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Beschreibung
Der zensierte Roman, der zum internationalen Bestseller wurde Acht junge Frauen leben und studieren 1934 am Grimaldi-Konvikt in Rom. Sie sehnen sich nach einem freien, selbstbestimmten Leben, haben Träume, die über die enge Welt von Heim und Herd weit hinausreichen. Unter den strengen Augen der Nonnen bilden sie rasch eine enge Gruppe von Freundinnen, in der sie ihre Sehnsüchte und Hoffnungen für die Zukunft miteinander teilen. Doch so nah sie sich sind, hat doch jede ihre Geheimnisse - ein Kind aus einer frühen Liebesbeziehung, fehlgeschlagene künstlerische Ambitionen, heftige Leidenschaften und kleinliche Eifersüchte. Die Monate vergehen, und eine jede von ihnen folgt ihrer eigenen Vision von Freiheit. Und doch ahnen sie nicht, was vor ihnen liegt. Zum Zeitpunkt seiner Publikation 1938 erlebte Alba de Céspedes' grandioser Debütroman sofortige Zensur durch die faschistischen Behörden unter Mussolini. Was vor uns liegt , ein virtuoses Gruppenporträt und eine radikal neue Darstellung moderner Frauenleben, erscheint nun in einer schillernden Neuübersetzung.
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Technische Daten


Erscheinungsdatum
19.11.2025
Sprache
Deutsch
Originalsprache
Italienisch
EAN
9783458645542
Herausgeber
Insel Verlag
Titel in Originalsprache
Nessuno torna indietro
Sonderedition
Nein
Autor
Alba de Céspedes
Seitenanzahl
380
Auflage
1

Transparenz & Sicherheit

Hersteller: Insel Verlag GmbH, Torstr. 44, Berlin, Deutschland, 10119, info@insel-verlag.de, Insel Verlag Anton Kippenberg GmbH & Co. KG

4.5
Aus 2 Bewertungen zu Was vor uns liegt
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Im Konvikt der Konventionen
Clara S. - Bewertet am 08.12.2025
Zustand: Exzellent
"Licht!...Licht!..." ruft eine Nonne und im nächsten Moment wird der Strom abgedreht. Mit dem fahlen Licht der Petroleumlampen erwachen auch die tuschelnden Gespräche der jungen Italienerinnen in Alba de Céspedes' Roman. Sie webt darin ein Netz aus Schicksalen junger Frauen im Italien der 1930er Jahre. Das fiktive Konvikt "Grimaldi" stellt sich dafür als liminaler Raum, als Brücke, in der Raum und Zeit scheinbar ineinanderfließen. In diesem Schwellenzustand rücken die zahlreichen Unterschiede der Frauen in den Hintergrund und sie sind geeint in ihren Zukunftsängsten, Hoffnungen und Illusionen. Als Leser sitzt man dabei ganz intim mit in der Mädchenrunde während sie eine Séance abhalten oder für ihre Prüfungen pauken. Dabei wechselt die Autorin geschickt zwischen den verschiedenen Perspektiven der Mädchen. Zu Beginn fällt es leicht, einige Charaktere zu verwechseln, was sich im Laufe der Handlung verbessert. Immer wieder wird jedoch klar, dass das Vakuum des abgeschotteten Konvikts nicht auf ewig anhält und Verbindungen, die nur durch ähnliche Lebensumstände bestehen schnell bröckeln. Und irgendwann gilt es dann Mut zu beweisen, die Brücke zu überqueren, und sich dem zu stellen, was außerhalb der Klostermauern vor ihnen liegt. Die kubanisch-italienische Schriftstellerin schafft in "Was vor uns liegt" eine schillernde Galerie von weiblicher Figuren, die in ihren Bestrebungen nach Emanzipation dem Frauenbild im Faschismus entgegenwirken. Es freut mich daher, dass sich das italienische Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten zur Förderung der Übersetzung entschieden hat. Die Übertragung aus dem Italienischen ist schön zu lesen und respektiert kulturelle und zeitbedingte Bezüge ohne den modernen, deutschsprachigen Leser zu behindern. Vielen Dank an das Vorablesen-Team und den Insel-Verlag für das Rezensionsexemplar!
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Acht Frauen, ein Jahrhundertthema
Mirjan S. - Bewertet am 10.11.2025
Zustand: Exzellent
Alba de Céspedes’ Roman Was vor uns liegt (erschienen beim Insel Verlag, übersetzt von Esther Hansen) führt uns ins Rom der 1930er-Jahre. Genauer gesagt in das Grimaldi-Konvikt, wo acht junge Frauen zwischen Nonnen, Lehrbüchern und Zukunftsträumen ihren Platz in der Welt suchen. Jede von ihnen trägt Geheimnisse, Zweifel und Wünsche in sich und gemeinsam bilden sie ein vielstimmiges Porträt einer Generation, die ihre Freiheit erst erfinden muss. De Céspedes, Tochter eines kubanischen Vaters und einer italienischen Mutter, war selbst politisch aktiv im Widerstand und das spürt man in jeder Zeile. Ihre Sprache ist scharf beobachtend, leise rebellisch und erstaunlich modern. Manche Passagen wirken wie Spiegelungen heutiger Debatten über weibliche Selbstbestimmung. Wenn eine der Figuren sagt: „Wer könnte vergessen, schon einmal selbst über sich bestimmt zu haben?“ (S. 93), dann trifft das mitten ins Herz des Buches und in unser eigenes Heute. Immer wieder leuchtet de Céspedes’ psychologische Tiefe auf. Besonders stark sind die Dialoge über Ehe, Begehren und Macht, etwa wenn Augusta nüchtern erklärt: „Du darfst nichts Eigenes behalten, nicht einmal deinen Namen …“ (S. 148) Diese Szenen lesen sich wie frühe feministische Essays, eingebettet in die Lebensgeschichten junger Frauen, die alles wollen: Bildung, Liebe, Unabhängigkeit und dafür einen hohen Preis zahlen. Was mich besonders beeindruckt hat: der Realismus. Keine Heldinnen, keine klaren Antworten. Stattdessen viele Grautöne, Widersprüche, Unsicherheiten – so, wie das Erwachsenwerden nun einmal ist. Und auch wenn ich die Figuren manchmal gern deutlicher vor Augen gehabt hätte, fängt de Céspedes den Geist dieser Zeit (und das Aufbegehren dagegen) meisterhaft ein. Fazit Was vor uns liegt ist kein einfacher Roman, aber ein bedeutender. Eine leise, literarische Revolte in Kleidern der 1930er-Jahre, über Frauen, die mehr wollten, als man ihnen zugestand. Für alle, die schon "Das verbotene Notizbuch" mochten, feministische Klassiker schätzen oder Romane über Freundschaft, Bildung und Freiheit lieben. Nichts für Leser:innen, die schnelle Spannung oder klare Auflösungen suchen. Danke an den Insel Verlag & Netgalley.de für das Rezensionsexemplar und an Esther Hansen für diese Neuübersetzung, die uns eine Autorin zurückbringt, von deren Stimme wir hoffentlich noch ganz viel hören.
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