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★★★★★
☆☆☆☆☆
Mit Vollgas und Gefühl
Anne H. - Bewertet am 26.09.2017
Zustand: Exzellent
Riding Home ist der Auftakt einer Reihe um den Death Raiders MC, einen Motorradclub in Nevada. Für mich war es der erste Roman aus einem Genre, dass sich wie ich nun weiß, MC Romance nennt, und dem man doch so einiges abgewinnen kann, wie ich finde.
Zum Inhalt: Livvys Vater Cope ist Mitglied der… Death Raiders. Er hat sie und ihre Mutter verlassen als sie ein kleines Mädchen war, da ein heiles Familienleben auf der einen und ein MC in Schwierigkeiten mit den denkbaren Begleiterscheinungen wie Gewalt, Bedrohung der Familien und Todesfälle irgendwie nicht mehr miteinander vereinbar waren. Nach dem Tod ihrer Mutter fällt Livvy in ein tiefes Loch, verliert ihre Träume und Ziele - ein eigenes kleines Restaurant am Meer - aus dem Blick. Cope holt sie schließlich zu sich, da er zwar in Livvys Augen nie für sie da, im Hintergrund aber immer Teil ihres Lebens war, da ihre Mutter und er sich nach wie vor gut miteinander verstanden. Und nun steckt sie plötzlich in einer ganz neuen Welt, einem eigenen Kosmos, den sie eigentlich gar nicht kennen will und doch ist sie plötzlich ein fester Bestandteil der zweiten Familie ihres Vaters. Und wird sie auch mit allem konfrontiert, was damit einhergeht: Glücksspiel, Prostitution, harte Hierarchien, ein gewisses Maß an Gewalt. Aber auch Zusammenhalt und Loyalität – und dann doch einem irgendwie sehr faszinierenden Menschen, der auf den ersten, zweiten und dritten Blick (ebenfalls Mitglied im MC, deutlich älter, und irgendwie emotional offensichtlich vorbelastet – der UPS-Laster – tolle Metapher!) definitiv nicht zu ihr passt und doch… na ja, Gefühle fragen ja schon mal häufiger nicht danach, ob das den Betroffenen gerade so passt, wo sie da entstehen. Vor einem Happy End sind aber natürlich auch einige Widrigkeiten zu überwinden und das liegt nicht nur an der speziellen Kombination der beiden Protagonisten Livvy und Ronan sondern auch an dem ganzen MC-Umfeld.
Fazit: Ich habe es wirklich gerne gelesen. Ich mochte sehr, dass die Geschichte nicht nur und ausschließlich um „Liebe“ ging, sondern auch das ganze drum herum nicht zu kurz kam und eine wirklich abwechslungsreicher Plot zugrunde liegt. Auch hat mir gut gefallen, dass auch aus der Perspektive von Ronan erzählt wurde, und so auch seine Probleme mit seiner Vergangenheit und seinem Verhältnis zu Beziehungen im Allgemeinen und Livvy im Besonderen deutlich wurden. Ich muss allerdings auch sagen, dass es mir fast ein wenig zu schnell, zu glatt ging mit den beiden. Klar, man kann auch keine 25 Kapitel schreiben, wie zwei nur umeinander rumschleichen, aber irgendwie ging es mir doch zu flott. Vor allem in Bezug auf Livvy fehlte mir vielleicht dann auch ein bisschen mehr Zweifel an der Sache an sich. Die Charaktere waren insgesamt hingegen für mich stimmig aufgebaut, wobei ich aber mit meinen Vorstellungen – auch optisch – doch echt sehr an Sons of Anarchy kleben geblieben bin und Ronan für mich von Anfang an „Chibs“ war, was natürlich auch an gewissen Parallelen der beiden liegt, aber ich konnte mich von meiner sofortigen Festlegung einfach nicht mehr lösen.
Fazit: liest sich prima, Luft nach oben ist hinsichtlich der Spannung sicher auch noch gegeben. Aber das ist wirklich meckern auf hohem Niveau. Mir ist nichts unlogisches oder nicht schlüssiges aufgefallen, von daher passt auch das sehr gut. „Death Raiders MC 1“ lässt ja nun eindeutig auf einen zweiten Teil schließen, wobei ich da sehr gespannt bin, ob der Fokus auf Livvy und Ronan bleibt, oder eine andere Konstellation beleuchtet wird.