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Der Umwelt zuliebe

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Beschreibung
Lillian und Henry haben eine gute Zeit miteinander, besonders im Bett. Nur wünscht sich Lillian sehnlichst, dass Henry sich verliebt und aus ihrer »Situationship« eine richtige Beziehung wird. Als er sie völlig unerwartet sitzenlässt, sinnt Lillian auf Rache. Betrunken stößt sie auf YouTube auf einen vielversprechenden Zauber und startet einen Rückeroberungsversuch. Aber Henry endet nicht in ihren Armen – sondern als Leiche. Lillian ist dringend tatverdächtig. Verzweifelt versucht sie die ungute Geschichte abzustreifen und ganz die trauernde Ex sein zu dürfen. Da folgt der nächste Schock: Henry war seit Jahren in einer festen Beziehung! Ungläubig stürzt sich Lillian in ihre ganz eigene Ermittlung. Doch wo immer sie auftaucht, sät sie Chaos, egal wie sehr sie sich ums Gegenteil bemüht …
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Technische Daten


Erscheinungsdatum
26.05.2026
Sprache
Deutsch
Originalsprache
Englisch
EAN
9783753001340
Herausgeber
Ecco Verlag
Titel in Originalsprache
A Good Person
Sonderedition
Nein
Autor
Kirsten King
Seitenanzahl
320
Auflage
1

Transparenz & Sicherheit

Hersteller: Ecco, Valentinskamp 24, Hamburg, Deutschland, info@harpercollins.de, Verlagsgruppe HarperCollins Deutschland GmbH

4.8
Aus 5 Bewertungen zu Ein unheimlich guter Mensch
Aus 5 Bewertungen zu Ein unheimlich guter Mensch
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Meisterwerk der düsteren Unterhaltung
E J. - Bewertet am 18.08.2026
Zustand: Exzellent
Kirsten King liefert mit „Ein unheimlich guter Mensch“ ein berauschendes Debüt ab. Wer eine brave, sympathische Hauptfigur sucht, ist hier an der falschen Adresse und genau das macht den Roman zu einem absoluten Jahreshit. Die Story ist so absurd wie genial: Die 29-jährige Lillian wird von ihrem Ex nach einer ungeklärten „Situationship“ eiskalt abgesägt. In einem Rausch belegt sie ihn via YouTube-Anleitung mit einem Fluch und am nächsten Tag ist der Typ tatsächlich tot. Plötzlich steht Lillian nicht nur unter Mordverdacht, sondern muss auch noch erfahren, dass er seit Jahren eine feste Freundin hatte. Statt den Kopf in den Sand zu stecken, stürzt sie sich voller Wahn und Egoismus mitten in die Ermittlungen, um das Narrativ der traumatisierten Ex-Freundin für sich zu beanspruchen. Lillian als Antiheldin ist eine Naturgewalt. Sie ist vollkommen wahnhaft, narzisstisch, zynisch und verhält sich an jeder Weggabelung absolut unvernünftig und doch kann man nicht anders, als gebannt an den Seiten zu kleben. King schreibt mit einer so messerscharfen, bösen Prise Humor über Popkultur, moderne Dating-Chaos-Riten und die tiefen egoistischen Abgründe in uns allen, dass man ständig laut auflachen muss. Ein absolutes 5/5-Sterne-Leseerlebnis für alle, die komplexe, moralisch graue Frauenfiguren und bitterböse Satire lieben.
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One hell of a Charakterstudie
D J. - Bewertet am 11.07.2026
Zustand: Exzellent
Das Cover, der Titel und dieser unglaublich catchy Klappentext hatten mich schon für das Buch eingenommen, bevor ich es aufgeschlagen habe und es hat mich nicht enttäuscht. Lillian ist in einer Situationship mit Henry. Als dieser nach viel Sex plötzlich keinen Kontakt mehr mit ihr wünscht, hetzt sie ihm den Fluch, einer YouTube Hexe an den Hals. Womit sie nicht rechnet, ist dass der Fluch ungeahnte Wirkung hat und sie sich auf ihre Suche nach der Wahrheit und den Auswirkungen machen muss. Lillian bei dieser Suche zu verfolgen hat streckenweise etwas von einem Fiebertraum, den man nur genießen kann. Schon relativ früh konnte ich das Buch nicht mehr weglegen weil es unglaublich viel Spaß macht dieser Protagonistin zu folgen. Sie ist unsympathisch, nach ihrer Einschätzung schmerzhaft ehrlich und komplett delulu über ihre Beziehung mit Henry. Moral und Anstand sind ihr fremd. Sie ist dem oder der durchschnittlichen Leser*in in ihren Aktionen komplett fremd und trotzdem findet man ein kleines bisschen oder mehr Wahrheit oder sich selbst in ihr und ihren Worten. Manchmal ist Lillian absolut diabolisch und dann muss man wieder laut auflachen. Diese Reise hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich kann nicht glauben, dass dieses Buch ein Debüt ist, weil es so kühn ist und sich absolut nie entschuldigt für Lillians Standpunkte zur Welt und den Menschen darin. Ein absolut herausragendes Lesevergnügen für den Sommer!
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Im Kopf einer Narzisstin
Latalia L. - Bewertet am 22.06.2026
Zustand: Exzellent
Ich hab nicht erwartet, dass mir das Buch so gut gefallen wird. Ich finde das Cover deutlich besser, als das original. Ich mag den Gesichtsausdruck der rau auf dem Cover. SO bissl die Stirn runzelnd und unzufrieden. Lillian ist so eine selbst zentrierte Person, dass es ehrlich Spaß gemacht hat Zeit in ihrem Kopf zu verbringen. Wie sie es tatsächlich schafft alles und jeden auf sich auszurichten und sich zum Mittelpunkt jedes Geschehnisses zu machen. Für die LeserInnen mag es anstößig klingen, aber Lillian ist überzeugt von ihren Gedanken. Ganz besonders fand ich, hat man das in der Szene mit der Psychologin gesehen, wo sie erst reluktant war, überhaupt eine aufzusuchen, dann aber ihr Herz Ihrem gegenüber ausgeschüttet hat. Nur um die Person dann zu unrecht zu beleidigen, nur weil etwas gesagt wurde, was Lillian nicht passt. Auch die Storyline von Henry war interessant. Lillian, wie sie damit umgeht die 2. Frau gewesen zu sein. Ein ganzes Leben, dass sie für sich vorgestellt hat, aber nicht bekam. Ich fand es auch interessant zu sehen, wie sie Jamie so gnadenlos ausgenutzt hat, ohne auch nur ein Krümel an Schuldgefühl. Es war sehr amüsant mal sich vorzustellen, wie eine solche Person tickt.
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Ein Buch über die Wut, die wir verstecken
Mirjan S. - Bewertet am 14.06.2026
Zustand: Exzellent
Mit ihrem Debütroman "Ein unheimlich guter Mensch" (erschienen am 26.05.2026 im Ecco Verlag, übersetzt von Lilian Peter) legt die US-Drehbuchautorin Kirsten King eine beunruhigende Sezierschnitt-Analyse der Millennial-Psyche vor. Was als humorvoller Rachefeldzug einer verlassenen Frau mittels eines YouTube-Hexenzaubers beginnt, mutiert nach dem plötzlichen Tod des Ex-Partners Henry zu einem handfesten psychologischen Kriminalspiel über Besessenheit, performative Identitäten und die patriarchalen Einschreibungen in den weiblichen Körper. Meine Meinung Kirsten Kings Protagonistin Lillian ist eine klassische „Antiheldin“: neurotisch, neidisch, obsessiv und im permanenten Kampf mit dem eigenen ungenügenden Status. Mit neunundzwanzig Jahren blickt sie auf ein Leben, das den kapitalistischen und gesellschaftlichen Meilensteinen hinterherhinkt. Die Ohnmacht gegenüber den eigenen Lebensumständen kompensiert Lillian durch eine toxische Hyper-Kontrolle in ihren Beziehungen, insbesondere beim Sex. Für Lillian ist Intimität kein Raum der Verwundbarkeit, sondern eine Bühne: „Sex mit Männern war für mich hauptsächlich eine Performance. Sobald ich keine Hose mehr anhatte, war ich ein anderer Mensch.“ (S. 27) Hier zeigt sich die bittere Krux des vermeintlich „befreiten“ Millennial-Feminismus. Lillian verkörpert die neoliberale „Cool Girl“-Mythenbildung: Sie geriert sich als sexuell emanzipierte Hexe, die „Free the Nipple“ schreit, bedient dabei jedoch insgeheim die zutiefst rückschrittlichen, jungfräulichen Reinheitsphantasien der Männer, weil sie gelernt hat, dass Anpassung die einzige funktionierende Währung auf dem Partnermarkt ist. Sie entwirft eine spezifische Version ihrer selbst, um den wankelmütigen Partner Henry bloß nicht durch echte emotionale Bedürfnisse zu verschrecken. Besonders stark gerät die Analyse dort, wo King den scheinheiligen „Male Feminism“ dekonstruiert. Henry hat im College feministische Theorie belegt, nutzt diesen theoretischen Unterbau in der Praxis jedoch primär als Rechtfertigung für die eigene Grenzüberschreitung. Die sexuelle Befreiung der Frau endet für ihn dort, wo seine eigenen Praktiken beginnen. In einer der beklemmendsten Passagen des Buches wird Lillian von Henry penetriert, obwohl sie nein sagt: „Ich öffnete den Mund, aber es kam kein Wort heraus. Henry stieß weiter zu. Also lockerte ich mein Poloch, so gut ich konnte, und ließ zu, dass er mich fickte.“ (S. 60) Die darauffolgende Rationalisierung („Es war ja auch wirklich gar nichts geschehen. Henry hatte sich nur ein bisschen reingesteigert.“ S. 61) tut beim Lesen physisch weh. King zeigt hier präzise die Mechanismen der internalisierten Misogynie und der patriarchalen Abrichtung: Um den Status der „festen Partnerschaft“ nicht zu gefährden, wird die eigene sexuelle Selbstbestimmung weggelächelt. Dieser Zwang zur Performance spiegelt sich auch in Lillians Arbeitsumfeld wider. Das Marketingbüro Fizzle inszeniert sich als progressiv, weil die Führungsetage weiß und weiblich ist. Es ist ein Zerrbild des modernen Corporate Feminisms, der Diversität als reines Instagram-Asset nutzt. Die Kollegin Candice drapiert Frauen of Color strategisch auf Teamfotos, während die „nicht überirdisch attraktive“ Lillian nach hinten gestellt wird. Es ist ein System, das vorgibt, außerhalb des Kapitalismus zu agieren, während es dessen ausbeuterische Mechanismen nur pink anstreicht. Als Henry stirbt und Lillian herausfindet, dass sie nur die „andere Frau“ in einer langjährigen Beziehung war, bricht ihr mühsam kuratiertes Kartenhaus zusammen. Ihr bösartiger Impuls, das Leben der trauernden Hauptpartnerin Nora zu zerstören, entspringt dem tiefen, schmerzhaften Wunsch, nicht länger unsichtbar zu sein. Lillian flieht vor ihrer eigenen Traumatisierung, indem sie sich weigert, sich ihren inneren Abgründen zu stellen. Therapie lehnt sie ab, sie vermisst die reinigende Kraft der Scham in einer Generation, die jedes Fehlverhalten als Trigger deklariert. Am Ende bleibt eine radikale Erkenntnis über das Überleben in einer feindlichen Welt: „Niemand kann dich missbrauchen, wenn du selbst das Ungeheuer bist.“ (S. 307) Fazit Ein unheimlich guter Mensch ist ein unbequemes, aber sehr kluges Debüt. Kirsten King seziert die Verlogenheit moderner Beziehungsdynamiken und den moralischen Ausverkauf progressiver Werte im Spätkapitalismus. Lillian ist keine sympathische Identifikationsfigur, aber sie ist eine erschreckend ehrliche Projektionsfläche für die unterdrückte Wut, die internalisierte Scham und die Ohnmacht junger Frauen heute. Ein absolutes Must-Read für Fans von soziopolitischen Satiren, Dark Comedy und Büchern mit moralisch grauen, zutiefst destruktiven Protagonistinnen. Wer ungläubig lachen und gleichzeitig einen feministischen Magentritt verpassen bekommen möchte, wird dieses Buch verschlingen. Vielen Dank an den Ecco Verlag und an Vorablesen für das Rezensionsexemplar.
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Ein Debüt, das süchtig macht
Kirsten R. - Bewertet am 10.06.2026
Zustand: Exzellent
Mit „Ein unheimlich guter Mensch“ legt Kirsten King einen Debütroman vor, der ein erstaunliches Suchtpotenzial entwickelt. Obwohl, oder vielleicht gerade weil, die Protagonistin Lillian alles andere als eine klassische Sympathieträgerin ist, zieht die Geschichte von der ersten Seite an in ihren Bann. Lillian ist stark alkoholsüchtig, manipulativ und weist immer wieder narzisstische Züge auf. Ihre toxische Persönlichkeit macht sie zu einer Figur, die man nicht unbedingt mögen muss, die man aber mit großem Interesse begleitet. King gelingt das Kunststück, eine Hauptfigur zu erschaffen, die gleichermaßen abstößt und fasziniert. Gerade diese Widersprüchlichkeit verleiht dem Roman seine besondere Spannung. Dabei überzeugt die Autorin nicht nur durch die Handlung, sondern auch durch ihren pointierten, oft schwarzen Humor. Immer wieder finden sich Sätze, die die innere Zerrissenheit der Protagonistin treffend auf den Punkt bringen. So heißt es auf Seite 237: „Ich nahm einen weiteren großen Schluck aus meinem Glas und wartete darauf, dass der Mut in mir hochkam wie Sodbrennen.“ Dieser Vergleich beschreibt Lillians Abhängigkeit ebenso treffend wie ihre verzweifelte Suche nach Halt. Besonders gelungen sind die Momente, in denen hinter der harten, egozentrischen Fassade etwas Menschliches aufblitzt. Mein persönliches Lieblingszitat findet sich auf Seite 292: „Tief in mir drin wusste ich, dass ich keine Mörderin war. Vielleicht setzte ich Spinnen nicht nach draußen, wenn ich welche sah, sondern zertrat sie, aber ich war nicht imstande, irgendeinem Lebewesen etwas anzutun, das größer war als ein Käfer.“ In wenigen Zeilen vereint dieser Satz Humor, Selbstironie und die komplexe Moral der Figur. Er zeigt eindrucksvoll, warum Lillian trotz all ihrer Fehler eine so interessante Romanheldin ist. Kirsten King beweist mit ihrem Debüt ein gutes Gespür für ambivalente Charaktere und eine packende Erzählweise. „Ein unheimlich guter Mensch“ ist kein Wohlfühlroman, sondern die Geschichte einer zutiefst fehlerhaften Frau, die man oft schütteln möchte und deren Weg man dennoch unbedingt weiterverfolgen will. Ein bemerkenswertes Debüt mit Suchtfaktor.
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