitenanzahl
400

Hersteller: Atrium Verlag, Dorotheenstr. 64, Hamburg, Deutschland, 22301, gpsr@w1-verlage.de, Atrium Verlag AG

Warnhinweise und Sicherheitsinformationen

Informationen nach EU Data Act

4.0
Aus 1 Bewertungen zu Das kalte Moor
Aus 1 Bewertungen zu Das kalte Moor
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Was für ein Pageturner!
Mirjan S. - Bewertet am 22.03.2026
Zustand: Exzellent
„Das kalte Moor" ist der zweite Band der Polarkreis-Trilogie von Liza Marklund, erschienen am 11.02.2026 beim Atrium Verlag (400 Seiten), übersetzt von Dagmar Mißfeldt. Danke an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar im Rahmen der Leserunde! Worum geht's? Stenträsk, 1990: Ein Säugling wird allein im Moor gefunden, seine Mutter Helena spurlos verschwunden. Jahrzehnte später ist Wiking Stormberg, inzwischen Polizeichef und Helenas Mann, noch immer nicht über ihren Verlust hinweggekommen. Als ein Brief in (vermeintlich) Helenas Handschrift eintrifft, beginnt er erneut zu suchen und stellt dabei fest, dass er möglicherweise nie gewusst hat, wer Helena wirklich war. Meine Meinung Der Einstieg hat mich kurz gefordert. Auf den ersten zwanzig Seiten begegnen einem viele Figuren auf einmal. Wer Geduld mitbringt, wird aber belohnt und Band 1 muss man dafür nicht gelesen haben. Die Welt erschließt sich auch so. Was Marklund wirklich gut beherrscht: das schichtenweise Erzählen. Die Geschichte springt zwischen Zeitebenen, und die Jahreszahlen helfen dabei enorm, den Überblick zu behalten. Was zunächst wie ein klassischer Schwedenkrimi aussieht, entwickelt sich im Verlauf in eine Richtung, die ich nicht erwartet hatte und diese Wendungen haben mich wirklich mitgenommen. Weniger überzeugend fand ich den Waffendiebstahl-Subplot, der relativ viel Raum einnimmt, in seinen Konsequenzen aber seltsam folgenlos bleibt. Helena als Figur ist eine der interessantesten, die mir seit Langem in einem Krimi begegnet ist. Sie ist lange Zeit fast nicht greifbar und gerade das macht sie so faszinierend. Je mehr sich ihr Bild zusammensetzt, desto mehr versteht man, warum dieses Buch mehr ist als ein Vermisstenfall. Der historische Hintergrund, der im Laufe der Geschichte aufgebaut wird, hat mich wirklich sprachlos gemacht und gibt dem Roman eine Dimension, die weit über das Genre hinausreicht. Der Protagonist Wiking ist da eine schwierigere Geschichte. Er ist menschlich in seiner Trauer, beharrlich auf eine Art, die man respektieren kann. Gleichzeitig trägt er eine Reihe misogyner Gedankengänge mit sich, die das Lesen an manchen Stellen anstrengend machen. Male Gaze, Frauen bewertet nach Aussehen und Intelligenz, eine Witwe, die unsensibel abgewürgt wird. Das steht alles in Wikings Perspektive, und ich habe mich gefragt, ob das gezielt eingebaut wurde, um ihn zu brechen. Die Brechung fehlt aber weitgehend, was die Passagen eher unangenehm stehen lässt als dass sie etwas erzählen würden. Ähnliches gilt für eine Passage über den Hijab (S. 300–301), die zu verallgemeinernd formuliert ist, und die Verwendung des Begriffs „Selbstmord" (S. 105) statt Suizid – beides sind Stellen, die in einem aktuellen Roman nicht unreflektiert stehen sollten. Der Schreibstil ist sachlich, reduziert, manchmal fast nüchtern und gerade das erzeugt Atmosphäre. Keine ausschweifenden Naturbeschreibungen, aber eine spürbare Stille, die sich durch den Text zieht. Die Übersetzung von Dagmar Mißfeldt – erfreulicherweise auf dem Cover genannt – trägt das sehr gut. Die schwedischen Orts- und Militärabkürzungen können bei mangelnder Vertrautheit kurz aus dem Lesefluss reißen, das ist aber eher eine Kleinigkeit. Fazit „Das kalte Moor" ist mehr als ein Schwedenkrimi, es ist ein Roman, der langsam aufdreht und dann rasant an Tempo aufnimmt. Empfehlung für alle, die sich auf schichtenweises Erzählen einlassen können und historische Tiefe in ihren Thrillern zu schätzen wissen.
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