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Beschreibung
Auf einer griechischen Insel geschieht ein rätselhafter Mord. Ein alter Mann ist erschlagen worden. In Verdacht gerät die obskure Sekte "Die Namen". Doch es gibt weder Beweise noch ein plausibles Motiv. Als sich ein ähnlicher Mord in der jordanischen Wüste ereignet, erkennt der amerikanische Versicherungsagent James Axton, der als Risikoanalytiker für den Nahen Osten zuständig ist, ein bizarres Muster, das erste Hinweise liefert.
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Technische Daten


Erscheinungsdatum
01.08.1996
Sprache
Deutsch
EAN
9783499136894
Herausgeber
ROWOHLT Taschenbuch
Titel in Originalsprache
The Name
Sonderedition
Nein
Autor
Don DeLillo
Seitenanzahl
432
Auflage
1
Einbandart
Broschiert
Einbandart Details
Taschenbuch
Übersetzt von
Matthias Müller
Höhe
190 mm
Breite
11.5 cm

Warnhinweise und Sicherheitsinformationen

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4.8
Aus 4 Bewertungen zu Die Namen
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Drei Versionen eines Lebens
Anne M. - Bewertet am 23.05.2026
Zustand: Sehr gut
Cora ist mit Gordon verheiratet, einem beliebten und angesehenen Arzt. Sie haben eine 9jährige Tochter namens Maia. Lange bleibt ihr Wunsch nach einem weiteren Kind unerfüllt. Dann wird ein kleiner Junge geboren. Gordon will, dass Cora den Jungen entsprechend der Familientradition Gordon nennt. Aber als Cora und Maia auf dem Weg zur Meldestelle sind, möchte Cora das Kind Julian nennen, während Maia Bear vorschlägt. Cora fürchtet, dass ein Gordon genannter Sohn die Tradition der dominanten Männer fortsetzt und genauso wird wie sein Vater. Die Autorin hat die originelle Idee, aus den drei Namen unterschiedliche Lebensgeschichten zu entwickeln. In drei Handlungssträngen in Zeitabschnitten von jeweils sieben Jahren wird die 35 Jahre umfassende Familiengeschichte von 1987 bis 2022 aus der Perspektive des Sohnes mit den Namen Bear, Julian und Gordon erzählt. Cora, Tochter Maia und Coras Mutter sind in allen drei Geschichten präsent. Ansonsten gibt es deutliche Unterschiede. In einer Version wird Cora getötet, als ihr Sohn fünf Jahre alt ist, in einer anderen bleibt sie 40 Jahre bei ihrem Mann. Die wichtigste Konstante ist jedoch, dass Gordon dominant und übergriffig ist und Cora in dieser Ehe kein selbstbestimmtes Leben führen kann. Sie darf keine eigenen Freunde haben, hat keinen Zugang zum Fernseher und Telefon und besitzt nicht einmal einen Hausschlüssel. Beim geringsten Fehlverhalten nach Ansicht des Mannes wird sie grausam bestraft. Sie kann ihn nicht anzeigen, denn niemand würde ihr glauben und sie würde das Sorgerecht für ihre Kinder verlieren. Die Autorin beschreibt in ihrem packenden Debütroman, welche Folgen eine einzelne Entscheidung wie die Wahl eines Namens für das eigene Kind haben kann, aber vor allem ist es eine schreckliche Geschichte von brutaler Gewalt und kompletter Entmündigung einer Frau in ihrer Ehe, auf die der Klappentext den Leser nicht wirklich vorbereitet. Ein bemerkenswerter und wichtiger Roman, der lange nachwirkt.
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Drei Namen, drei Leben, eine Bürde
Jenny V. - Bewertet am 23.05.2026
Zustand: Exzellent
„Seit ein paar Jahren geht sie zu einer Therapeutin, aber auch sie hat lange gebraucht, um die schwersten Steine anzuheben und die dunkle Erde darunter zu betrachten, wo ihre Ängste und Sorgen vor dem Licht weghuschen, wie Kellerasseln.“ Inhalt Bear ist der Sohn eines Mörders, seinen Vater kennt er nicht, weil dieser seit Jahren im Gefängnis sitzt. Julian ist Halbwaise, er musste ohne seine Mutter aufwachsen, die Opfer ihres gewalttätigen Mannes wurde. Gordon hat eine klassische Familie, doch in den eigenen vier Wänden dominiert der prügelnde Vater den Alltag. Die drei Männer sind ein und dieselbe Version in drei möglichen Parallelwelten. Wie würde das Leben aussehen, wenn man einen anderen Namen trägt und doch im gleichen Kontext lebt? Wer kann man werden und wer möchte man sein? Meinung Die Idee zu diesem spannenden Roman ist ebenso simpel wie genial. Eine leichte Fiktion bildet die Basis für verschiedene Szenarien, die sich dennoch nur geringfügig unterscheiden, denn die Prägung eines Individuums in jungen Jahren ist so nachhaltig und umfassend, dass selbst wechselnde Rahmenhandlungen nur bedingte Veränderungen zulassen. Trotzdem können Lebenswege ganz anders verlaufen, doch dazu bedarf es nicht nur eines anderen Namens, sondern ganz bewusster Entscheidungen für oder gegen ein bestimmtes Verhalten. Die Konstanten der Geschichte sind hier die Mutter aber noch viel mehr die ältere Schwester des Hauptprotagonisten – zwischen diesen Polen erlebt der Leser abwechselnd die drei Wege eines Mannes im Abstand von jeweils sieben Jahren. Diesen Zeitraffer empfand ich als gelungen und glaubwürdig, dennoch hätte es mir besser gefallen, wenn der jeweilige Name in sich geschlossen gewesen wäre, bevor die nächste Episode unter anderem Namen nur zur gleichen Zeit aufgegriffen wird. So wie es war blieben mir alle drei Persönlichkeiten irgendwie fremd und gedanklich musste man gut sortieren, um nicht durcheinander zu kommen. Fazit Ich vergebe gute 4,5 Lesesterne, die ich zu 5 aufrunden möchte. Gerade der gängige Schreibstil und die einfache aber aussagekräftige Intention des Romans machen ihn zu einem Pageturner. Die Thematik der häuslichen Gewalt, die sich hier in erster Linie auf die Lebenspartnerin beschränkt, zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch. Die psychologischen Folgen für die Kinder und deren spätere Entwicklung vollzieht sich stimmig und dramatisch. Die Probleme der einen Generation werfen lange Schatten in die der nächsten hinein. Dabei spielt es nicht unbedingt eine Rolle, wann man dem Terror entkommen ist, sondern vielmehr wie man mit der Situation umgeht. Die Bürde der Verantwortung und die Schwierigkeiten, sich der eskalierenden Gewalt zu entziehen sind glaubwürdig und empathisch geschildert. Lediglich die Emotionalität geht auf Grund der Erzählstruktur etwas verloren: Der Leser schaut von außen zu, wie innen alles zerbricht und bleibt dem Geschehen als Beobachter verbunden.
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Die Macht der Namen
Carina U. - Bewertet am 10.04.2026
Zustand: Exzellent
Ich habe „Die Namen“ von Florence Knapp als einen ebenso klugen wie eindringlichen Roman gelesen, der sich tief in Fragen von Herkunft, Sprache und Selbstverortung hineinwagt. Mit feinem Gespür erzählt die Autorin von den Geschichten, die in Namen eingeschrieben sind, und davon, wie sehr sie unser Leben prägen. In diesem Zusammenhang gefällt mir das Cover sehr gut, da es die unterschiedlichen Lebenswege bereits skizziert. Weiterhin besonders beeindruckt hat mich die poetische, zugleich präzise Sprache, die den Figuren eine große Nähe verleiht. Knapp gelingt es, persönliche Schicksale mit gesellschaftlichen Themen zu verweben, ohne je belehrend zu wirken. Für mich ein herausragender, nachhallender Roman, den ich mit fünf von fünf Sternen bewerte und den ich auf alle Fälle weiterempfehlen werde. Mein bisheriges Lesehiglight!
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Dicht, klug gestrickt und hochemotional - phänomenales Debüt
Vanessa B. - Bewertet am 25.02.2026
Zustand: Exzellent
Auf die emotionale Tiefe und thematische Heftigkeit des Romans war ich nicht vorbereitet. Ich sehe tatsächlich ganz viele Parallelen zu „Da, wo ich dich sehen kann“ von Jasmin Schreiber, was zugleich Vor- wie Nachteil ist. Denn das war mein unangefochtenes Jahreshighlight 2025, mit dem ich „Die Namen“ nun logischerweise vergleiche. Aber ich sehe eben auch ganz viel Gutes in diesem Vergleich. Die solidarischen Nebenfiguren, die Liebe zwischen ihnen sowie das Nebeneinander der verschiedenen Varianten eines Lebens führen zu einer total reizvollen und ergreifenden Art der Erzählung. Knapps Ansatz ist zudem ein ziemlich innovativer: Wie beeinflusst der Name, den Cora ihrem neugeborenen Sohn gibt, dessen weiteres Leben, aber auch das seiner älteren Schwester sowie von Cora selbst? Es sei jedoch gesagt, dass es hierbei gar nicht so sehr um den Namen an sich geht, sondern vielmehr um die Reaktion des Kindsvaters und deren Folgen.. Wie auch Schreiber wählt Knapp einen Fokus auf die Überlebenden und Hinterbliebenen, NICHT auf den Täter. Der spielt so gut wie keine Rolle, wodurch den Lesenden auch kein Raum gegeben wird, um großartig Mitgefühl für ihn zu empfinden. Und ich kann das gar nicht ausdrücklich genug loben! Denn eine Erklärung für gewaltvolles Verhalten mag es immer geben, aber es ist doch nie eine Rechtfertigung. Ich finde es total krass, wie gut diese Autorin in ihrem Erstlingswerk (!) geplottet hat. Drei verschiedene Versionen eines Lebens zu erdenken, die sich glaubhaft genug voneinander unterscheiden, aber dennoch klar erkennen lassen, an welchem Punkt die initial andere Entscheidung zu einem anderen Leben geführt hat, ist einfach bemerkenswert. Die Dichte der Details in den verschiedenen Versionen sorgte beim Lesen auch dafür, dass ich immer mal Dinge verwechselt habe. Am Ende waren das Nebensächlichkeiten und ich nehme den Umstand auch gern in Kauf für ein so besonderes Werk wie dieses. Denn dafür haben wir bspw. auch ganz viele Cameos von Nebenfiguren der einen Version in einer anderen bekommen und das ist so subtil geschrieben, dass ich es ganz toll finde - ein bisschen wie ein Suchspiel in Buchform! Auch das erfordert sicherlich konzentriertes Lesen, eine wiederholte Lektüre könnte sicher ebenso helfen, aber ich liebe sowas einfach. In Sachen Bildsprache und Symbolik ist Knapp auch wirklich ganz groß dabei, ohne aber poetisch zu schreiben - was ich sehr zu schätzen weiß. Die Schreibart ist vielmehr nah dran an den Figuren und dadurch so emotional wie gut greifbar. Die Zeitsprünge im Buch sind mit jeweils sieben Jahren recht groß, was weitere Konzentration und zu Beginn jedes Abschnitts immer ein wenig Zeit erfordert hat, um sich mit den neuen Lebensumständen vertraut zu machen. Alternativ hätte das Buch aber ein dicker Schmöker werden müssen, daher bin ich fein mit dieser Entscheidung. Die Einbindung realer Ereignisse wie die Attentate 2015 in Paris oder die Corona-Pandemie hat mir sehr gut gefallen und die Authentizität der Geschichte nur noch einmal erhöht. Ich empfehle das Buch ganz ausdrücklich! Ein so dichtes Werk, das sich nicht nur mit verschiedenen Versionen eines Lebens basierend auf einer bestimmten Entscheidung beschäftigt, sondern sich auch noch so klar politisch verortet und dadurch unter die Haut geht, hab ich bislang noch nicht gelesen. Anknüpfend an meine Empfehlung würde ich aufgrund der Detaildichte aber schon sagen, dass sich eine Lektüre ohne große Pausen wahrscheinlich bezahlt macht, um möglichst wenig zu vergessen. Ich verbleibe zutiefst beeindruckt von diesem Debüt und behalte die Autorin nun fest im Auge. PS: Vermisst habe ich in dem Buch Triggerwarnungen und bei diesen Themen finde ich sie sehr wichtig, daher: häusliche Gewalt, Femizid, Tod
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