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Beschreibung
Ein sturer Ochsenkopf gegen den Rest der Welt – Manik Sarkar seziert in seinem Roman »mit messerscharfer Präzision die Gleichgültigkeit der Gesellschaft.« Gaea Schoeters Rensing junior brennt für die Welt der Fleisch- und Wurstwaren, schon als Kind hilft er dem Vater in der Metzgerei. Er will alles moderner und effizienter machen. Noch wichtiger aber ist ihm die Qualität des Fleisches, nur das allerbeste ist gut genug für seine Kunden. Doch genau für diese Kunden fehlt ihm jedes Gespür. Stur versucht er seine Ideale zu verwirklichen, aber als immer mehr Dorfbewohner an seinem Geschäft vorbei zum Supermarkt gehen, wird sein Leben zunehmend zum Kampf eines einsamen Metzgers gegen den Rest der Welt ... »Ochsenkopf« ist ein tragikomischer Roman über einen leidenschaftlichen Menschen, der an sich selbst und den Veränderungen um ihn herum scheitert. Und Manik Sarkar fesselt die Leser:innen mit seinem bestechend unterhaltsamen Stil.
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Technische Daten


Erscheinungsdatum
21.07.2026
Sprache
Deutsch
Originalsprache
Niederländisch
EAN
9783552075948
Herausgeber
Zsolnay, Paul
Titel in Originalsprache
Ossenkop
Sonderedition
Nein
Autor
Manik Sarkar
Seitenanzahl
176
Auflage
1

Transparenz & Sicherheit

Hersteller: Zsolnay-Verlag, Vilshofener Straße 10, München, Deutschland, info@hanser.de, Carl Hanser Verlag GmbH & Co.KG

4.3
Aus 3 Bewertungen zu Ochsenkopf
Aus 3 Bewertungen zu Ochsenkopf
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nicht alltägliche Geschichte und nicht jedermanns Ding
Holger D. - Bewertet am 31.07.2026
Zustand: Exzellent
Du fragst dich wie dein Steak früher ausgesehen hat, hier erfährtst du es. Die Geschichte von Manik Sarkar beginnt gleich mit einem Mord, nein dem Tod einer Kuh wie er täglich tausendfach erfolgt, damit unser Steak auf dem Teller kommen kann. Bolzenschussgerät geladen und wieder eine Kuh weniger. Erzählt wird die Geschichte von Rensing jr. Sohn eines Metzgermeisters. Rensings große Leidenschaft ist das Fleischerhandwerk. Manik Sarkar erzählt die Geschichte dieses Eigenbrötlers von der Zeit in der Schule, dem Besuch der Fleischerfachschule, dem Kennenlernen seiner späteren Ehefrau und der Übernahme des Familienbetriebs einfühlsam und glaubwürdig. Man erlebt seine Träume mit und wie er dabei Schiffbruch erleidet bis fast zum Bankrott. Erst seine Ehefrau hilft ihn ein wenig Realitäten anzuerkennen und mit Tricks ums Überleben des Geschäfts zu kämpfen, aber es funktioniert nicht.. Rensing ist ein merkwürdiger Typ, das einzige im Leben, was sein Interesse weckt ist Fleisch. Mit Menschen umzugehen liegt ihm nicht, sein Leben verläuft eintönig und ohne jegliches Glücksgefühl. Eine melancholisch einfühlsame Geschichte die nachdenklich stimmt, wie einsam ein Leben verlaufen kann.
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Tragikomisch und messerscharf
Diana K. - Bewertet am 22.07.2026
Zustand: Exzellent
„Ochsenkopf“ von Manik Sarkar ist ein kluger, unterhaltsamer Roman über einen Mann, der mit Leidenschaft und Sturheit gegen die Veränderungen seiner Zeit ankämpft. Die Geschichte verbindet Gesellschaftskritik mit feinem Humor und zeigt eindrucksvoll, wie ein Mensch an seinen Idealen und an seiner Umgebung reiben kann. Rensing junior lebt ganz für die Welt der Fleisch- und Wurstwaren und will die Metzgerei seines Vaters moderner und effizienter machen. Dabei ist ihm die Qualität des Fleisches heilig, doch für die Wünsche seiner Kundschaft hat er kaum ein Gespür. Während immer mehr Dorfbewohner am Laden vorbeigehen und lieber im Supermarkt einkaufen, wird aus seinem Alltag ein einsamer Kampf gegen den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel. Besonders stark ist, wie Manik Sarkar die Figur des Metzgers mit messerscharfer Präzision zeichnet. Der Roman ist tragikomisch, weil er die innere Härte und Verlorenheit des Protagonisten ernst nimmt, ohne den Blick für die Absurdität seiner Situation zu verlieren. Auch der Stil überzeugt durch klare Beobachtungen, feine Zuspitzungen und einen Ton, der gleichermaßen amüsiert wie nachdenklich macht. Als Schwäche lässt sich höchstens nennen, dass die Figur durch ihre Sturheit stellenweise sehr sperrig wirkt und dadurch Distanz erzeugen kann. Gerade das passt aber auch zur Grundidee des Romans, der keinen einfachen Helden präsentiert. Wer sich auf diese Perspektive einlässt, bekommt eine dichte und originelle Lektüre. „Ochsenkopf“ ist eine empfehlenswerte Lektüre für alle, die gesellschaftliche Beobachtung, Tragikomik und starke Figuren schätzen. Manik Sarkar gelingt ein Roman, der unterhält und zugleich viel über Wandel, Einsamkeit und Selbstbehauptung erzählt.
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"Fleischeslust" in literarischer Höchstform
Karin E. - Bewertet am 21.07.2026
Zustand: Sehr gut
Ich höre schon die Kommentare: „Metzgerei? Schlachten? Das findest du gut? Im Ernst?!“ Nein, ich persönlich habe keinen Spaß an verendenden Tieren und blutigen Szenen - aber müsste sich nicht jeder fleischessende Mensch damit auseinandersetzen können?! Und: Ja! Es ist ein gutes Buch! Wenn ich beim Lesen so nah dran bin, dass ich den warmen Atem der (noch nicht getöteten) Tiere auf meiner Haut spüre, wenn ich lerne, die Dinge – in diesem Fall die Fleischtheke – aus anderer Sicht zu sehen, wenn ich plötzlich die Faszination für eine bestimmte Leidenschaft nachvollziehen kann – dann ist das für mich großartige Literatur. Und genau das passiert hier. Nicht in der afrikanischen Wildnis, sondern in der niederländischen Provinz befinden wir uns in „Ochsenkopf“. Rensing fühlt sich schon seit seiner Kindheit am wohlsten in der Metzgerei seines Vaters. Mit unglaublicher Intuition widmet er sich diesem Handwerk, erkennt das hochwertigste Vieh von weitem, zerlegt das Fleisch mühelos in die wertvollsten Stücke. Seine Meisterschaft auf diesem Gebiet führt ihn allerdings nicht zum Erfolg, denn der starrsinnige Rensing verweigert sich der wirtschaftlichen Realität und seine Kundschaft ist nicht bereit, für die angebotene Qualität zu bezahlen. – Eine scheinbar unscheinbare Lebensgeschichte, und doch fesselt sie ab der ersten Seite, weil Manik Sarkar so präzise beschreibt, wie Rensing sein Messer führt. Jeder einzelne seiner Schnitte durchs Fleisch wird zu einem Erlebnis. Gleichzeitig hält der Autor der Gesellschaft einen Spiegel vor: Wieso wissen wir sowohl gutes Essen als auch gutes Handwerk nicht mehr zu schätzen, nur weil es im Supermarkt günstigere Angebote gibt? Warum schreien wir nach Tierwohl, wollen dafür aber nicht bezahlen? Ohne Wertung, ohne Moralin, aber mit unerbittlicher, teilweise schon satirisch-grotesk anmutender Konsequenz denkt Sarkar diese Entwicklungen weiter. Und zu einem (sowohl für Konsument als auch Produzent) erschreckenden Ende, das ich mir zwar nicht gewünscht habe, aber in sich stimmig ist. Ich habe diesen Roman so gierig verschlungen wie andere ein blutiges Steak. Sarkars Schreibe – und nicht zu vergessen, auch die Übersetzung von Ruth Löbner – wirkt wie aus einem Guss. Die gewählten Metaphern nehmen Bezug zur fleischlichen Lebenswelt, die Wortwahl ist stets treffend, die Handlung überraschend spannend. Neben Rensing sind auch die anderen Charaktere, allen voran seine sich emanzipierende Frau, lebendig gezeichnet. Ein kleiner Kritikpunkt besteht in der Preisgestaltung des Verlages: 23€ für gute 170 Seiten wirken abschreckend auf ein breites Publikum. Doch genau das hätte dieser beeindruckende Roman verdient.
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