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★★★★★
☆☆☆☆☆
Sehr düster
Astrid V. - Bewertet am 07.12.2025
Zustand: Exzellent
Das Cover von Nocticadia wirkt sehr düster und geheimnisvoll. Es verrät daher schon eine Menge über die Atmosphäre der Geschichte.
Der Schreibstil der Autorin ist unmittelbar und als würde man direkt in Lilia hineinversetzt werden. Sie schreibt ohne viele Schnörkel, oft mit kurzen, abgehackten… Sätzen, die die innere Unruhe von Lilia widerspiegeln, sodass man die Szenen nicht nur liest, sondern spürt. Dabei wird außerdem viel über Sinneseindrücke wie Geräusche, Gerüche und körperliche Reaktionen erzählt.
Lilia ist eine Protagonistin, die von Anfang an zerrissen wirkt. Einerseits kümmert sie sich um ihre kleine Schwester Bee, arbeitet im Krankenhaus und kämpft sich durch einen anstrengenden Alltag. Andererseits wird sie von dem Trauma belastet, das der Tod ihrer Mutter hinterlassen hat. Ihre Albträume, die sich wie Erinnerungen anfühlen, zeigen, dass sie nicht weiß, wo die Grenze zwischen Realität und Einbildung verläuft. Sie wirkt dadurch verletzlich, aber auch stark. Sie ist jemand, der gelernt hat, trotz allem weiterzumachen. Durch Routinen, das Tragen des Rosenkranzes und logische Erklärungen für das, was sie erlebt, versucht sie die Kontrolle zu behalten. Doch je mehr sich die merkwürdigen Erscheinungen häufen (die schwarzen Würmer, die Geräusche im Dunkeln), desto mehr beginnt sie an sich selbst zu zweifeln.
Bee bringt eine gewisse Wärme in die Geschichte. Sie ist eine Art Lichtpunkt für Lilia, gleichzeitig aber auch Verantwortung und Bürde. Conner dagegen spiegelt die raue Realität wider. Er ist laut, unzuverlässig, aber irgendwie vertraut. Jayda ist freundlich, während Angelo von Anfang an bedrohlich wirkt. Alle Figuren lösen daher ganz verschiedene Emotionen in Lilia aus: Angst, Fürsorge, Wut oder Schuld.
Die Handlung bewegt sich zwischen Alltagsdrama und psychologischem Horror und hat mir sehr gut gefallen!
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★★★★★
☆☆☆☆☆
Geheimnisvoll und mysteriös
Anna S. - Bewertet am 07.12.2025
Zustand: Exzellent
Der Schreibstil der Autorin ist direkt, bildhaft und sehr sinnlich. Die Sätze sind oft kurz, hart und ohne überflüssige Ausschmückungen, was die Anspannung der Protagonistin spürbar macht. Gleichzeitig durchzieht den Text eine leise Melancholie, die zwischen nüchternem Alltag und verstörenden… Momenten schwankt. Diese Mischung aus Realismus und Horror funktioniert meiner Meinung nach gut und lässt das Unheimliche mitten in der Normalität entstehen.
Lilia wirkt wie jemand, der ständig an der Grenze zwischen Vernunft und Angst, zwischen Kontrolle und Zusammenbruch steht. Sie ist erschöpft, aber zäh, fürsorglich, aber innerlich leer. Ihr Versuch, ein normales Leben zu führen, scheitert immer wieder an Erinnerungen und Bildern, die sie nicht loslassen. Dass sie Verantwortung für ihre kleine Schwester trägt, macht sie noch verletzlicher, aber auch menschlicher. Ihr Misstrauen, ihre Schärfe im Ton und ihre Selbstbeherrschung wirken nicht kalt, sondern wie ein Schutzschild.
Insgesamt war die Geschichte wirklich sehr geheimnisvoll und mysteriös. Ich war fast durchgehend gefesselt und kann das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen.