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Mit beiden Händen den Himmel stützen

Lilli Tollkien (Gebundene Ausgabe, Deutsch)

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  • Bestens als Geschenk geeignet
Beschreibung
Eine Kindheit und Jugend im Ausnahmezustand und ein Mädchen, das zur Heldin der eigenen Geschichte wird. Lale wächst in den 80ern in einer Berliner Männer-Kommune auf, in der Partys gefeiert und Revolutionen geplant werden. Sie darf wach bleiben, solange sie will, Süßigkeiten essen und ewig fernsehen. Doch sie sehnt sich nach Geborgenheit und Verlässlichkeit, während ihre eigenen Grenzen immer wieder übertreten werden. Auf dem schmalen Grat zwischen Freiheit und Vernachlässigung sucht Lale ihren Weg, taumelt an den Rändern und findet Jahre später Halt im Erzählen selbst. Authentisch, verletzlich, von poetischer Spannkraft. »Lilli Tollkien schreibt mit einer Wucht, die man kaum erträgt – und gerade deshalb lesen muss.« Mareike Fallwickl »Nach der ersten Seite war ich erschüttert, nach dem ersten Kapitel gefesselt. Ein Roman von unwahrscheinlicher Gravitation, ein seltenes Juwel.« Edgar Rai
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Technische Daten


Erscheinungsdatum
14.03.2026
Sprache
Deutsch
EAN
9783351042844
Herausgeber
Aufbau
Sonderedition
Nein
Autor
Lilli Tollkien
Seitenanzahl
255
Auflage
2
Einbandart
Gebundene Ausgabe
Einbandart Details
mit Schutzumschlag

Transparenz & Sicherheit

Hersteller: Aufbau Verlage GmbH, Prinzenstr. 85, Berlin, Deutschland, 10969, produktsicherheit@aufbau-verlage.de, Aufbau Verlage GmbH & Co. KG

4.3
Aus 3 Bewertungen zu Mit beiden Händen den Himmel stützen
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Mühe mit meinem unbeständigen Leben
Jenny V. - Bewertet am 04.06.2026
Zustand: Exzellent
„Das Bild von meiner Mutter wird zum übergroßen Traum eines Kindes. Im Traum ist sie eine Bärin, die mich mit ihren großen Tatzen gegen die Welt verteidigt, während sie in der Realität immer weniger wird.“ Inhalt Lale wächst in einer Männerkommune in Berlin auf, nachdem ihrer drogenabhängigen Mutter das Sorgerecht entzogen wurde. Ihr leiblicher Vater und dessen Freunde, führen ein Leben zwischen Drogen, Alkohol, wechselnden Frauenliebschaften gepaart mit Arbeitsverweigerung und politischen Statements. Lales Platz in der Wohngemeinschaft ist förmlich nicht existent - sie ist eben einfach da! Es gibt keine Regeln, keine Zuwendung, keine Anleitung. Während sich die Erwachsenen tagein und tagaus im Suff befinden oder mit Frauen vergnügen, muss Lale ihren Platz behaupten. Doch über Verwahrlosung und Desinteresse schiebt sich noch der Missbrauch hinzu, wenn die Männer gerade keine Frau haben, setzen sie sich gerne auch die 8-jährige auf den Schoß. Sobald sie kann, verlässt sie die Wohnung, schlittert jedoch nur in ein eigenes Leben voller Abhängigkeiten hin zu Drogen und den Randfiguren der Gesellschaft. Doch aufgeben ist keine Option, ihr erstrebenswertes Ziel: endlich ankommen und ein Zuhause finden. Erst als sie selbst Mutter wird, eröffnet sich diese Chance – und diesmal will sie es nicht vermasseln. Meinung Die Thematik des Buches an sich ist schon eine ganz spezielle und deutet auf eine Vielfalt an Betrachtungsweisen und Meinungen hin, umso betroffener hat mich dieser Text, der ausschließlich von Lale selbst erzählt wird, gemacht. Denn der Leser ist hier hautnah dabei an dieser Kindheit voller Missstände, Ängste und Haltlosigkeit. Die psychologische Betrachtung erschließt sich unmittelbar und durch keinerlei Filter beschönigt. Ein hartes Kinderleben formt eine harte Erwachsene, die dennoch nur schwimmt und sich auf der Flucht vor sich selbst befindet, auf der Flucht vor ihren antrainierten Unzulänglichkeiten, die keinerlei Vertrauensbasis erfahren hat und voller Begierde auf ein „normales“ Leben schaut, ohne zu wissen, wie sie dieses erreichen kann. Dennoch hat mich diese konsequente Erzählweise in ihrem harschen Ton stellenweise erschreckt und weniger Emotionen geweckt als erhofft. Die Traurigkeit erfasst den gesamten Text, bewegt sich aber weitab von irgendeiner Allgemeingültigkeit. Mir war einiges zu exemplarisch dargestellt und die dunklen Momente der Betroffenen wirken nur deshalb so „erträglich“, weil sich das Umfeld immer im Drogenwahn oder in der Volltrunkenheit befindet. Der endgültige Befreiungsschlag bleibt aus und der Funken Hoffnung ist klein und unbeständig. Fazit Ich vergebe gute 4 Lesesterne für einen besonderen, dramatischen Roman mit harten Themen, verlorenen Protagonisten und Randexistenzen der Gesellschaft, die jeglichen Halt verloren haben. Der distanzierte Stil, in kurzen einfach Sätzen, basierend auf Erlebnissen, eines Kindes mit all den Folgeschäden für die Zukunft, dass muss man aushalten können. Man kann dieses Buch in einem hohen Tempo lesen und ist stets gefesselt – allerdings auf eine unangenehme Art und Weise. Die Wirkung jedoch ist die eines tragischen Einzelschicksals, die Gesamtaussage bleibt hinter meinen Erwartungen zurück und die einseitige Sicht auf dieses Leben im Ausnahmezustand, verhindert die Facettenvielfalt, die ich mir hier gewünscht hätte.
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Freiheit ohne Grenzen
Heike R. - Bewertet am 06.03.2026
Zustand: Exzellent
Dieses Buch hat mich tief bewegt. Es handelt von Lale, die in den 80ern in einer kommunistischen MännerWG aufwächst. Das Buch ist in der Ich-Perspektive geschrieben, was das Ganze sehr nah werden lässt. Zum Glück gibt die Autorin immer wieder ausblickende Einblicke in die Zukunft der Protagonistin, was mich sehr beruhigt hat. Lale übersteht es. Lale bleibt ganz. Dieses Buch hat mir wieder sehr deutlich gemacht, warum ich Pädagogik studiert habe, es hat meine Ideale vom Menschen retten und Welt verbessern definitiv getriggert. Aber gleichzeitig hat es mich auch darin bestärkt, nicht mehr in der Suchthilfe arbeiten zu wollen. Es ist nämlich nicht möglich, jeden zu retten. Und mir fällt es schwer, mich abzugrenzen. Von Klienten und auch von Lale. Es macht auch sehr deutlich, dass eine Kindheit ohne Grenzen auch eine Kindheit ohne Schutz ist. Und es zeigt die Nachteile antiautoritärer Erziehung, weil dieses auch ein Ablehnen von Verantwortung ist. Dieses Buch hat mich gefesselt und tief bewegt und ich hoffe sehr, dass es nicht allzu autobiografisch ist.
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Zwischen Verletzlichkeit und Hoffnung
Judith G. - Bewertet am 28.02.2026
Zustand: Exzellent
In „Mit beiden Händen den Himmel stützen“ erzählt Lilli Tollkien eine einfühlsame Geschichte über Verlust, innere Stärke und die leise Kunst, trotz allem weiterzugehen. Der Roman entfaltet seine Wirkung nicht durch Drama oder Spannung, sondern durch feine Zwischentöne und eine Sprache, die gleichzeitig poetisch und klar bleibt. Im Zentrum steht Lale, die mit den Bruchlinien ihres Lebens konfrontiert wird. Was zunächst wie eine persönliche Krise erscheint, entwickelt sich zu einer tiefgehenden Auseinandersetzung mit Identität, Trauer und Selbstannahme. Es gelingt, emotionale Schwere mit Momenten von Wärme und Hoffnung zu verbinden. Besonders beeindruckend ist dabei die Art, wie innere Prozesse sichtbar gemacht werden: Gedanken, Zweifel und Sehnsüchte wirken authentisch und nahbar. Der Titel wird zur Metapher für den Versuch, das scheinbar Unhaltbare festzuhalten – sei es eine Beziehung, ein Traum oder das eigene Selbstbild. Gerade in dieser Symbolik liegt die große Stärke des Romans: Er ermutigt, ohne kitschig zu sein, und spendet Trost, ohne einfache Antworten zu liefern. Stilistisch überzeugt das Buch durch ruhige, dichte Beschreibungen und glaubwürdige Dialoge. Manche Passagen laden zum Innehalten ein, andere treiben die Handlung sanft voran. Wer temporeiche Spannung sucht, wird hier weniger fündig; wer jedoch literarische Tiefe und emotionale Ehrlichkeit schätzt, findet ein berührendes Werk. Insgesamt ist „Mit beiden Händen den Himmel stützen“ ein stiller Roman, der lange nachhallt – ein Buch, das zeigt, wie viel Kraft im Weitermachen liegt.
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