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Das können wir uns nicht leisten

Miriam Davoudvandi (Broschiert, Deutsch)

5.0 Sterne
aus 1 Produktbewertung
Optischer Zustand
Beschreibung
»Dieses Buch ist für alle, die in Victory-Schuhen statt Nikes rumgelaufen sind. Für alle, die sich geschämt haben, Freunde nach Hause einzuladen. Für alle, deren einzige Freizeitgestaltung Fußball oder die Glotze war, weil für alles andere kein Geld da war. Für alle, die mehr als einmal gehört haben: Das können wir uns nicht leisten.« Um Jungs machte sie lange einen Bogen, denn Miriam Davoudvandi wusste, jeder Typ muss irgendwann ihre Wohnung von innen sehen: im schäbigen Sozialbau inmitten von Einfamilienhäusern, die vollgestellten Zimmer, das abgenutzte Bad. Die Scham, nichts bieten zu können und nicht dazuzugehören, prägte Miriam Davoudvandi spätestens seit ihrer Einschulung – und sie ist bis heute ein Teil von ihr. Inzwischen ist sie sozial aufgestiegen und verdient mehr, als ihre Eltern es je taten. Ihr Fazit: Geld macht sogar sehr glücklich. Aber zu welchem Preis? Und welche Spuren haben ihre Erfahrungen hinterlassen? Ehrlich und berührend erzählt Miriam Davoudvandi, was es bedeutet, in Deutschland arm zu sein. Dabei blickt sie nicht nur auf die offensichtlichen Schauplätze von Armut, sondern auch auf Aspekte wie Dating, Freundschaften, Familiengründung und Psyche, auf die Bedeutung des Fernsehers und das Leben als erste Studierende der Familie. Und zeigt, warum Arme sogar beim Sterben benachteiligt sind. Armut lässt sich vielleicht bemessen. Zahlen helfen jedoch nicht zu verstehen, wie sich Armut anfühlt und was sie langfristig mit Menschen macht. Umso wichtiger ist es, Miriam Davoudvandis Geschichte zu hören. Sie spricht auch für all jene, die bisher keine Stimme hatten.
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Technische Daten


Erscheinungsdatum
18.03.2026
Sprache
Deutsch
EAN
9783442763290
Herausgeber
btb
Sonderedition
Nein
Autor
Miriam Davoudvandi
Seitenanzahl
256
Einbandart
Broschiert
Einbandart Details
Paperback
Buch Untertitel
Was es bedeutet, in Deutschland arm zu sein - Von der Gastgeberin des beliebten Podcasts Danke, gut. SPIEGEL-Bestseller

Transparenz & Sicherheit

Hersteller: Btb, Neumarkter Straße 28, München, Deutschland, produktsicherheit@penguinrandomhouse.de, Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH

5.0
Aus 1 Bewertungen zu Das können wir uns nicht leisten
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Mehr als eine Frage des Geldes
Mirjan S. - Bewertet am 19.06.2026
Zustand: Exzellent
„Ich war vier Jahre alt, als ich das erste Mal spürte, dass wir arm sind.“ (S. 9) Dieser Satz steht früh in „Das können wir uns nicht leisten“ von Miriam Davoudvandi und hat sich bei mir sofort im Gedächtnis festgesetzt. Weil es sich um einen scheinbar unbedachten Kindheitsmoment handelt, der rückblickend klar macht: Hier, bereits im Alter von vier Jahren, beginnt das Bewusstsein für soziale Unterschiede (wenn auch zunächst nur als diffuses Gefühl). Davoudvandi erzählt in ihrem Buch über Klassismus in Deutschland und entscheidet sich bewusst dafür, nicht über Zahlen oder abstrakte Modelle zu schreiben, sondern konsequent aus einer biografischen Perspektive. Genau das macht den Text meiner Meinung nach so zugänglich und gleichzeitig so eindringlich. Armut wird nicht theoretisch erklärt, sondern erfahrbar gemacht als etwas, das sich nicht nur in finanziellen Einschränkungen zeigt, sondern gravierende Auswirkungen auf alle (!) Lebensbereiche hat. Meine Meinung Im Zentrum des Buches steht die Frage, wie tief soziale Herkunft in Lebensrealitäten eingeschrieben ist. Davoudvandi beschreibt, wie Armut Räume definiert und begrenzt: die Wohnung, in der Besuch unangenehm wird, die Schule, die vermeintlich Chancengleichheit verspricht, aber implizite Voraussetzungen mitbringt, oder Freizeitaktivitäten, die schlicht nicht finanzierbar sind. Es sind diese alltäglichen Situationen, die sichtbar machen, wie früh Ausschluss beginnt und wie selbstverständlich er oft hingenommen wird. Armut ist mehr als eine ökonomische Kategorie! Sie ist ein soziales und emotionales Erleben, in dem Scham ein wiederkehrendes Motiv der gesamten Erzählung ist. Sie betrifft nicht nur materielle Einschränkungen, sondern prägt Beziehungen, Selbstbild und die Art, wie man sich in der Welt bewegt. Diese Dimension von Klassismus wird selten so konsequent aus der Innenperspektive beschrieben. Die Autorin verbindet ihre persönliche Geschichte meiner Meinung nach sehr geschickt mit einer klaren gesellschaftlichen Analyse. Und der Ton ist nicht „klassisch“ sachbuchartig, sondern sehr nahbar. Das Buch bleibt nicht bei der individuellen Ebene stehen, sondern öffnet den Blick auf strukturelle Fragen: Wie entstehen soziale Unterschiede? Und warum werden sie so oft individualisiert statt systemisch betrachtet? Auch der Aspekt des sozialen Aufstiegs wird differenziert behandelt. Denn die klassische Geschichte vom „sozialen Aufstieg“ ist eine Lüge, weil Herkunft eben nicht einfach so verschwinden kann. Selbst wenn sich materielle Bedingungen verändern, bleiben Erfahrungen, Muster und Gefühle bestehen. Aufstieg ist damit immer ein ambivalenter Zustand zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Fazit „Das können wir uns nicht leisten“ ist ein sehr persönliches, zugleich politisches Buch, das einen wichtigen Beitrag zur Diskussion über Klassismus in Deutschland leistet. Es verschiebt den Fokus weg von individuellen Zuschreibungen hin zu strukturellen Bedingungen und macht deutlich, wie wenig sichtbar viele Formen von Armut im Alltag sind, obwohl sie diesen massiv prägen. Für mich ist es ein Jahreshighlight und von mir gibt es eine uneingeschränkte Leseempfehlung. Vielen Dank an den btb Verlag für das Rezensionsexemplar.
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