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★★★★★
☆☆☆☆☆
Das Leben an der Elbe
Clara M. - Bewertet am 03.04.2025
Zustand: Exzellent
"Stromlinien" von Rebekka Frank ist ein wirklich spannendes Buch. Es geht um Geschehnisse und Menschen entlang der Elbe, zu drei verschiedenen Zeiten. Vielmehr möchte ich auch eigentlich gar nicht zum Inhalt sagen, um nicht zu viel vorneweg zu nehmen.
Die Naturverbundenheit und das Leben an der… Elbe spielen im Buch eine sehr präsente Rolle und tauchen immer wieder, perfekt eingeflochten in die Geschehnisse, auf. Nach diesem Buch habe ich auf jeden Fall Lust diese Gegend einmal zu besuchen und die in dem Buch beschriebenen Orte und die Flora und Fauna dort selber zu erleben.
Genauso stark wie die Beschreibungen der Natur sind auch die Umschreibungen der Charaktere. Diese wirken sehr authentisch, jede und jeder hat so seine/ihre eigenen kleinen Ecken und Kanten sowie Eigenschaften, die sich durch das gesamte Buch ziehen und entwickeln.
Die Schreibweise ist flüssig und angenehm zu lesen. Besonders hervorzuheben ist das Tempo der Geschehnisse. Dieses ist weder zu schnell und hektisch, noch zu langsam und langweilig - eine große Kunst. Auch wenn es verschiedene Zeitstränge gibt, so gehen die Erzählungen beinah nahtlos ineinander über und man merkt den Übergang kaum.
Es hat mir große Freude bereitet, dieses Buch zu lesen und ich wünschte, ich könnte es noch einmal zum ersten Mal lesen und die vielen kleinen und großen Fragen nach und nach zum ersten Mal beantwortet bekommen.
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★★★★★
☆☆☆☆☆
Es liest sich wie ein Krimi
Claudia R. - Bewertet am 01.04.2025
Zustand: Exzellent
17 Jahre warten die Zwillingsmädchen Enna und Jale auf ihre Mutter, die eine Haftstrafe absitzen muss. Als der langersehnte Tag ihrer Rückkehr kommt, erscheint die Mutter nicht. Aber nicht nur, dass sie verschwindet, auch Jale ist unauffindbar. Enna macht sich auf die Suche und findet dabei Trost in… der Natur ihrer Heimat-dem Alten Land. Nichts ist ihr so vertraut wie diese Landschaften am Ufer der Elbe, wo Ebbe und Flut zu merken sind und Austernfischer mit ihrem Rufen Ennas Weg begleiten. Dieser führt sie weit zurück in die Vergangenheit und konfrontiert sie mit vielen Lebensentscheidungen.
Dieses Buch zieht den Leser in seinen Bann und ist atmosphärisch und tiefgründig wie ein Familienroman, aber auch äußerst spannend wie ein guter Krimi. Absolute Leseempfehlung für den diesjährigen Lese-Frühling.
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☆☆☆☆☆
Ein literarischer Sog, dem man sich nicht entziehen kann
Mirjan S. - Bewertet am 31.03.2025
Zustand: Exzellent
Ein Roman über Familie, Geheimnisse und die Kraft des Wassers
Die Autorin, Rebekka Frank wurde 1988 in Kassel geboren und wuchs auf dem Land zwischen Wiesen und Wäldern auf. Nach ihrem Studium der Theaterwissenschaft und Germanistik zog sie in die Großstadt, doch die Natur blieb ihre wichtigste… Inspirationsquelle. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Nordhessen und verarbeitet in ihren Büchern die Verbindung zwischen Mensch und Natur sowie die Geheimnisse, die unser Leben prägen.
Worum geht’s genau?
In "Stromlinien" stehen die Zwillinge Enna und Jale im Mittelpunkt, die in den Elbmarschen aufwachsen. Ihre Kindheit ist geprägt von den Gezeiten, dem Rufen der Austernfischer – und der Abwesenheit ihrer Mutter Alea, die seit Jahrzehnten im Gefängnis sitzt. An dem Tag, an dem sie endlich entlassen wird, verschwindet nicht nur sie, sondern auch Jale. Enna macht sich auf die Suche nach den beiden und gerät dabei in ein Netz aus familiären und gesellschaftlichen Verstrickungen. Dabei wird schnell klar: Manche Entscheidungen trennen Menschen für immer, andere bringen sie auf unerwartete Weise zusammen.
Meine Meinung
Schon mit den ersten Seiten konnte mich das Buch fesseln. Der Schreibstil ist modern und zugänglich, dabei aber emotional tiefgehend. Besonders gelungen fand ich die wechselnden Zeitebenen, die der Geschichte eine besondere Dynamik verleihen. Die atmosphärischen Beschreibungen der Elbmarschen erinnerten mich an "Der Gesang der Flusskrebse" – eine ruhige, aber intensive Naturkulisse, die die Erzählung perfekt unterstreicht.
Die Charaktere sind facettenreich und glaubwürdig. Alea, die Rebellin mit einem tragischen Schicksal, war für mich eine der spannendsten Figuren. Ihre Entwicklung und die Enthüllungen rund um ihre Vergangenheit haben mich tief bewegt. Enna ist die typische Kämpferin, während Jale sich nach Selbstbestimmung sehnt. Auch die Nebenfiguren sind hervorragend gezeichnet: Luca, der feministische TikToker, und Oma Ehmi mit ihrem eigenen, konsequenten Sprachgebrauch stechen besonders hervor.
Was mich besonders beeindruckt hat, war die kluge Verbindung von individuellen Schicksalen mit gesellschaftlichen Themen. So thematisiert das Buch soziale Ungleichheit, die Folgen von Umweltzerstörung durch die Containerschifffahrt und feministische Fragestellungen. Besonders die Szene mit der Hausdurchsuchung und den Auswirkungen von Armut hat mich nachdenklich gemacht. Der Roman stellt unbequeme Fragen – etwa, wie wir mit Schuld umgehen und wer in unserer Gesellschaft als Täter:in gilt.
Die Story hält viele überraschende Wendungen bereit mit vielen Schlüsselmomenten. Die WhatsApp-Nachrichten zwischen den Figuren lockern die Handlung auf und geben dem Buch eine moderne Note. Besonders das Ende hat mich emotional mitgenommen. Die zwischenkapitelartigen Reflexionen über „den Körper im Wasser“ bekommen eine völlig neue Bedeutung, die mich zum Nachdenken angeregt hat. Auch das Nachwort der Autorin war aufschlussreich und hat den Bezug zur Realität verstärkt – nicht nur die beschriebenen Umweltprobleme gibt es tatsächlich, sondern auch viele der anderen im Roman angesprochenen Dinge basierend auf wahren Schicksalen.
Fazit
"Stromlinien" ist weit mehr als ein Roman über ein Familiengeheimnis – es ist eine tiefgründige Geschichte über Verantwortung, Zugehörigkeit, die Auswirkungen unserer Entscheidungen und Schuld die über Generationen noch auf der Familie lasten und diese belasten kann. Durch den einfühlsamen Stil, die vielschichtigen Figuren und die gesellschaftlich relevanten Themen hebt sich dieser Roman von vielen anderen ab. Ich kann ihn uneingeschränkt empfehlen. 5 von 5 Sternen! ⭐⭐⭐⭐⭐
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☆☆☆☆☆
Eine klare Leseempfehlung
Sabrina B. - Bewertet am 10.03.2025
Zustand: Exzellent
Der Schreibstil der Autorin hat mir gut gefallen und mir den Einstieg in das Buch sehr leicht gemacht. Durch das gesamte Buch ziehen sich Beschreibungen der Natur, bei denen die Elbe und die Tier- und Pflanzenwelt beschrieben werden. Die Beschreibungen vermittelten eine ruhige und friedliche… Stimmung, aber gleichzeitig war die ganze Zeit eine Spannung zu spüren, auf das was passieren würde. Dieser Gegensatz hat mir gut gefallen. Eigentlich mag ich lange Naturbeschreibungen in Büchern nicht gerne, aber zu diesem Buch hat es total gepasst und hat für mich auch einen großen Teil der Atmosphäre des Buches ausgemacht.
Im Lauf der Geschichte bekommt man schrittweise immer mehr kleine Puzzleteile an die Hand, aber gleichzeitig ergeben sich auch immer wieder neue Fragen, so blieb die Spannung aufrecht und man wollte immer weiter lesen. Ich mochte, wie sich immer mehr alles zusammengefügt hat und konnte die Handlung des Buches absolut nicht vorhersehen. Damit verbunden hat man auch die Charaktere immer besser kennengelernt und konnte ihre Handlungen verstehen und ihre Emotionen nachfühlen. Auch die Zusammenhänge zwischen den Charakteren haben mir gut gefallen. Ein tolles Buch, das zeigt, wie weitreichend Entscheidungen sein können und eine klare Leseempfehlung von mir.