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Beschreibung
Zwei Paare und eine Single-Freundin, ein Wochenende im Sommerhaus – was soll da schon schief gehen? Mit einem scharfsinnigen Blick auf toxische Machtstrukturen schreibt Bianca Nawrath über Schuldgefühle, Selbstermächtigung und weibliche Solidarität. Zwei befreundete Paare fahren für ein gemeinsames Wochenende an die Ostsee, und zum ersten Mal ist auch Ola dabei. Ola ist Single, liebt Frauen und Männer und hat eine Biografie von Hildegard von Bingen im Gepäck. Für Amalias Freund Christian ist Ola mit ihren feministischen Bemerkungen eine einzige Katastrophe. Schon der erste Abend droht über der Frage, wem es gelingt, den Grill anzuzünden, und einem Gespräch über weibliche Selbstbefriedigung zum Fiasko zu werden. Das zweite Paar, Kata und Lenny, ist zunehmend irritiert von Christians Verhalten, aber weitgehend mit ihren eigenen unterdrückten Streitereien beschäftigt. Spätestens als Amalia und Ola plötzlich unauffindbar sind, eskaliert die Situation. Wie befreie ich mich aus einer selbstzerstörerischen Beziehung, und ab wann ist Nicht-Einmischung Komplizenschaft? Bianca Nawrath beweist ein scharfes Auge für die Grauzonen innerhalb von Freundschaft und Liebe, für das leise Wirken von Scham- und Schuldgefühlen. Mit zugespitzten Dialogen, psychologischer Spannung und glaubhaften Figuren hinterfragt sie traditionelle Machtstrukturen und führt ihre Leser*innen über viele, oftmals hochamüsante Umwege zu der Erkenntnis, wie wertvoll weibliche Solidarität ist. »Schöne Scham bewegt sich mit feinem Gespür durch das, was zwischen Menschen liegt: Begehren, Unsicherheit, Nähe, Herkunft, Körper. Es erzählt nicht von Lösungen, sondern von Widersprüchen – und schenkt gerade dort, wo Sprache oft stockt, einen Ton, der zärtlich und klar bleibt.« Sophia Fritz »Bianca Nawrath trifft einen Nerv. Sie traut sich einiges und es ist, als würde sie einen dabei direkt anschauen.« Judith Poznan
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Technische Daten


Erscheinungsdatum
11.09.2025
Sprache
Deutsch
EAN
9783627003326
Herausgeber
Frankfurter Verlagsanstalt
Sonderedition
Nein
Autor
Bianca Nawrath
Seitenanzahl
256
Auflage
1
Einbandart
Gebundene Ausgabe
Einbandart Details
mit Schutzumschlag
Schlagwörter
Bianca Nawrath, Nawrath, Paar, Beziehungen, Scham, Sommerhaus, Urlaub, Freundeskreis, Freunde, Schmetterling, Hexen, Brandenburg, Single, Sexualität, Feminismus, Freundschaft, Rollenbilder, Vorurteile, toxische Beziehungen, Schuldgefühle, traditionelle Machtstrukturen, Befreiung, Liebe, toxische Beziehung, Selbstbefreiung, Ostsee, Wochenendtrip, Paarbeziehungen, weibliche Solidarität, psychologische Spannung, Machtstrukturen, Schamgefühle, Komplizenschaft, Dialog, Grauzonen, Louisa Dellert
Thema-Inhalt
FBA - Moderne und zeitgenössische Belletristik: allgemein und literarisch FRD - Moderne und zeitgenössische Liebesromane FXD - Belletristik: Themen, Stoffe, Motive: Liebe und Beziehungen FXV - Belletristik: Themen, Stoffe, Motive: Reisen FXT - Belletristik: Themen, Stoffe, Motive: Vielfalt, Gleichheit und Inklusion WT - Reisen und Urlaub JBSF11 - Feminismus und feministische Theorie
Höhe
210 mm
Breite
13 cm

Hersteller: Frankfurter Verlags-Anst., Arndtstraße 11, Frankfurt am Main, Deutschland, literatur@fva.de, Frankfurter Verlagsanstalt GmbH

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4.5
Aus 2 Bewertungen zu Schöne Scham
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Ein transformierender Kokon für die Figuren und Leser gleich
Kerstin H. - Bewertet am 25.01.2026
Zustand: Exzellent
In „Schöne Scham“ schreibt Bianca Nawrath gekonnt über eine 5-er Gruppe von Menschen die durch ein gemeinsames Wochenende Masken fallen sehen und lassen und sich unliebsamen Tatsachen stellen müssen. Dabei seziert Nawrath gekonnt die Zwischenmenschliche Beziehungsebene und gibt uns Leser:innen einen Einblick in die Gedanken der 3 Protagonistinnen: Ola, Amalia und Kata. Ich muss zugeben, dass ich nicht viel vom Buch wusste als ich angefangen habe es zu lesen und somit auch von der Handlung zum Teil wirklich überrascht wurde und das im positiven Sinne. Denn die Beziehungen sind hier nicht unbedingt das was sie zu sein scheinen. Durch feine, besonders zu Beginn, subtile Hinweise die Nawrath in die Gedanken und das Handeln ihrer Figuren streut eröffnet sich uns nach und nach was dahinter steckt. Ich wünschte wirklich ich hätte dieses Buch in einer Leserunde lesen können, hier könnte man wunderbar diskutieren und auseinander nehmen, hinein interpretieren und neu zusammen fügen. Nawraths Schreibstil hat mich beeindruckt, ihre klare Sprache ohne Schnörkel lässt sich nahezu einatmen, so schnell fliegt man durch die Seiten und schnell hatte mich die Geschichte damit in ihren Bann gezogen. Dazu kommt dass ich es liebe etwas über Wortbedeutungen zu erfahren, womit sie mich beim Schmetterling ja direkt zu beginn für sich gewonnen hat. Und oh, wie genial ist dadurch bitte dieses Cover?! Ich möchte wirklich nicht zu viel verraten, daher verzichte ich auf weitere Storydetails. Nur das noch: Die Geschichte spinnt sich immer dichter um uns Leser, gleichermaßen wie um die Figuren, so dass wir am Ende selbst mit ihnen in einem Kokon sitzen und hoffen dürfen als Schmetterling daraus hervor zu gehen. Einzig das Ende war für mich dann doch etwas zu schnell, etwas zu hoppla, hop. Dafür versöhnte mich dann aber wieder der Epilog, der, aus meiner Sicht, Realistisch und nicht zu „Friede, Freude, Eierkuchen“ zeigt wie es weitergegangen ist. Etwas für jeden der sich nicht scheut einen ehrlichen Blick auf Beziehungs-- und Machtstrukturen innerhalb von Freundschaften zu werfen. Ein Buch dass auch meiner Meinung nach die Leser:innen in die Verantwortung bringt darüber nachzudenken: Was würde ich tun? Somit ein Buch für Leute, die etwas aus Büchern mitnehmen möchten und sei es nur die Wortherkunft des Schmetterlings. Von mir gibt es 4,5 Sterne. Eventuell mein Januar Highlight.
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Ein Sommer, der alles verändert
Mirjan S. - Bewertet am 11.11.2025
Zustand: Exzellent
In „Schöne Scham“ erzählt Bianca Nawrath – Schauspielerin und Autorin mit polnischen Wurzeln – von einem Wochenende, das harmlos beginnt und mit einem Knall endet. Zwei Paare, eine Singlefreundin, ein Sommerhaus an der Ostsee: Grillabende, Gespräche, Nähe, Streit. Doch unter der scheinbaren Leichtigkeit brodelt es. Das Buch ist am 28.08.2025 bei der Frankfurter Verlagsanstalt erschienen. Meine Meinung Nawrath schreibt mit einem klaren, unaufgeregten Ton, der gerade dadurch unter die Haut geht. Ihre Figuren sind keine Klischees, sondern vielschichtige Menschen voller Widersprüche. Besonders die Figur Amalia, gefangen in einer Beziehung mit dem kontrollierenden Christian, ist eindrucksvoll gezeichnet: „Für die Scham hat Christian mit seinem Verhalten gesorgt, für die Schuld meine stumme Akzeptanz.“ (S. 148). Was mich beeindruckt hat, ist, wie fein Nawrath die Dynamik zwischen den Figuren beobachtet. Wie aus kleinen Kommentaren, Schweigen und Gesten Macht entsteht. Wie Scham zum Werkzeug wird, besonders für Frauen. Gleichzeitig ist da Ola, die Feministin und Freundin, die mit Humor, Mut und einem gesunden Maß an Widerspruch auftritt. Sie bringt Licht und Reibung zugleich und stellt unbequeme Fragen: „Ich möchte am liebsten einwerfen, dass es einen Unterschied gibt, ob man zu jemandem gehört oder jemandem gehört.“ (S. 152) Der Roman ist leicht zu lesen, sprachlich zugänglich, und doch voller kluger Gedanken über Geschlechterrollen, Herkunft und Selbstermächtigung. Manchmal hätte ich mir noch mehr Tiefe oder Perspektivwechsel gewünscht, aber die psychologische Spannung, die Dialoge und die Ehrlichkeit machen das mehr als wett. Fazit Ein Buch, das zeigt, wie komplex Beziehungen sind – und wie unbewusst Gewalt geschehen kann. Für alle, die sich für feministische Themen, Machtstrukturen und psychologische Spannung interessieren. Kein Wohlfühlroman, aber ein wichtiges Buch. Danke an Frankfurter Verlagsanstalt und netgalley.de für das Rezensionsexemplar.
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