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Beschreibung
Dieses Buch bläst den Staub aus den Bücherregalen Drei Autor:innen zeigen uns, wie vielfältig Literatur sein kann – jenseits des klassischen Kanons. Lesen öffnet uns die Welt. In guten Geschichten erfahren wir etwas über uns selbst und die vielfältigen Formen des Lebens. Literatur kann eine Behausung sein, eine offene Frage, ein Möglichkeitsraum außerhalb des eigenen Alltags. Warum zeigt uns der klassische Kanon dann trotzdem nur einen kleinen Teil der Welt? Warum wird uns in Schule und Feuilleton oft eine Norm vermittelt, die es weder in der Welt noch in der Literatur gibt? Warum spiegelt sich die Vielfalt queerer Identitäten und Lebenswelten so wenig in der Wahrnehmung von Literatur? Mit diesen Fragen beschäftigen sich Bianca Braunshofer, Marlon Brand und Tobi Schiller schon lange. In ihrem Buch befassen sie sich intensiv mit queerer Literatur und zeigen, dass sie schon immer Teil der Literaturgeschichte gewesen ist. Ihr Lesen und Schreiben ist eine Einladung, die ganze Vielfalt des Lesens zu erkennen. Mit Glossar und vielen Lektüretipps – von Chinelo Okparanta bis Stefan Zweig, von Torrey Peters bis Audre Lorde, von Sappho bis Kim de l’Horizon.
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Technische Daten


Erscheinungsdatum
03.03.2026
Sprache
Deutsch
EAN
9783701183968
Herausgeber
Leykam
Sonderedition
Nein
Autor
Bianca-Maria Braunshofer, Marlon Brand, Tobi Schiller
Seitenanzahl
240
Einbandart
Gebundene Ausgabe
Einbandart Details
mit Lesebändchen
Buch Untertitel
Lesen jenseits der Norm

Hersteller: Leykam, Dreihackengasse 20, Graz, Österreich, 8020, office@leykamverlag.at, Leykam Buchverlagsges.m.b.H. & Co. KG

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Aus 1 Bewertungen zu Und jetzt queer!
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Was der Kanon verschweigt – und was Literatur wirklich kann
Mirjan S. - Bewertet am 31.03.2026
Zustand: Exzellent
„Queere Literatur ist auch heute noch alles andere als selbstverständlich." (S. 10) „Und jetzt queer! Lesen jenseits der Norm“ ist am 3. März 2026 im Leykam Verlag erschienen. Verfasst wurde es von Bianca-Maria Braunshofer, Marlon Brand und Tobi Schiller, begleitet von wunderschönen Illustrationen von Jasmina El Bouamraoui (El Boum). Worum geht’s? Das Buch bietet einen tiefen Einblick in die queere Literatur – ihre Geschichte, ihre Genres, ihre Verlage, ihre Kämpfe und ihre Zukunft. Es geht der Frage nach, warum der klassische Literaturkanon nur einen kleinen Teil der Welt abbildet, und zeigt gleichzeitig auf, dass queeres Schreiben und queere Kunstschaffende schon immer fester Bestandteil der Literaturgeschichte waren. Ergänzt wird das Werk durch ein Glossar, eine umfangreiche Leseliste und hilfreiche Linktipps. Meine Meinung Mich hat das Buch direkt zu Beginn abgeholt, weil es genau weiß, was es sein will – und was nicht. Die drei Autor:innen benennen im Intro klar ihre eigene Positionierung: queere, weiße, österreichische und deutsche Perspektiven, teils aus nicht-akademischen Familien, teils neurodivers, mit einem eurozentrisch geprägten Blick und bewussten Leerstellen. Für mich ist es bei einem Sachbuch (eigentlich bei jedem Buch) essenziell, dass sich Autor:innen ihrer eigenen Privilegien bewusst sind und aufzeigen, wie sie Leerstellen ausgleichen – etwa indem sie Betroffene direkt zu Wort kommen lassen. Was „Und jetzt queer!“ zudem auszeichnet, ist seine enorme Breite. Es ist weder ein reiner Essay noch eine Monografie, sondern ein echtes Kompendium. Es behandelt die Definition queerer Literatur, erklärt die politische Relevanz queerer Buchhandlungen als Orte der „Bibliodiversität“ und berichtet von Zensur sowie den kolonialen Ursprüngen anti-queerer Gesetze. Die Reise führt von Lyrik über Science-Fiction bis hin zur Frage, warum ein Kafka-Kapitel in einen queeren Kanon genauso gehört wie eines über Audre Lorde. Besonders stark: Intersektionalität ist hier keine Randnotiz, sondern zieht sich durch die Themen Klasse, Race, Neurodiversität und trans Sichtbarkeit wie ein roter Faden. Besonders relevant war für mich das Kapitel zur queeren Kinder- und Jugendliteratur, da ich in meiner beruflichen Arbeit täglich erlebe, wie wichtig Repräsentation für junge Menschen ist. Dass die österreichischen Lehrpläne 2025 das Lesen ganzer Bücher nicht mehr vorsehen, ist schockierend. In Bezug auf einen diversen Kanon möchte ich hier ergänzend auf Teresa Reichl verweisen, die in ihrem Buch „Muss ich das gelesen haben?“ in jugendgerechter Sprache den Literaturkanon auseinandernimmt. Dieser Tipp hat mir in der ansonsten hervorragenden Liste von „Und jetzt queer!“ noch gefehlt, gerade wenn es um den Schuleinsatz geht. Ein weiterer Pluspunkt ist die flexible Struktur: Man kann das Buch, wie von den Autor:innen vorgeschlagen, wortwörtlich „que(e)r lesen“. Ein kleiner Wermutstropfen sind die Querverweise auf Seitenzahlen, die in der Praxis nicht immer ganz konsistent funktionieren, wenn ein Titel mehrfach im Buch auftaucht. Last but not least: Die Illustrationen von El Boum. Mir fällt dazu nur ein: Ein wahres Feuerwerk an Farben! Ich weiß, „never judge a book by its cover“, aber allein wegen der Gestaltung ist dieses Buch ein absolutes Must-have :D Fazit „Und jetzt queer!“ ist für mich kein Buch, das man nur einmal liest. Ich sehe mich schon jetzt die umfangreichen Literaturtipps nach und nach „abarbeiten“. Die Autor:innen haben hier ein Standardwerk geschaffen, das queere Literatur nicht als Nische behandelt, sondern als das, was sie ist: ein zentraler, politisch relevanter und ästhetisch reicher Teil der Literaturgeschichte. Für alle, die lesen. Wirklich für alle. Herzlichen Dank an den Leykam Verlag für das Rezensionsexemplar! 🙏
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