Autorenporträt
1988 war's, da saßen der kleine, dünne Essener Kleinkünstler Sigi Domke und der große, hagere Essener Kleinkünstler Uwe Lyko zusammen und bastelten an ein paar Sketchen für irgendeine Benefizveranstaltung in der Essener Zeche Carl. Nichts Dolles, so dachte man. Um so unerwarteter war die begeisterte Resonanz des Publikums. "Da müßte man eigentlich was draus machen, obwohl." Der kleine Dünne war eher frustriert von den Auftritten der letzten Jahre in abgehalfterten Jugendzentren vor ner Handvoll gelangweilter Kids. Was anderes gab's kaum noch. Schlechte Zeiten! Na ja, einmal könnte man's ja noch probieren.
Uwe Lyko war ebenfalls in Musik- und Comedygruppen aktiv gewesen. Da lag es nahe, eine Mischung zu versuchen. Die beiden suchten sich also ein paar Musiker, darunter bereits Martin Breuer, heute allen Fans als "Ernst Pichel" und Affentheater-Bassist ein Begriff.
Man fing an zu proben, hatte ein paar Nummern im Gepäck, machte ein paar neue, darunter eine, in der Uwe Lyko einen nörgelnden Endfünfziger spielte, mit Prinz Heinrich-Kappe und übergroßer Brille. Die Figur gefiel. Wie könnte sie heißen? Da hilft immer das Telefonbuch: Knausenberger, Knaut, KNEBEL! Was paßt dazu? Herbert! So zufällig wird Bühnengeschichte gemacht.
Die ersten Auftritte waren spärlich besucht, aber Gefühl und Publikum sagten: Das hat was! Und schon bald waren die kleinen Säle voll, das zweite Programm in der Mache und die Figur "Herbert Knebel" eine feste Bank. Schon im Laufe des ersten Programms war "Trainer" Detlef Hinze als Schlagzeuger zu der Gruppe gestoßen.
Und stetig wuchs die Schar der Knebel-Fans. Am Ende des dritten Programms, betitelt "Wir präsentieren euch einen", entschied sich der vom vielen Auftreten gestreßte Sigi Domke für ein Leben hinter den Kulissen. Für ihn kam Gitarrist Georg Göbel, besser bekannt als Ozzy Ostermann.
Breuer, Domke und Lyko bilden inzwischen, nach weiteren Programmen, zahlreichen Funk- und Fernsehauftritten und CD-Veröffentlichung, ein Autorenteam, das in punkto Witz keinen Vergleich zu scheuen braucht. Die hier vorliegenden WDR U-Punkt-Geschichten, zum allergrößten Teil nicht auf der Bühne zu sehen, spiegeln ihre übersprudelnde Phantasie und den typischen schrägen, derben Knebelhumor.
Knebel hat seine eigene Logik, und die ist keine. Knebel ist der typische Ruhri und auch wieder nicht. Welcher Endfünfziger liebt schon die Beatles? Knebel ist ein herzlicher Rohling, der manchmal was zu sagen hat und oft nichts, aber was er sagt ist komisch.
Schlagwörter
Sigi Domke, Herbert Knebel, Affentheater, Herbert Knebels Affentheater, Knebel, Ruhrgebiet
Inhaltsverzeichnis
Vorwort von Uwe Lyko
1. Im Nebel von unsere Geschichte
2. Auf los geht et los
Das Märchen.
Raucher I und II.
Die Alte von Ipanema.
Intim werden mit Martin Breuer
3. Getz aber weitermachen –
"Endlich wat Neuet"
Mit nem bisschen Hilfe vonne Kollegen. Rechnungs-Nummer.
Dünnen Nummer.
Intim werden von Uwe Lyko
4. Getz nur nich schlappmachen -
"Wir präsentieren euch einen"
Meinetwegen.
Dr. Bumscheider Nummer.
Der erste deutsche Hippie.
Intim werden mit Detlef Hinze
5. Ozzi-Time -
"Leckopfanni"
Getz sind wieder die Knebels da.
Gute Nacht Freunde.
Spielplatz-Nummer.
Skat-Nummer.
Trainer Gedicht.
Intim werden mit Georg Göbel-Jakobi
6. Regelrecht poppelär –
"Getz aber in echt"
Bergdrama.
Sexualität.
Herrenkosmetik.
Verschüttet
7. Ersma die Lorbeern genießen –
"Da sind wa schon wieder"
Weltwunder des Ruhrgebiets.
Sauna-Nummer.
Frauenkaffeeklatsch.
Grill-Nummer.
Unmögliche Namen