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Jette Kötschau (Gebundene Ausgabe, Deutsch)

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Beschreibung
Wie findet man zurück in eine Freundschaft, die erwachsen geworden ist? Während ihres Studiums verbrachten Merle, Katharina und Henri die Nachmittage im Park und versackten nach durchfeierten Nächten auf Henris Schlafcouch. Sie waren frei und die Zukunft verschwommen und verheißungsvoll. Es war eine dieser Freundschaften, die sich selbstverständlich, leicht und unbeschwert anfühlen. Für die man sich nicht anstrengen muss. Doch jetzt sind die drei erwachsen, die Treffen seltener, die Anforderungen größer. Merle hat ein Baby und versucht, sich in ihrer neuen Rolle zurechtzufinden, Henri ringt mit dem Tod ihrer Großmutter, und Katharina weiß nicht, ob sie nach zehn Jahren Beziehung noch mit ihrem Partner zusammen sein will. Plötzlich scheinen die Themen, die sie voneinander trennen, ungleich größer zu sein als die Gemeinsamkeiten, die sie früher verbanden. Während jede für sich mit den Herausforderungen der Realität kämpft, wächst die Sehnsucht nach der alten Nähe und Vertrautheit. Doch wie hält man eine Freundschaft, deren Teile wie Eisschollen auseinanderdriften?
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Technische Daten


Erscheinungsdatum
17.07.2026
Sprache
Deutsch
EAN
9783463000893
Herausgeber
ROWOHLT Kindler
Sonderedition
Nein
Autor
Jette Kötschau
Seitenanzahl
240
Auflage
1
Einbandart
Gebundene Ausgabe
Einbandart Details
mit Schutzumschlag
Schlagwörter
Freundinnenroman, Moderne Frauenliterarur, Erwachsenwerden, Nähe und Selbstverlust, Freundschaft, Freundschaftsroman, Lebensveränderungen, Mutterschaft, Freundinnen, Aufbruch und Veränderung, Lebensphase, Debütroman
Thema-Inhalt
FBA - Moderne und zeitgenössische Belletristik: allgemein und literarisch FXD - Belletristik: Themen, Stoffe, Motive: Liebe und Beziehungen
Höhe
210 mm
Breite
13.3 cm

Transparenz & Sicherheit

Hersteller: Kindler Verlag, Kirchenallee 19, Hamburg, Deutschland, produktsicherheit@rowohlt.de, Rowohlt Verlag GmbH

4.0
Aus 2 Bewertungen zu Dabei waren wir uns immer so nah
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Wenn Freundschaften sich verändern
Saskia N. - Bewertet am 12.08.2026
Zustand: Exzellent
Das Buch handelt von drei ehemals besten Freundinnen Anfang 30, die sich aufgrund ihrer unterschiedlichen Lebenssituationen und Alltagsrealitäten mittlerweile ziemlich auseinandergelebt haben. Während Merle Schwierigkeiten hat, in ihre Rolle als frischgebackene Mama hineinzufinden und dabei immer wieder mit der Angst kämpft, sich selbst zu verlieren, wünscht sich Katharina nichts sehnlicher als ein gemeinsames Kind mit ihrem langjährigen Partner. Henri wiederum möchte ein eigenes kleines Kino eröffnen und stellt zunehmend fest, dass das Konzept einer klassischen, heteronormativen Partnerschaft nicht wirklich zu ihr passt. Die große Stärke des Romans sind für mich definitiv die sehr realitätsnahen und vielschichtigen Frauenfiguren, mit denen ich mich stellenweise sehr stark identifizieren konnte. Themen wie Zukunftsplanung, Ängste und persönliche Gedankenspiele werden sehr nachvollziehbar und auf emotional tiefgründige Weise behandelt. Besonders gut hat mir gefallen, wie authentisch die unterschiedlichen Lebensentwürfe dargestellt werden, ohne einen davon als den „richtigen“ Weg darzustellen. Zudem zeigt das Buch sehr schön, wie schwierig es mit zunehmendem Alter werden kann, die Leichtigkeit und Unbeschwertheit der Jugend in Freundschaften zu bewahren, wenn gleichzeitig immer mehr Verantwortung und persönliche Herausforderungen dazukommen. Die Freundschaft wird dabei nicht nur als etwas Schönes, sondern manchmal auch als zusätzliche Last im ohnehin schon vollen Alltag dargestellt.
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Wenn Freundschaften erwachsen werden
Mirjan S. - Bewertet am 29.07.2026
Zustand: Exzellent
Was passiert mit Freundschaften, wenn das Leben plötzlich nicht mehr nach denselben Regeln funktioniert? Wenn aus spontanen Treffen Terminabsprachen werden, aus gemeinsamen Zukunftsvorstellungen unterschiedliche Lebensentwürfe und aus der vertrauten Nähe der Jugend eine vorsichtige Distanz? Genau diesen Fragen widmet sich Jette Kötschau in ihrem Debütroman "Dabei waren wir uns immer so nah" (erschienen im Juli 2026 bei Rowohlt). Worum gehts? Henri, Merle und Katharina waren überzeugt, dass ihre Freundschaft selbstverständlich und dauerhaft sein würde. Doch mit Anfang dreißig stehen sie an sehr unterschiedlichen Punkten: Während Henri ihren Traum vom eigenen Kino verfolgt und ihr Leben frei und ungebunden gestaltet, ist Merle durch Mutterschaft und Care-Arbeit in einem völlig neuen Alltag angekommen. Katharina wiederum hinterfragt nach zehn Jahren Beziehung ihre Partnerschaft und ihren bisherigen Lebensweg. Der Roman erzählt nicht nur von einer Freundschaft, sondern auch davon, wie gesellschaftliche Erwartungen und persönliche Entscheidungen beeinflussen, wer wir werden. Meine Meinung Ein Highlight für mich war definitiv die Perspektive oder besser gesagt die Perspektiven: Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht der drei Freundinnen erzählt. Dadurch entsteht kein einseitiges Bild, sondern ein vielschichtiges Porträt dreier Frauen, die jeweils mit ihren eigenen Herausforderungen kämpfen. Kötschau zeigt, dass Distanz in Freundschaften nicht unbedingt bedeutet, dass die Verbindung verschwunden ist; manchmal entstehen Brüche gerade dort, wo Menschen sich eigentlich am nächsten sind, aber sich aus versch. Gründen in Stilschweigen hüllen. Am meisten anfangen konnte ich mit Merles Perspektive. Auch ohne eigene Kinder wurden die Konflikt rund um Mutterschaft, Identität und Mental Load von der Autorin sehr gut nachvollziehbar herausgearbeitet. Grad auch das Thema unsichtbare Arbeit, die häufig und vor allem wenn erst einmal Kinder da sind, weiterhin bei Frauen landet, hat viel Platz bekommen. "Dass sie etwas sagen musste, dass sie sich freinehmen musste, während er die ganze Zeit freihatte und das Babysitten eine Ausnahme war.“ (S. 40) Diese (Merles) Beobachtung trifft einen zentralen Konflikt des Romans: Nicht fehlende Liebe ist oftmals das Problem, sondern unterschiedliche Vorstellungen davon, was selbstverständlich ist. Auch die Veränderung der Freundschaft selbst wird feinfühlig dargestellt. Besonders schön ist die Beschreibung der früheren körperlichen Nähe zwischen den Freundinnen und wie diese durch neue Lebensphasen verloren geht: „Nun hatte sich plötzlich das Erwachsensein zwischen sie geschoben, die langjährigen Beziehungen, das Kind, Henris viele Dates.“ (S. 50) Der Roman findet darin einen sehr nachvollziehbaren Gedanken: Freundschaften verändern sich nicht nur durch Konflikte, sondern auch durch Umstände. Oft fehlt es nicht an der Zuneigung, sondern an Raum, in dem sie stattfinden kann. Trotz dieser spannenden Themen konnte mich der Roman mich emotional iwie nicht vollständig erreichen. Ich habe ihn grundsätzlich gerne gelesen, denn die Geschichte liest sich leicht und die Figurenkonstellation bietet viele interessante Ansatzpunkte. Gleichzeitig habe ich mich mit keiner der drei Protagonistinnen wirklich identifizieren können. Gerade der zentrale Konflikt (warum die Freundinnen so lange brauchen, um endlich miteinander ins Gespräch zu kommen) bleibt für mich etwas schwer nachvollziehbar. Sprachlich ist das Buch angenehm geschrieben. Kötschau erzählt ruhig und zugänglich und schafft viele treffende Beobachtungen. Dennoch hat mir auch hier iwie das besondere Etwas gefehlt, damit der Roman über die bloße Geschichte hinaus nachhaltig im Gedächtnis bleiben würde. Die Auseinandersetzung mit den verschiedenen weiblichen Lebensentwürfen macht das Buch aber dennoch lesenswert. Henri steht für einen selbstbestimmten Weg ohne klassische Familienplanung, Merle für die Herausforderungen von Mutterschaft und Care-Arbeit, Katharina für die Unsicherheit, wenn ein bisher festgelegtes Leben plötzlich nicht mehr passend erscheint. Der Roman zeigt dabei keine „richtige“ Lebensentscheidung, sondern wie schwierig es sein kann, die eigene Identität innerhalb gesellschaftlicher Erwartungen zu bewahren. Fazit "Dabei waren wir uns immer so nah" ist ein zugänglicher Roman über Freundschaft, Veränderung und die Frage, wie viel Nähe verschiedene Lebenswege aushalten können. Besonders gelungen finde ich sind die Beobachtungen rund um Mutterschaft, Mental Load und gesellschaftliche Erwartungen an Frauen. Gleichzeitig fehlte mir sowohl das Identifikationspotenzial mit den Figuren als auch die sprachliche Besonderheit. Ein schönes Buch für Leser:innen, die Geschichten über Freundschaften im Erwachsenenalter und aktuelle feministische Themen mögen. Für mich war es eine angenehme Lektüre mit einigen starken Gedanken und markierten Stellen. Danke an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar.
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