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Beschreibung
Reicht die Liebe im Zweifel? Michelle ist Anfang dreißig, als ihr Leben im Osten des Landes auseinanderbricht. Sie lässt alles hinter sich und fängt von vorne an: Als Rezeptionistin eines Hotels trifft sie auf Luxus, westdeutschen Reichtum und – Henry. Einer, der ganz andere Startmöglichkeiten hatte als sie, dem es nie an irgendetwas gemangelt hat. Sie verlieben sich, allen Unterschieden zum Trotz. Es erscheint Michelle zum ersten Mal möglich, ein sorgloses Leben. Aber es wäre kein Buch von Ruth-Maria Thomas, wenn nicht alle schönen Gewissheiten irgendwann gehörig ins Wanken gerieten ... Mit großer Sogkraft und berückender Leichtigkeit erzählt der Roman von Aufstiegswünschen, Abstiegsängsten und von der Frage, was Freiheit und Sorglosigkeit für einen Preis haben.
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Technische Daten


Erscheinungsdatum
30.07.2026
Sprache
Deutsch
EAN
9783423285766
Herausgeber
dtv Verlagsgesellschaft
Sonderedition
Nein
Autor
Ruth-Maria Thomas
Seitenanzahl
304
Auflage
2
Einbandart
Gebundene Ausgabe
Buch Untertitel
Roman | Nach »Die schönste Version« das neue Buch der Bestseller-Autorin. Ein moderner Liebesroman über die kleinen und noch größeren Gräben unserer Gesellschaft

Transparenz & Sicherheit

Hersteller: dtv Verlagsgesellschaft, Tumblingerstraße 21, München, Deutschland, 80337, produktsicherheit@dtv.de, dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG

4.5
Aus 4 Bewertungen zu Die zweitgrößte Liebe
Aus 4 Bewertungen zu Die zweitgrößte Liebe
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Alle Bewertungen, die wir veröffentlichen, wurden von echten rebuy Nutzer:innen geschrieben.
Echt, klug, zart
Janni K. - Bewertet am 06.08.2026
Zustand: Exzellent
Mit ihrem zweiten Roman beweist Ruth-Maria Thomas wieder ihr besonderes Gespür und eine stark ausgeprägte Feinfühligkeit für zwischenmenschliche Dynamiken. Diese Geschichte ist nicht so grausam wie die erste der Autorin, aber spricht genauso wichtige gesellschaftliche Themen an. Auf den ersten Seiten lernen wir Henry kennen. Es wird dann die Geschichte des Kennenlernens mit Mishelle erzählt. Die Dynamik dieses Paars wird durch einige Ungleichheiten geprägt: Seine Art, sich in die Liebe zu stürzen und sehr stark zu empfinden, holt bei ihr eher das Gefühl hoch, dem nicht entsprechen zu können, nicht genug zu sein. Dazu kommt noch ein großer Unterschied der finanziellen Situationen der beiden und der damit verbundenen Weise, wie sie aufgewachsen und erzogen worden sind. Die beiden werden so gezwungen, sich mit den Themen Abhängigkeit und Selbstständigkeit in einer Beziehung auseinanderzusetzen und gegen Vorurteile zwischen Gesellschaftsschichten zu kämpfen. Die Autorin schafft es, die Charaktere so authentisch und sympathisch zu zeichnen, dass man total mit ihnen mitfiebert und sich gut wiederfindet. Ihre Sprache macht das Lesen sehr angenehm und man fliegt geradezu durch das Buch! Große Empfehlung!
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Fein beobachtete Gesellschaftskritik mit etwas zu viel emoti
Vanessa B. - Bewertet am 03.08.2026
Zustand: Exzellent
Ich habe „Die schönste Version“ von Ruth-Maria Thomas geliebt und hatte entsprechende Erwartungen an ihren zweiten Roman. Doch auch, wenn ich die Geschichte inhaltlich mit ihrer Gesellschaftskritik wirklich ausgereift fand, ist sie doch nur die zweitgrößte Liebe geworden. 😉 Thomas gelingt es auch hier wieder, ihren markanten Ton beizubehalten. Sie schreibt rau und nüchtern, wechselt zwischen direkter und indirekter Rede. Das erhöht den Anspruch der Geschichte und ich mag den Wiedererkennungswert sehr, obwohl ich in diesem Roman mehr damit zu kämpfen hatte. Inhaltlich habe ich absolut nichts zu meckern. Das Aufeinanderprallen der verschiedenen Klassen von Michelle und Henry ist glaubwürdig-schmerzhaft geschrieben und fein beobachtet. Henrys Klassismus zeigt sich so subtil, dass aufmerksames Lesen angeraten ist - und das, obwohl er grundsätzlich eine freundliche, reflektierte Figur ist. Über Michelle wiederum wird eindrücklich abgebildet, wie finanzielle Not das komplette Leben bestimmt und wie sich das Erbe eines Aufwachsens in Armut fortsetzt. Besonders reizvoll fand ich die späteren Passagen, in denen Michelle einen Klassenaufstieg durchlebt und mit ihrem eigenen veränderten Verhalten konfrontiert ist. Bei all den positiven Aspekten gibt es allerdings einen großen Punkt, der verhindert hat, dass dieses Buch zu einem erneuten Highlight wird. Emotional war ich überwiegend sehr distanziert. Obwohl beide Hauptfiguren greifbar geschrieben sind und wir viele Einblicke in ihr Innerstes bekommen, habe ich mich auf Gefühlsebene eher ausgeschlossen gefühlt. Das betrifft vor allem die Beziehung der beiden. Trotz aller Hürden wurde sie zwar als liebevoll und intensiv beschrieben, das habe ich aber nicht fühlen können. Die Chemie der beiden hat sich mir einfach nicht wirklich gezeigt. Vielleicht liegt es auch am Thema, dass ich dem Debüt näher war als diesem Werk jetzt. Die Autorin bleibt für mich eine hochtalentierte literarische Stimme, die ich weiterverfolgen werde. Ihr Feingefühl, mit dem sie gesellschaftliche Themen zwischen ihren Figuren auf komplexe Art verhandelt, ist beeindruckend. Und auch, wenn ich mich hier beim Lesen mehr anstrengen musste, sind die 300 Seiten doch erstaunlich schnell verflogen und ich empfehle das Werk sehr.
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Das Bildnis einer Beziehung
Jenny V. - Bewertet am 01.08.2026
Zustand: Exzellent
"Es schmerzte in ihrer Brust, weil sie sich nicht in diesem Bild ausruhen konnte. Wo waren Maurice und Húng, Lara und Claudia und die getauften Kinder, die Henry sich wünschte, es passte nicht ins Bild, sie schaffte es nicht, sich all das zusammen vorzustellen." Inhalt Als sich Henry und Michelle kennenlernen passt einfach alles, füreinander sind sie wie Sonne und Mond, endlich ein Gegenüber, dem man volles Vertrauen entgegenbringt, der das eigene Leben leicht und schön erscheinen lässt und mit dem eine Zukunft mehr als verheißungsvoll erscheint. Aus einem emotionalen Strohfeuer erwacht bald die Art von Liebe, die sich jeder wünscht und da kann man über kleine Differenzen hinwegsehen. Für Michelle ist es nicht leicht, sich in das unbedarfte, sorgenfreie Leben ihres neuen Partners einzufinden, doch obwohl sie ein Konto voller Schulden hat, einen Bruder, den sie finanziell unterstützen möchte und mittlerweile Gelegenheitsdiebstähle kultiviert hat, um irgendwie über die Runden zu kommen, empfindet sie großen Respekt vor Henry. Dieser teilt vollkommen uneigennützig mit ihr, lässt sie in seine Wohnung ziehen, finanziert ihren Lebensunterhalt und motiviert sie dazu, endlich ihrer Passion nachzugehen, anstatt dem schlecht bezahlten Aushilfsjob an der Hotelrezeption. Doch nach zweieinhalb Jahren wird deutlich, wie unterschiedlich ihre Maßstäbe sind, wie ein unausgewogenes Verständnis von Besitz und Geld zu immer größeren Brüchen führt und letztlich zu der Einsicht, dass die Liebe nicht jede Lücke zu füllen vermag ... Meinung Dieses Buch habe ich mir direkt als Wunschbuch bei vorablesen gesichert, nachdem mich der Vorgängerroman der deutschen Nachwuchsautorin Ruth-Maria Thomas dermaßen fasziniert hat, dass ich mir sicher war, hier zumindest die "zweitgrößte Liebe" zu finden. Aufgrund der gesteigerten Erwartungshaltung, habe ich hier zwischen den Zeilen immer noch etwas mehr gesucht: mehr Tiefe, mehr Verständnis, mehr Emotionen. Die beiden Protagonisten empfand ich hier etwas zu klar umrissen, teilweise mit vorhersehbaren Gefühlen und dennoch mit einer gewissen Distanz. Im Vordergrund der Erzählung steht hier nicht die perfekte Beziehung, sondern die unterschiedlichen Prämissen der handelnden Personen, die aus vollkommen anderen sozialen Schichten stammen. Das latente Unverständnis des einen über die seltsamen Befindlichkeiten des anderen im Umgang mit Geld häuft sich, kleine Risse tun sich auf, die schließlich zu tieferen Gräben wachsen. Es ist gleichsam eine Milieustudie über verschiedene Ausgangssituationen in diversen Gesellschaftsschichten und damit sind nicht nur materielle Werte verbunden, sondern auch Ängste, Wünsche und Hoffnungen für die Gegenwart und Zukunft. Zwischen Faszination, kontrolliertem Nachgeben und der Erfüllung der eigenen Vorstellungen zwischen den Partnern handelt dieses Buch. Der Schreibstil ist einprägsam, akzentuiert und bringt vieles auf den Punkt. Der Roman liest sich sehr gut und hinterlässt eine gewisse Beklemmung aber auch ein tieferes Erkennen. Fazit Ich vergebe gute 4 Lesesterne für diesen ausgereiften, speziellen und nachvollziehbaren Roman, der mich dennoch weniger gefesselt hat, als erhofft. Vielleicht ist das ein ganz persönliches Empfinden, denn obwohl ich sowohl Michelle als auch Henry absolut glaubwürdig und konsequent empfand, bleibt hier die Thematik zu banal. Irgendwie hatte ich beim Lesen immer das Gefühl: das kennst du doch, es gibt zahlreiche solche Beispiele. Irgendwie hätte ich mir weitere Ansatzpunkte gewünscht, bzw. mehr Eindrücke von außen, von Familienmitgliedern, Freunden oder Arbeitskollegen. Darüber hinaus hätte es hier eigentlich gut klappen können, wenn man außer Liebe und Sex wirklich aufrichtige, intensive Gespräche geführt hätte. Manchmal war mir Henry einfach zu weich und unentschlossen und Michelle zu hart und verbohrt. Klar, niemand kann über seinen Schatten springen und die Ursachen wurden hier umfassend beleuchtet, nur zwischendrin hätte es vielleicht diesen einen Weg gegeben, der hier für ein Gelingen der Beziehung möglich gewesen wäre. Die Autorin hat ihn nicht gewählt, sondern ihre Protagonistin in ihr eigenes Leben entlassen: "Aber ich kann dir nicht beides geben: ich bleiben und gleichzeitig die werden, die wirklich in deine Welt passt." Ein sehr lesenswertes Buch, mit winzigen Abstrichen für mich und wenn das nächste Werk der Autorin erscheint, bin ich definitiv wieder mit im Boot.
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Kann Liebe alles überstehen?
Mirjan S. - Bewertet am 30.07.2026
Zustand: Exzellent
Nach "Die schönste Version" beweist Ruth-Maria Thomas mit "Die zweitgrößte Liebe" erneut, wie präzise sie gesellschaftliche Themen in Literatur übersetzen kann. Im Mittelpunkt steht Michelle, die nach einem Neuanfang Henry kennenlernt. Sie verlieben sich. Gleichzeitig könnten ihre Voraussetzungen kaum unterschiedlicher sein. Während Henry finanzielle Sicherheit nie hinterfragen musste, ist Existenzangst für Michelle ein ständiger Begleiter. Was mich anfangs schon überrascht hat: Ich war zwar sofort in der Geschichte drinnen, hatte aber gleichzeitig das Gefühl, dass sie eher vor sich hinplätschert. Erst nach und nach habe ich dann aber verstanden, dass genau darin die große Stärke dieses Romans liegt. Ruth-Maria Thomas erzählt nicht von den großen, offensichtlichen Klassenunterschieden. Sie zeigt sie in Blicken, Gesprächen und scheinbar beiläufigen Alltagssituationen. Genau dadurch entfalten sie im Endeffekt ihre ganze Wucht. Nachhaltig in Erinnerung geblieben und super schmerzhaft fand ich die Gespräche zwischen Michelle und Henry über das Thema Geld. Als Michelle fragt, wie es sich anfühlt, abgesichert zu sein, antwortet Henry: „Es fühlt sich … normal an. Schätze ich. Es ist etwas … Selbstverständliches für mich.“ (S. 89). Wenig später beschreibt Michelle Existenzangst mit einem scheinbar simplen Satz, der aber einfach alles sagt: „Es ist, als würde über allem ein Schatten liegen.“ (S. 90). Mit diesem Satz wird nämlich sichtbar, dass Armut sich auf einfach aaaalles auswirkt. Eine kleine "fremde" Leseempfehlung möchte, nein MUSS ich an dieser Stelle aussprechen: Wer sich bisher wenig mit Klassismus und Armut beschäftigt hat, sollte zusätzlich "Das können wir uns nicht leisten" von Miriam Davoudvandi lesen. Das Sachbuch liefert viele Hintergründe, die zahlreiche Situationen aus dem Roman hier noch einmal auf einer ganz anderen Ebene verständlich machen. Aber zurück zu "Die zweitgrößte Liebe": Was diesen Roman für mich auch ganz besonders macht ist, dass die Autorin nie mit erhobenem Zeigefinger erzählt. Henry ist, obwohl reich, kein Antagonist. Seine Fürsorge ist ehrlich. Trotzdem zeigt der Roman, wie unterschiedlich Liebe aussehen kann, wenn zwei Menschen mit völlig verschiedenen Erfahrungen von Sicherheit, Risiko und Zukunft aufgewachsen sind. Diese Ambivalenz macht die Geschichte für mich sooooo stark. Auch sprachlich hat mich der Roman begeistert. Ruth-Maria Thomas schreibt unglaublich nahbar und beobachtet den Alltag mit einer Präzision, die mich an Anne Freytag erinnert. Nichts wirkt überhöht, und doch steckt in vielen Sätzen eine enorme gesellschaftliche Wucht. Über das Ende möchte ich bewusst nichts verraten. Nur so viel: Ich saß am Schluss weinend da vor lauter Wut und Traurigkeit über die Ungerechtigkeiten des Lebens. Fazit "Die zweitgrößte" Liebe ist ein unglaublich kluger, fein beobachteter und emotional kraftvoller Roman über Liebe, Klassismus und die Frage, wie frei wir in unseren Entscheidungen wirklich sind. Für mich eine absolute Leseempfehlung und eines der Bücher, das mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird; und das ich in Zukunft sicher noch oft empfehlen werde.
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