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★★★★★
☆☆☆☆☆
Zwischen Erschöpfung, Wut & Hoffnung
Mirjan S. - Bewertet am 07.05.2026
Zustand: Exzellent
„Frauenprobleme“ von Lina Muzur ist am 27.01.2026 bei Hanser Berlin erschienen (224 Seiten). In 33 Sprachnachrichten erzählen Frauen zwischen 40 und 50 von ihrem Leben, ihren Ängsten, ihrer Wut, ihrer Müdigkeit und den Fragen, die sie nachts wachhalten. Herausgeberin Lina Muzur schafft daraus ein… kollektives Porträt einer Generation, die zwischen Selbstverwirklichung, Care-Arbeit, gesellschaftlichem Druck und dem Wunsch nach Freiheit steht.
Meine Meinung
Schon die Idee hinter dem Buch fand ich unglaublich spannend: Frauen sprechen scheinbar ungefiltert, tastend, manchmal widersprüchlich über Dinge, die oft als „Frauenprobleme“ abgetan werden. Genau darin liegt die Stärke des Buches. Es entsteht eine Nähe, die sich weniger wie klassische Essays anfühlt, sondern eher wie lange Gespräche mit Freundinnen. Besonders mochte ich den dokumentarischen Charakter und die Offenheit vieler Stimmen.
Um einen Eindruck vom Buch zu geben: „Vielleicht liest man dieses Buch in zehn, zwanzig Jahren und denkt sich: So also war das Leben für Frauen damals, im Jahr 2025.“ (S. 10) Dieser Gedanke zieht sich für mich durch das gesamte Buch. Es ist eine Momentaufnahme weiblicher Lebensrealitäten unserer Zeit — voller Mental Load, gesellschaftlicher Erwartungen, Überforderung, aber auch Solidarität.
Viele Aussagen haben mich direkt abgeholt, vor allem die Themen Care-Arbeit und Erschöpfung. Besonders hängen geblieben ist mir: „Ich bin ganz gut im Kümmern um andere, aber ich bin sehr schlecht im Kümmern um mich selbst.“ (S. 57) Oder auch: „Immer wenn mich Einsamkeit überkommt, mache ich mir bewusst, dass es eine ganze Galaxie von Frauen wie mir gibt.“ (S. 132) Das sind genau die Dinge, die ich selbst im Alltag auch nur allzu gut kenne.
Gleichzeitig muss ich sagen, dass mir 33 Stimmen stellenweise fast zu viel waren. Einige Perspektiven haben mich emotional gut erreicht, andere wirkten eher wie Wiederholungen. Etwas weniger Umfang oder stärkere Verdichtung hätten dem Buch für mich gutgetan. Trotzdem fand ich spannend, wie unterschiedlich Frauen ähnliche Themen erleben — (un-)abhängig von Herkunft, Mutterschaft, Beziehungen oder beruflicher Situation.
Fazit
„Frauenprobleme“ ist für mich ein literarischer Resonanzraum für all die Gedanken, die Frauen oft mit sich allein ausmachen und die allzu gern als sogenannte "Frauenprobleme" abgetan werden, obwohl es gesamtgesellschaftliche Themen sind. Zugegeben: Nicht jede Stimme wird gleichermaßen in Erinnerung bleiben und einige Gedanken haben sich wiederholt. Ein Buch besonders für alle, die feministische Literatur, gesellschaftliche Beobachtungen und dokumentarische Erzählformen mögen. Definitiv nichts für Leser:innen, die eine klassische Romanhandlung erwarten. Danke an netgalley.de und den Verlag für das Rezensionsexemplar!