Alle Bewertungen, die wir veröffentlichen, wurden von echten rebuy Nutzer:innen geschrieben.
★★★★★
☆☆☆☆☆
„Und ich muss gar nichts, außer zu leben.“ – letzter Satz
Kristin G. - Bewertet am 29.06.2026
Zustand: Exzellent
Ich habe so eine Marotte, entweder gleich zu Beginn oder im ersten Drittel des Buches, blättere ich mich zum Ende & lese den letzten Satz, nur den letzten & ausschließlich diesen. Hier hat er sofort etwas in mir ausgelöst & ich ahnte, dass dieses Buch besonders ist.
Anna Katharina Scheidemantel hat… mich nicht enttäuscht, ganz im Gegenteil, ich bin jetzt noch wehmütig, dass ich dieses Buch schon beendet habe, dass ich nicht mehr gedanklich in Günderode die Hühner füttere, den Garten pflege, Wände streiche, in den Tümpel springe. Als ich in den letzten Zügen war, habe ich einer Bekannten geschrieben wie ich es genieße & mir jetzt schon eine Fortsetzung wünsche. Wenn Sophie als 70-jährige in ihrer nicht mehr ganz so Ruine sitzt & ihren Enkeln jetzt wirklich von diesem Abenteuer, dieser Entscheidung in ihrem Leben erzählt.
Für alle die noch nichts von diesem Roman gehört oder gelesen haben & sich jetzt fragen: Hühner? Ruine? Wtf? Sophie, Mitte zwanzig, im Hamsterrad von Uni, Etwas werden wollen oder müssen, zwischen Excellisten & Leitz-Ordnern gefangen, kauft in einem Moment der Unsicherheit eine Schnäppchen-Ruine irgendwo im Nirgendwo. Oder war es doch ein Moment der Klarheit der sie zu dieser Tat bewegt hat?
Ich könnte ewig über dieses Buch schreiben, was es für eine therapeutische Wirkung hat & ja ich finde, dass man es vielen Menschen mit mentalen Sorgen in die Hand drücken sollte: „Lies!“ Darüber wie ich mich selbst wiedererkannt habe, in der Umbauphase einer nicht ganz so Ruine wie Sophie ihrer, aber doch weit entfernt von neu & modernisiert. Über Existenzängste, ob man das Alles schafft, ob es die dümmste Idee war das zu tun, aber eben auch über die Zufriedenheit, Etwas selbst geschafft zu haben, über die Erkenntnis, dass man zu gern gedankliche Worst-case-Szenarien durchspielt, die so nie eintreten, die Erkenntnis das eben nicht jede Kleinigkeit ein Drama ist & sich die Gesellschaft vielleicht mal wieder abgewöhnen sollte, eines daraus zu machen.
Hat dir die Bewertung geholfen?
★★★★★
☆☆☆☆☆
Ein leiser, plätschernder Roman über das Aussteigen in die L
Laura S. - Bewertet am 25.06.2026
Zustand: Sehr gut
Ich habe das Buch geliebt und bin so sehr abgetaucht in die Stimmung und Geschichte und gleichzeitig hat mich das Buch an vielen Stellen nicht überzeugt.
Aber von vorne: Sophie steckt mitten in einem Praktikum, alle Türen scheinen offen zu stehen, doch es nagt eine große Unzufriedenheit und… Langeweile an ihr. So hatte sie sich das alles nicht vorgestellt und dann ist da diese Anzeige auf Kleinanzeigen, die sie von heute auf morgen zur Besitzerin eines Hauses auf dem Land macht. Für 3000€ erwartbar, ist das Haus eher eine Ruine, als ein bewohnbares Haus und sowieso hat Sophie eigentlich keinerlei Voraussetzungen, die das ganze Projekt zu etwas Vernünftigem machen würden - doch genau das ist vielleicht der ganze Punkt. Sie packt ihren Rucksack und findet sich in der Ruine wieder.
Wir begleiten sie dann in Prozessen des Verzweifelns, Anpackens, des Genießens und Aufgeben-Wollens und nach und nach wird das Haus zu einem besonderen Ort.
Mein großer Kritikpunkt: Die Geschichte ist an so vielen Stellen einfach sehr unglaubwürdig und unrealistisch und wirkt dann etwas klischeebeladen. An anderen Stellen wird das wieder wett gemacht und wie schon anfangs geschrieben, habe ich es trotzdem sehr genossen, dieses Buch zu lesen. Es ist sehr humorvoll geschrieben und ich habe an vielen Stellen schmunzeln müssen und habe mich mehr als einmal ertappt gefühlt in solchen Traumvorstellungen von der Landidylle. Es werden zwar auch negative und schwierige Aspekte benannt, aber für mich löst sich das alles viel zu gradlinig auf - daher auf jeden Fall ein kleiner Abzug, aber ich würde es jederzeit wieder lesen.
Hat dir die Bewertung geholfen?
★★★★★
☆☆☆☆☆
Herzensbuch!
Angelique P. - Bewertet am 14.06.2026
Zustand: Sehr gut
Der Titel des Buches hat mich direkt angesprochen und neugierig gemacht und dazu dann noch dieses wunderschöne Cover, da musste ich dieses Buch einfach lesen. Bis zur letzten Seite hat es mich nicht losgelassen und auch jetzt noch nach dem Beenden denke ich darüber nach. Der Schreibstil der Autorin… und die angesprochenen Themen haben mich nachhaltig beeindruckt. Sophie ist eine sehr authentische Protagonistin, deren Gedankengänge ich so gut nachvollziehen konnte und die so oder so ähnlich definitiv viele von uns ebenfalls schon hatten. Sie ist so mutig, als sie aus ihrem Trott und bisherigem Leben ausbricht und ihren eigenen Weg einschlägt und neue Dinge ausprobiert. Dieses Buch zeigt, was man wirklich zum Leben braucht und was schnell überflüssig wird und dass jeder straucheln kann. Gesellschaftskritisch stellt sich die Autorin hier einer Frage, die sich jeder schon mal gestellt hat: Was mache ich mal aus mir und was erwartet die Gesellschaft von mir?
Dieses Buch empfehle ich allen, die sich mal fehl am Platz fühlen und denen, die das Gefühl haben, ihr Umfeld durch bestimmte Aktionen zu enttäuschen!