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★★★★★
☆☆☆☆☆
Ein Sommer in der Provence
Sonja M. - Bewertet am 22.06.2026
Zustand: Sehr gut
Joseph ist ein junger englischer Journalist, der beauftragt wird, den berühmten Künstler Édouard Tartuffe (Tata) zu interviewen. Als er in dessen Haus in der Provence kommt, weiß dieser nichts von dem vereinbarten Interview. Joseph darf ihm aber Modell sitzen für sein neustes Werk "Junge mit… Orange". Joseph nimmt begeistert an in der Hoffnung, Tata währenddessen studieren zu können, um schließlich doch noch seinen Artikel schreiben zu können.
Mit im Haushalt wohnt seine Nichte Ettie, die für ihn kocht, putzt, die Korrespondenz führt und seine Malutensilien richtet. Ettie ist still und beobachtet viel. Noch ahnt niemand, welche Kräfte in ihr schlummern.
"The Artist" ist ein poetischer und sehr sinnlicher Roman um eine unterdrückte Gewalt, die sich ihren Weg an die Oberfläche bahnt. Tata, der gefeierte Künstler, lebt in einer gegenseitigen Abhängigkeit mit Ettie. Zu viel darf hier nicht verraten werden, um die überraschenden Wendungen der Geschichte nicht vorweg zu nehmen.
Was ich jedoch über das Buch sagen kann ist, dass es mich sehr abgeholt hat. Ich mochte die Beschreibungen der gemalten Gegenstände; ich hatte das Gefühl, den Sommer in der Provence, den Geruch des Lavendels, der Ölfarben und den Staub in der Luft des Ateliers zu schmecken und zu riechen. Lucy Steeds hat einen sehr atmosphärischen, vielschichtigen und kurzweiligen Roman geschrieben, der mich vom ersten Moment an in die Provence zu Tata, Ettie und Joseph versetzt hat.
Am meisten mochte ich Ettie, die für mich ein ganz besonderer Buchcharakter ist, den ich nicht so schnell vergessen werde.
Ein kleiner Spoiler: der Titel lautet "The Artist". Man darf sich eingeladen fühlen zu rätseln, ob es sich hierbei um ein Femininum oder Maskulinum handelt.
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☆☆☆☆☆
Ein Buch für alle die Kunst lieben oder lieben wollen
D J. - Bewertet am 20.05.2026
Zustand: Exzellent
Die Geschichte folgt dem jungem ambitionierten und idealistischen Journalisten Joseph, der tief in die gnadenlose Kunstszene eintaucht. Er hat die Gelegenheit nach Frankreich zu reisen und dort ein Porträt über den großen Maler seiner Zeit Tartuffe zu schreiben und ihn besser kennenzulernen.
Die… Umsetzung ist intelligent gewählt, da sie die Ambivalenz der Szene zeigt, einerseits die Suche nach wahrhaftigem Ausdruck, andererseits die knallharte Kommerzialisierung und wie Moral darüber verloren gehen kann und wie viel Seele in jedem Kunstwerk steckt oder dafür geopfert wurde.
Was mir an „The Artist“ besonders gut gefällt, ist die Schonungslosigkeit. Das Buch romantisiert das Künstlerleben nicht. Es kritisiert den Markt, dessen einziger Fokus oft auf der Marke und auf dem Werk legt. Dies fordert nicht nur den oder die Künstler*in , sondern auch seine unmittelbare Umgebung. Bereits die ersten Seiten halten den oder Leser*in gefangen und ich habe sie gerade im Rückblick nach Lektüre des Buches geliebt. Spannend fand ich, dass trotz des kühlen Schreibstils und den nicht immer sympathisch dargestellten Charakteren, ich trotzdem schnell eine Bindung zu den Schicksalen der Figuren aufzubauen konnte und ich so gefangen von dem Buch war, dass ich es innerhalb von zwei Tagen gelesen habe.
Dieses Buch ist ideal für:
• Kunstinteressierte, die wissen wollen, wie der „Hype“ um ein Werk entsteht.
• Leser von anspruchsvoller Gegenwartsliteratur, die einen kühlen, präzisen Stil schätzen.