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Beschreibung
Vom Aufwachsen im Dazwischen – berührend, komisch und täuschend leicht erzählt von Safia Al Bagdadi Laylas Eltern sind das glamouröseste Liebespaar der Welt – oder zumindest Saarbrückens. Ihr irakischer Vater hat ständig neue spektakulär scheiternde Geschäftsideen und verspricht seiner staunenden Familie zugleich Umzüge nach New York, ein Haus mit Rutsche in den Tigris, eine große Zukunft. Ihre französische Mutter dagegen stammt aus dem nobelsten Bürgertum, rebelliert gegen ihr Elternhaus und trägt dabei doch Chanel Nº5. Alles in dieser Familie kann nur schiefgehen und ist dennoch für einige Kindheitsjahre ungeheuer leicht und wunderschön. Dann bricht 1991 der Golfkrieg aus. Eingeholt von der Realität, wird Laylas Vater ein Fremder. Ein tragikomischer Familienroman über das Leben zwischen den Kulturen, in dem man jede Figur umarmen will.
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Technische Daten


Erscheinungsdatum
17.02.2026
Sprache
Deutsch
EAN
9783446282841
Herausgeber
Hanser, Carl
Sonderedition
Nein
Autor
Safia Al Bagdadi
Seitenanzahl
320
Auflage
1
Einbandart
Gebundene Ausgabe
Einbandart Details
Pappband

Hersteller: Carl Hanser Verlag, Vilshofener Straße 10, München, Deutschland, info@hanser.de, Carl Hanser Verlag GmbH & Co.KG

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4.0
Aus 1 Bewertungen zu Unser Haus mit Rutsche
Aus 1 Bewertungen zu Unser Haus mit Rutsche
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Eine Familie erzählt sich selbst
Mirjan S. - Bewertet am 17.05.2026
Zustand: Exzellent
„Ich wusste überhaupt nichts.“ (S. 125) Mit Safia Al Bagdadis Roman "Unser Haus mit Rutsche", erschienen im Hanser Verlag, liegt ein Familienroman vor, der zwischen Saarbrücken, Bagdad und Paris gespannt ist. Im Mittelpunkt steht Layla, die als Erzählerin auf ihre Kindheit zwischen irakischem Vater und französischer Mutter zurückblickt – eine Kindheit voller großer Versprechen, kultureller Reibungen und politischer Umbrüche, die sich zunehmend in die familiäre Realität einschreiben. Zum Inhalt Der Einstieg in die Geschichte wirkt zunächst leichtfüßig, fast verspielt: Laylas Vater entwirft Zukunftsvisionen voller Größe und Möglichkeit, während die Familie in einem fragilen Gleichgewicht zwischen Herkunft und Hoffnung lebt. Doch diese Leichtigkeit trägt eine Spannung in sich, die sich mit dem Ausbruch des Golfkriegs 1991 zunehmend verschiebt. Die familiäre Dynamik verändert sich, und aus dem „glamourösesten Liebespaar Saarbrückens“ wird ein Konstrukt, das von Realität und Geschichte eingeholt wird. Meine Meinung Was mich beim Lesen besonders beschäftigt hat, ist dieser Bruch zwischen Erinnerung und Erkenntnis. Layla erzählt rückblickend, und genau dadurch entsteht eine Distanz, die gleichzeitig schützt und schmerzt. „Ich hatte das Land meines Vaters besucht, aber es war gar nicht mehr sein Land gewesen.“ (S. 206) – dieser Satz fasst für mich viel von dem zusammen, was das Buch trägt: die Erfahrung, dass Heimat kein stabiler Ort ist, sondern etwas, das sich verschiebt, verliert, neu zusammensetzt. Gleichzeitig bleibt die Perspektive stark auf den Vater und seine inneren wie äußeren Kämpfe fokussiert. Das führt zu intensiven, emotional aufgeladenen Momenten, etwa in der Konfrontation mit Geschichte und Gewalt. Diese Szenen sind eindrücklich, wirken aber manchmal wie lose Fragmente, die weniger eine durchgehende Dramaturgie bilden als vielmehr Erinnerungsinseln. Erzählerisch arbeitet der Roman mit einem ruhigen, stellenweise fragmentierten Stil. Die vielen kurzen Sätze und gedanklichen Einschübe haben mich manchmal in meinem Lesefluss gestört. Gleichzeitig liegt aber genau darin auch ein realistischer Zugriff auf Erinnerung: nicht linear, nicht glatt, sondern tastend. Inhaltlich überzeugt mich das Buch besonders dort, wo es Migration, Zugehörigkeit und familiäre Projektionen miteinander verwebt. Die Zerrissenheit zwischen Herkunft und Gegenwart wird spürbar, ohne dass sie je vollständig aufgelöst wird. Gleichzeitig blieb bei mir der Eindruck, dass das erzählerische Potenzial nicht in allen Teilen konsequent ausgeschöpft wird und die Spannung zwischen den Zeitebenen unterschiedlich stark trägt. Fazit "Unser Haus mit Rutsche" ist ein ruhiger, reflektierter Familienroman über Herkunft, Illusionen und die Brüche politischer Realität im Privaten. Besonders geeignet für alle, die sich für Migrationserfahrungen, Identitätsfragen und familiäre Erinnerung interessieren. Weniger passend ist das Buch für alle, die eine klar getriebene, spannungsorientierte Handlung erwarten. Hängen bleibt vor allem die Frage, wie schnell aus Versprechen Geschichte wird und aus Geschichte Verlust. Vielen Dank an den Hanser Verlag für das Rezensionsexemplar.
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