Autorenporträt
Kevin Vennemann geb. 1977, hat nach der Schule in Köln, Innsbruck und New York als Totengräber, Fließbandarbeiter, Kellner, Aushilfslehrer für Deutsch und Englisch sowie als Hotelportier gearbeitet. Zurzeit lebt er in Berlin, wo er Neue deutsche Literatur, Neueste Geschichte und Judaistik studiert.
393217052-0LeseprobeEINER, DER AUS LARAMIE WAR, hob den Arm und zielte. Er zielte genau, er wollte treffen, er war aus Laramie. Willy, sein Name. Er saß am Küchenfenster, die Straße war breit und schwarz, ein gewölbter Hügel lag dahinter, einem Schinken gleich, mit Mais garniert. Mais baut man viel an in dieser Gegend, Gerste und Roggen ab der Rückseite des Schinkens. Auf dem Hof stand das Vieh - ein Pferd, ein Schwein, eine Kuh. Eine armselige Gegend. Willy aus Laramie zielte auf den Bauernhof links, auf die Scheune aus roten Backsteinen, er hatte sie gebaut. Willy zielte auf die Scheune, auf den Heuschober im Giebel, etwas Heu lag schon darin. Noch mehr Heu zogen sie über ein Fließband hinauf, der Junge im offenen Giebel, ein Traktor am Boden, der Motor lief. Im letzten Jahr hatte auch Willy noch Heu einholen geholfen, und vier Jahre zuvor den ganzen Sommer geopfert, die rote Scheune fast alleine fertiggestellt. In Laramie hatte Willy mauern gelernt, er nannte die Scheune sein Meisterwerk, der Bauer war sein Nachbar. Willy selbst war kein Bauer, er besaß eine Wiese, ein Pferd, eine Kuh, alle paar Jahre ein Schwein. Einen kleinen Heuschober, gefüllt mit genug Heu für das Pferd, die Kuh, das Schwein alle paar Jahre. Für eine eigene Scheune fehlte ihm das Geld, also hatte er die Scheune des Bauern mit großer Freude gebaut, und ebenso große Freude hatte er auch immer schon am Heu einholen gehabt: die Sonne, der Schnaps, das Brot, der Schinken, die Magd. Willy hatte die Scheune gebaut, nun zielte er auf sie, dem Jungen zwischen die Augen. Der Schober war fast voll, auf dem Küchentisch vor Willy eine runde Bonbondose randgefüllt. Schrot darin. Zwei stecknadelkopfgroße Trichter mit ihren spitzen Enden aneinander gesteckt: Schrot. Echter Laramie-Schrot, und der Bauer Willys Nachbar. Er war sein Freund gewesen.
393217053- 9SchlagzeileErstes Buch zum Thema Streetbasketball mit Hintergrundberichten und Infos über mehr als 100 Freiplatzlocations in allen Bundesländern. Der Autor organisiert 2002 eine professionelle Streetbasketball-Liga in Deutschland.
393217053-9KurztextWar "Streetball" Anfang der 90er Jahre noch ein Produkt großer Sportartikelfirmen, so ist es heute eine der wichtigsten Bewegungen urbaner Jugendkultur. Freiplätze sind aus Deutschlands Städten nicht mehr wegzudenken. Hier wird zu Hip-Hop-Beats geworfen, gepaßt und gedribbelt, was das Zeug hält. Beeinflußt vom Streetbasketball made in USA, aber frei von Regeln des heimischen Vereinsbasketballs, kreieren die Jugendlichen ihr "eigenes" Spiel.