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Beschreibung
Eine Klingel mit vier Namen: Paul hat das Tennisspielen aufgegeben und nichts Neues angefangen. Elif redet dauernd, fragt, nervt, lacht, als würde sie einen schon ewig kennen. Julia ist so leise, dass man nicht weiß, ob sie zu Hause ist. Und Kenni? Er weiß selbst nicht, was er in Wien will. Er musste einfach weg. Von den Leuten, die in ihm den Typen sehen, der er war, bevor er der wurde, dessen Freundin bei einem Autounfall gestorben ist. Ihre letzte Reise, ohne ihn. Obwohl sie doch einen Sommer lang Frankreich entdecken wollten. Wider Erwarten wird die WG für Kenni zur neuen Heimat. Das Leben geht einfach weiter. Auch die geplante Reise findet statt – mit Elif auf dem Beifahrersitz, was keine gute Idee ist. Zehn Jahre später, Kenni steht am Anfang seiner Karriere als Maler, treffen die vier sich in Zürich wieder. Es wird eine lange, laute Nacht, die lauter Fragen aufwirft. Erst zurück in Wien, aus Kenni ist inzwischen ein renommierter Künstler in den Vierzigern geworden, beginnt mit einem kurzen Gespräch ein Nachmittag, ein Abend, ein Anfang …
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Technische Daten


Erscheinungsdatum
22.04.2026
Sprache
Deutsch
Originalsprache
Deutsch
EAN
9783311101666
Herausgeber
Kampa Verlag
Sonderedition
Nein
Autor
Anne Freytag
Seitenanzahl
320
Auflage
1
Einbandart
Gebundene Ausgabe

Transparenz & Sicherheit

Hersteller: Kampa Verlag, Kaiserstraße 79, Frankfurt am Mai, Deutschland, 60329, info@schoeffling.de, Schöffling & Co. Verlagsbuchhandlung GmbH

4.0
Aus 1 Bewertungen zu Laute Nächte
Aus 1 Bewertungen zu Laute Nächte
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Vom Weiterleben, Trauern und Ankommen
Mirjan S. - Bewertet am 15.08.2026
Zustand: Exzellent
In "Laute Nächte" erzählt Anne Freytag von vier Menschen, die unterschiedlicher kaum sein könnten und dennoch auf besondere Weise miteinander verbunden werden. Paul, Elif, Julia und Kenni treffen in einer Wiener WG aufeinander und während für die einen das Leben gerade erst richtig beginnt, versucht Kenni vor einer Vergangenheit davonzulaufen, die er nicht einfach hinter sich lassen kann. Meine Meinung Besonders spannend fand ich, wie unterschiedlich diese vier Figuren mit dem Leben umgehen. Kenni kommt nach Wien, weil er sozusagen "flieht": weg von den Menschen, die ihn an den erinnern, der er vor dem Tod seiner Freundin war. Seine Trauer steht dabei nicht nur als großes Thema im Raum, sondern bestimmt ganz konkret seinen Alltag und seine Beziehungen, wie die folgende Beobachtung zeigt: „Wenn jemand stirbt, den man liebt, bekommt man ein gewisses Trauerfenster eingeräumt: den Part des Nicht-wahrhaben-Wollens gestehen sie einem noch zu, schätzungsweise, weil es ihnen selbst so geht. Aber mit der Zeit nimmt das Verständnis ab.“ (S. 28; E-Book) Trauer also weniger als etwas, das irgendwann vorbei ist ("Zeit heilt alle Wunden" lässt grüßen), sondern als ein Prozess, der nie ganz abgeschlossen ist. Das Weitergehen/Weitermachen ist für mich eines der zentralen Themen des Romans. Menschen verlieben sich, ziehen um, werden erwachsen, verändern sich, verlieren sich aus den Augen und finden manchmal wieder zusammen. "Laute Nächte" interessiert sich weniger für die großen dramatischen Wendungen als für die vielen kleinen Momente dazwischen. Das ist auch das, was ich an Anne Freytags Schreiben besonders mag. Mein erstes Buch von ihr war "Blaues Wunder", das für mich ein absolutes Highlight war: klug, scharfsinnig und pointiert. "Laute Nächte" ist dagegen ein völlig anderer Roman: ruhiger, emotionaler und auf den ersten Blick beinahe banaler. Aber gerade in diesen alltäglichen Situationen liegt seine große Stärke. Anne Freytag beobachtet Beziehungen, Unsicherheiten, Trauer, Freundschaften und soziale Unterschiede mit einer Genauigkeit, die auf mich unglaublich authentisch wirkt. Ich mochte auch die unterschiedlichen Lebenswelten der Figuren. Schon kleine Details machen deutlich, aus welchen Verhältnissen sie kommen: „Mein Vater würde widersprechen, in seiner Welt isst man ausnahmslos alles von Tellern, sogar Pizza, aber das sage ich nicht.“ (S. 15; E-Book ) Solche beiläufigen Beobachtungen erzählen erstaunlich viel über eine Figur, ohne dass sie ausführlich erklärt werden müssen. Überhaupt sind es diese scheinbar kleinen Sätze, die den Roman für mich tragen. denn auch die Dynamik innerhalb der WG funktioniert gerade deshalb so gut, weil die Autorin nicht versucht, Freundschaft künstlich zu dramatisieren. Stattdessen entsteht Nähe langsam und manchmal überraschend: „...ich dachte, dass es sich anfühlt, als würden wir uns ewig kennen. Freunde seit der Kindheit in nur ein paar Wochen.“ (S. 19; E-Book ) Trotz dieser Alltäglichkeit hatte ich beim Lesen nie das Gefühl, dass der Roman „nichts erzählt“. Im Gegenteil: Hinter den alltäglichen Begegnungen liegen Verlust, Schuld, Veränderung und die Frage, wie viel Vergangenheit man mit sich herumträgt. Besonders schön fand ich außerdem, wie der Roman mit Nähe funktioniert. Beziehungen werden nicht durch große Gesten beschrieben, sondern durch Gespräche, gemeinsames Unterwegssein und das allmähliche Kennenlernen eines anderen Menschen. Freytag beschreibt diesen Prozess selbst treffend als „eine Mischung aus Blind Date und emotionaler Ermittlungsarbeit. Ein aneinander Herantasten.“ (S. 44; E-Book ) Fazit "Laute Nächte" hat mich nicht auf dieselbe Weise begeistert wie "Blaues Wunder", aber Anne Freytag hat mich erneut davon überzeugt, dass sie ein außergewöhnliches Gespür für menschliche Beziehungen und die kleinen Wahrheiten des Alltags besitzt. Der Roman ist ruhiger, weniger pointiert und emotionaler; dafür aber unglaublich lebensnah. Ich konnte mich gut in die Figuren hineinversetzen, mit ihnen fühlen und leiden und wollte irgendwann einfach wissen, wie es mit ihnen weitergeht. Eine klare Leseempfehlung und großes Kino, das ich mir tatsächlich auch sehr gut als Verfilmung vorstellen könnte. Vielen Dank an den Kampa Verlag, Jung & Jung sowie Agentur ehrlich anders für das Rezensionsexemplar.
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