Autorenporträt
Volker Eigenbrod: Volker Eigenbrod, * 1962, legt hier das Buch für Sterbende in verbesserter Neuauflage vor. Sterben ist wertvoll, eine letztmögliche Entscheidungsmöglichkeit vor dem Verlassen der zeitlichen Oberflächensphäre. Die Welt ist eher Fassade, flüchtige Kulisse, doch spielt der Mensch mehr als eine kurze Rolle darin, denn etwas bleibt. Vordergründig Materie waltet doch im Hintergrund Geist - mit dem Tod werden die Verhältnisse völlig klar sein, dann aber unabänderlich: im Tode ist der Mensch, was er ist. So ist das Sterben als letzte Veränderungsmöglichkeit höchst wertvoll. Die letzte Lebenszeit - sogar die letzte Lebenssekunde - kann die wertvollste sein, in ihr ist der Umschwung noch möglich von der Nichtigkeit zum Sinn. Es ist paradox, noch im Sterben lässt sich ein Schalter umlegen vom Tod zum Leben, diametral umgekehrt also wie die Welt Sterben sieht, die nur auf die Physis schaut, nicht auf das Herz, das zwar zu schlagen aufhört, aber als geistliche Größe überdauert. Der Mensch ist einem Kunstwerk vergleichbar, im Tod ist es fertiggestellt und fällt einem Urteil anheim, zudem erhält es seinen bleibenden Ort. Der Künstler und das Kunstwerk sind identisch, der Mensch erschafft sich selbst, wenn auch nicht aus eigener Kraft, sondern die Komponenten werden ihm allesamt zur Verfügung gestellt, auch die Kreativität. Was aber macht er damit? Ein Schlachtfeld in tiefnächtlicher Winterlandschaft, aus Traumata heraus in Lebensjahrzehnten mit dunklen Haarpinselstrichen genauestens aufgetragen - bis zum Schluss kann es himmelblau übermalt werden, schönes Frühlingserwachen zeigend, dunkles Desaster getilgt. Soll das Lebenskunstwerk gelingen, ist es nötig, in der Zeit die Hand des Ur-Künstlers von vor aller Zeit zu ergreifen, sie trägt aus zeitlicher Wirksamkeit heraus ein Nagelmal im Gelenk. Gott ist Geist (Johannes 4,24), und auch der Mensch ist mehr als nur Materie. Im fortschreitenden Medienzeitalter dagegen rotieren die Menschen immer schneller um sich selbst, Hoffnungslosigkeit macht sich breit, Spaßgesellschaften versuchen Sinnlosigkeit zu überspielen, was nicht gelingen kann, da der Mensch auch und vor allem ein Geistwesen ist. Nötig ist ein Bruchgeschehen, möglich noch auf dem Sterbebett: vorher Ignoranz was das Geistliche betrifft, nachher Kindschaft. Wie es praktisch gelingt steht im Buch für Sterbende. Auf der letzten Buchseite findet sich zudem eine Emailadresse, so dass auch persönlichere Antworten gegeben werden können.
Schlagwörter
Sterben, Tod, Totenreich, Thanatologie, Geist
Hersteller: BoD - Books on Demand, Überseering 33, Hamburg, Deutschland, 22297, bod@bod.de, Books on Demand GmbH