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Beschreibung
Latein - was bringt es einem, das zu lernen? Diese Frage stellen sich Jahr für Jahr Tausende: Eltern, die entscheiden müssen, ob ihre Kinder im Laufe des Schullebens Latein lernen sollen, Lateinlehrer, die für das Fach Werbung machen wollen, bis hin zu Studienanfängern, die plötzlich das Latinum nachmachen müssen. Gründe dafür, diese "tote" Sprache zu lernen, die mehr mit unserem Leben zu tun hat, als man meinen sollte, gibt es viele - die zehn besten liefert der Autor in knapper und verständlicher Form.
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Technische Daten


Erscheinungsdatum
01.03.2008
Sprache
Deutsch
EAN
9783150185650
Herausgeber
Reclam, Philipp
Serien- oder Bandtitel
Reclams Universal-Bibliothek
Sonderedition
Nein
Autor
Friedrich Maier
Seitenanzahl
80
Einbandart
Taschenbuch
Buch Untertitel
Zehn gute Gründe
Autorenporträt
Friedrich Maier, geb. 1935, ist Professor em. für Didaktik der Alten Sprachen an der Humboldt-Universität Berlin. Interview mit Friedrich Maier Der Lateinunterricht erlebt derzeit eine Renaissance. Überrascht Sie diese Entwicklung? Dass der Lateinunterricht zur Zeit in Deutschland einen enormen Zulauf hat, ist so überraschend auch wieder nicht. Zwar hat sich das Fach im letzten Drittel des vergangenen Jahrhunderts gegen starke Angriffe von Seiten der Öffentlichkeit und der Schulpolitik wehren müssen - ich war als langjähriger Vorsitzender des Deutschen Altphilologenverbandes damit unmittelbar konfrontiert -, doch hat die innere Erneuerung des Faches seine Ablehnung größtenteils ins Gegenteil verkehrt. Dazu trug gewiss auch die allgemeine Verunsicherung in Bildungsplanung und Schulorganisation bei. Man sah und sieht offensichtlich im Fach Latein einen stabilisierenden Faktor innerhalb des Gymnasiums. Latein gilt wie Mathematik als gymnasiales Basisfach. Die Zahl derer, die pro Jahr das Fach lernen, ist zwischen 1996 und 2008 von ca. 600.000 auf weit über 800.000 gestiegen. Eine von mir 2005/06 durchgeführte Repräsentativuntersuchung über die Elternerwartungen bezüglich des Faches Latein hat ergeben, dass nahezu die Hälfte aller Eltern für ihr Kind bewusst eine Lateinschule ausgesucht haben; doch auch die andere Hälfte erwartete von Latein recht wichtige Bildungseffekte. Es scheint so, als würde man gerade im G8 auf Latein wegen seiner fächerübergreifenden und fächerverbindenden Wirkungen nicht verzichten wollen. Dass Latein als "Reflexionssprache" gilt, wurde dem Fach gern zum Vorwurf gemacht. Aber gerade der Reflexionscharakter des lateinischen Sprachunterrichts ist auch seine Stärke. Der Reflexionscharakter des lateinischen Sprachunterrichts ist in der Tat seine Stärke. Gerade darauf setzten die Eltern, wie die angezeigte Untersuchung nachdrücklich erkennen lässt. Dem Fachangebot "Erhöhung des Sprachverständnisses" ist nämlich die Priorität eingeräumt worden. Demnach gilt Latein für die meisten als "Modell von Sprache", an dem sowohl der systematische Aufbau der Sprache als auch das Funktionieren von Sprache als Verständigungsmittel nachhaltig studiert werden kann (Was freilich im Kern nur auf die Sprachen Europas und der westlichen Welt zutrifft). Im Reflexionscharakter von Latein ist größtenteils auch seine Transferleistung begründet. Dass Latein die muttersprachliche Kompetenz fördert, wird heute kaum weniger bezweifelt als seine Brückenfunktion zu den modernen, besonders den romanischen Sprachen. Zudem trainiert das gewiss anstrengende und stets geforderte Nachdenken über Sprachstrukturen, Sätze und Satzperioden das Gehirn. Man hat Latein deshalb als "Trimm-dich-Pfad des Geistes" bezeichnet. Die dabei geschulten Fähigkeiten des mikroskopischen Beobachtens, des geduldigen und beharrlichen Analysierens und Kombinierens, des Überprüfens der logischen Stimmigkeit des jeweils Übersetzen sind Sekundärtugenden, die fast für alle Universitätsstudien die Voraussetzung bilden. Als Argument für den Lateinunterricht wird auch die kulturelle Bildung angeführt. Latein gilt seit langem auch als kulturelles Basisfach des Gymnasiums. Gerade mit dem Blick auf das sich mühsam vereinigende Europa kommt dem Lateinunterricht eine grundlegende Bedeutung zu. Kein anderes Fach (auch nicht Geschichte) kann die jungen Menschen so authentisch mit den geistigen Wurzeln unseres Kulturkreises konfrontieren wie Latein. Alle Lehrpläne machen es den Lehrern mit Recht zur Aufgabe, am Inhalt der sorgsam ausgewählten Originaltexte die Lernenden zur Auseinandersetzung mit den "Entdeckungen" der Antike herauszufordern. Das beginnt in Ansätzen bereits in den modernen Sprachlehrbüchern und rückt in der Lektürephase in das Zentrum des Unterrichts. Das Übersetzen eines Textes soll wohlgeplant jeweils in die Interpretation seines Inhalts übergehen. Dabei wird zunehmend auch das Fortwirken der Antike, die sog. Rezeption in Wort, Bild und Musik, berücksichtigt. Diese kulturelle Dimension des Lateinunterrichts wird von den Eltern gleichfalls sehr geschätzt. In deren durch Befragung gewonnenem Votum erhielt sie die Bewertung "recht wichtig".
Bandzählung
18565
Inhaltsverzeichnis
1. Was ist Latein? 1.1 Latein - Basissprache Europas 1.2 Latein - Wieder im Aufwind 1.3 Latein - Was Eltern erwarten 1.4 Latein - Gymnasialfach par excellence 1.4.1 Sprachbildung und "Menschwerdung" 1.4.2 "Weltkulturerbe" und gymnasialer Bildungsauftrag 2. Warum Latein? Zehn gute Gründe 2.1 Latein - Königsweg zu vertieftem Sprachverständnis 2.2 Latein - Trainingsfeld für die Muttersprache 2.3 Latein - "Trimm-dich-Pfad" des Geistes 2.4 Latein - Brücke zu modernen Fremdsprachen 2.5 Latein - Labor zur Analyse einer "hinterlistigen" Rhetorik 2.6 Latein - Fahrstuhl zu den Wurzeln Europas 2.7 Latein - Schatzkammer europäischer Sprachbilder 2.8 Latein - Studierstube für europäische Grundtexte 2.9 Latein - Treffpunkt mit Menschen, die die Welt veränderten 2.10 Latein - Zugang zu den Quellen von Dichtkunst und Philosophie 3. Zu guter Letzt: Latein und Latinum als Studienvoraussetzung Literaturhinweise

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