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Beschreibung
Was bleibt von einem Leben? Die internationale Bestsellerautorin Emma Cline über einen Mann auf seiner letzten Reise – aufwühlend, fesselnd und tröstlich Irgendwann im nächsten Jahr wird sein Verstand ihn vollständig im Stich lassen, so die Prognose – und schon jetzt besteht die Welt für David zunehmend aus Rätseln. Was er weiß: Cody, der auf dem Sitz neben ihm schläft, begleitet ihn auf einer…  Reise. Ein Zwischenstopp in London. Ein Abendessen mit seiner erwachsenen Tochter. Das Ziel: die Schweiz. Während die Gegenwart sich auflöst, drängt die Vergangenheit heran: die Sonntagsbraten der Kindheit. Die steifen Kleider, die David für die Kirche trug. Die Sommer im Haus seines Freundes Tom. Emma Clines neuer Roman ist ein psychologisches Meisterstück, mal komisch, mal berührend und immer fesselnd. Eine eindringliche Geschichte über die Frage, was von einem Menschen bleibt, wenn all das, was ihn ausmacht, zu verschwinden beginnt.
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Technische Daten


Erscheinungsdatum
18.08.2026
Sprache
Deutsch
Originalsprache
Englisch
EAN
9783446288379
Herausgeber
Hanser, Carl
Titel in Originalsprache
Switzy
Sonderedition
Nein
Autor
Emma Cline
Seitenanzahl
384
Auflage
2

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Hersteller: Carl Hanser Verlag, Vilshofener Straße 10, München, Deutschland, info@hanser.de, Carl Hanser Verlag GmbH & Co.KG

4.3
Aus 3 Bewertungen zu In die Schweiz
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Wenn alles zerfällt
Karin E. - Bewertet am 03.10.2026
Zustand: Sehr gut
Emma Cline beschreibt David Hastings letzte Reise – eine Reise „in die Schweiz“ – in der 3. Person Singular, also mit einer gewissen Distanz, und bleibt gleichzeitig ganz nah an David und seinem dementen Gehirn, das ungeordnet von Reizen, Wörtern, Erinnerungen und Beobachtungen geflutet wird. Die…  Orientierung in diesem sprachlichen Wirrwarr ist nicht einfach, zumal keine Redezeichen gesetzt werden, und führt gleichzeitig ganz eindrücklich vor Augen, wie schlimm es für Betroffene sein muss, denen der Verstand, irgendwann der Körper und somit das ganze Leben entgleitet. „In die Schweiz“ könnte ein Roman sein, der sich mit dem Thema Pro oder Kontra Sterbehilfe beschäftigt und verweigert sich diesem komplett. Die Frage wird viel allgemeingültiger und persönlicher: Was bleibt von einem Leben? Was bleibt ohne Kontrolle über sich? Was bleibt, wenn Beziehungen zerbrechen? Was haben wir überhaupt im Griff? Was bringen Erfolge, wenn das Ende ein ruhmloses ist? Inhaltlich ist dieses Buch somit eher ein schweres, sprachlich verlangt es eine hohe Aufmerksamkeit – und doch lässt es sich flüssig weglesen. Einen klassischen Spannungsbogen gibt es nicht, aber es mangelt auch nicht an interessanten Aufhängern: wie wird das geplante Treffen mit seiner Tochter ausfallen? Wie das Wiedersehen mit seinem früheren Studienfreund? Wieso will er überhaupt so dringend noch einmal mit ihm reden? Mir hat gefallen, wie die Autorin mit Wiederholungen spielt, wie sie anfänglich noch völlig unklare Satzfetzen irgendwann in einen Kontext bringt, wie neutral sie Davids Leben Revue passieren lässt. Der Ton ist klar, teilweise philosophisch, und driftet erfreulicherweise nie ins Sentimentale, Mitleidige oder Pathetische ab. So verwischt der Mann auf dem perfekt gewählten Cover aussieht, so nebulös bleiben manche Situationen. Einige Szenen hätten aus meiner Sicht noch einer Auflösung bedurft, einige andere Szenen wiederum waren mir zu langatmig erzählt. Die Botschaft wäre bei einer geringeren Seitenzahl wahrscheinlich noch bewegender gewesen. Doch insgesamt ist „In die Schweiz“ ein starkes Stück Literatur über Demenz und das selbstgewählte Ende eines Lebens. Eines, das eindrücklich vorführt, wie schnell und leicht die Pläne und Vorstellungen über das Leben zusammenstürzen können.
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Privilegien sind nicht mehr im Angebot
Jenny V. - Bewertet am 27.08.2026
Zustand: Exzellent
„Befremdlich, diese nur von David bevölkerte psychische Eisscholle, die ins polare Dunkel davontrieb. Manchmal war er eine Gestalt, die am Ufer stand und sich wegtreiben sah, und manchmal war er auf der Eisscholle und verlor das Land aus den Augen.“ Inhalt Es sind die letzten drei Tage im Leben…  des einst so erfolgreichen und gewandten Mannes David Hastings, dem es nie an Geld und Einfallsreichtum mangelte und der seine letzte irdische Reise nun in Begleitung seines jungen Assistenten Cody antritt. Sein Ziel ist die Schweiz: ein selbstbestimmter Abgang ohne Schmerzen, fast zivilisiert, berechenbar wie sein ganzes Leben. Vorher unternimmt er noch einen Zwischenstopp bei der ihm fremd gewordenen Tochter und seinem Jugendfreund, mit dem er sich gerne aussöhnen möchte, soweit sein eigener geistiger Zustand das zulässt. Die Fehler der Vergangenheit sind präsent, doch nicht mehr änderbar. Reue macht für David keinen Sinn, sein Geist lässt ihn immer mehr im Stich, eine weitere Anstrengung erscheint sinnlos … Meinung Nachdem zwei Romane der amerikanischen Autorin Emma Cline auf Anhieb zu meinen Lieblingsbüchern avanciert sind, war ich hier sofort bereit mich auf diese Story einzulassen. Die dringliche Situation des Protagonisten, komprimiert auf ein sehr kurzes Zeitfenster, fokussiert auf ein bedauernswertes Krankheitsbild und im Hintergrund das ethische Streitthema der Sterbehilfe – all das sind omnipräsente Themen mit Tiefgang. Dieses Buch war dennoch ganz anders als erwartet und bleibt sicherlich lange im Gedächtnis haften. Der Leser wird mit jeder Zeile in den fortschreitenden Verfall des menschlichen Geistes gezogen, immer stärker in die Abwärtsspirale gerissen und trotz großer Distanz zur Hauptfigur wird die Intimität der Situation messerscharf beobachtet. Der David Hastings, der dritten Person Singular wird zum Botschafter des Lebens: Was bleibt in den Tagen nach dem eigenen Ableben? Warum nannte sich alles davor überhaupt Leben, wenn man es nicht als solches gewürdigt hat? Eine sehr destruktive Situation gepaart mit beklemmender Angst und dementer Demut prägen den Text. Die dauerhaften Gedankensplitter, deren Sequenzen kürzer und wirrer werden, bilden die Eckpfeiler. Der Lesefluss stockt oft und einiges bleibt im Schatten verborgen. Fazit Ich vergebe gute 4 Lesesterne für ein besonderes, bewegendes Buch mit tiefgreifenden Gedankengängen und psychologischem Gespür. Zunächst hat mir diese Art der Erzählung nicht gefallen, aber es ist eine Frage der Gewöhnung. So nah wie fern scheint das Beschriebene – der Demenz und ihrer zerstörerischen Kraft werden die Worte definitiv gerecht. Man kann es wohl lieben oder hassen, für beide Gefühle bleibt Raum – mich konnte es nur wenig berühren, dafür hat es mich fasziniert und sensibilisiert und diese Kombination macht den eigentlichen Reiz des Romans aus.
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Unsichtbare Sphären
Clara S. - Bewertet am 25.08.2026
Zustand: Exzellent
David steigt in ein Flugzeug, in die Schweiz - nein - nach London. Richtig. London. Dann in die Schweiz um zu sterben. Seine Demenz wird immer schlimmer und nur lichtblitzartig erkennen wir ihn und seine Geschichte. Wir erfahren das, was ihm wichtig ist und was ihm wichtig war, was er sagen möchte…  und nicht kann und was er sagt und nicht meint. Dabei begleiten wir den ehemaligen CFO einer amerikanischen Firma auf seinen letzten Tagen vor seinem klinisch induzierten Tod. "In die Schweiz" wird viele Leser*innen unzufrieden hinterlassen, deshalb will ich es ganz bewusst nicht pauschal empfehlen will, aber trotz meiner anfänglichen Verwirrung, die ich ganz brüderlich mit David teilte, ließ es mich einfach nicht los. Emma Clines Sprache ist so wahnsinnig feinfühlig und so schmerzhaft akkurat und "In die Schweiz" ist ein tolles Beispiel dafür. Sie legt die "unsichtbaren Sphären" frei in denen sich David bewegt, wenn er sich an seine Kindheit erinnert oder die einst wichtigen Zahlen vergisst. "Ich begehre meine Begierden nicht mehr" lässt sie David sagen und schreibt eine Elegie für ihn, für die Zeit und die, um welche sich unsichtbare Sphären ohne künstliche Begierden und kaschierter Menschlichkeit formen. Und da ist noch die Elite mit ihren teuren Uhren und Privatjets, die der Melancholie und Nostalgie trotz allem nicht auskommen. Eine verdiente Booker-Prize-Nominierung und auch super Übersetzungsarbeit von Nikolaus Stingl. Vielen Dank an das Vorablesen-Team und den Hanser-Verlag für das Rezensionsexemplar. (Noch eine zynische Anmerkung zum Cover: Nicht nur ästhetisch langweilt einen das deutsche Cover, sondern auch David (Nemo) - Schlafmütze und Kerzenhalter an der ausgestreckten Hand, alles kurz anleuchtend bevor es wieder verschwindet - taumelt und fällt nicht. Ein perfektes Bild zunichte gemacht. Stattdessen die billige Metapher eines sich auflösenden Mannes in Aquarell. Wenig originell.)
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