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Beschreibung
»Was immer Alexandra Stahl schreibend unter die Lupe nimmt, entfaltet eine eigentümliche Schönheit. Ihr Ton verwandelt alles in trostreiche, sehr lustige Sätze.« (Katja Oskamp) Frangfodd is schlimmer als Tschikago! Mit dieser Warnung des Großvaters, der fast Amerikaner geworden wäre, aber doch Elektriker in Unterfranken blieb, wächst die Ich-Erzählerin auf. Ihre Großmutter hat es mit Katzen und Puppen, ihr Großvater hält sich an Steckdosen und Kabel. Auch wenn die beiden zanken wie Laurel und Hardy – sie verbindet diese eine Art von Liebe, die siebenundfünfzig Jahre hält. Als der Großvater stirbt, beginnt die Erzählerin als Freiwillige in einem Berliner Seniorenheim – ohne zu ahnen, wie sehr ihre alte und ihre neue Welt zusammengehören. Frau Bellmann, die Wasserratte vom Werbellinsee. Herr Uhlig, der Träumer, der Schach mit der dänischen Königin spielen will. Frau Schubert mit ihrem scheuen Lächeln. Mit scharfem Blick und großem Herz erzählt Alexandra Stahl vom Älterwerden. Von den Dingen, an die man nicht denkt, bis sie passieren. Und von den Dingen, an die man nicht denken will, bis sie passieren. Ein atemberaubend zärtliches Buch über unsere Vergänglichkeit und das Abschiednehmen – und darüber, was wir festhalten können, wenn alles andere verschwindet.
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Technische Daten


Erscheinungsdatum
30.07.2026
Sprache
Deutsch
EAN
9783546101639
Herausgeber
Claassen
Sonderedition
Nein
Autor
Alexandra Stahl
Seitenanzahl
272
Auflage
1
Einbandart
Gebundene Ausgabe
Einbandart Details
mit Schutzumschlag

Transparenz & Sicherheit

Hersteller: Claassen-Verlag, Friedrichstraße 126, Berlin, Deutschland, 10117, produktsicherheit@ullstein.de, Ullstein Buchverlage GmbH

5.0
Aus 1 Bewertungen zu Tschikago
Aus 1 Bewertungen zu Tschikago
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Fragmentarisch, lebensecht, tröstlich
Karin E. - Bewertet am 12.08.2026
Zustand: Sehr gut
Den Titel auf der Buchrückseite „Winken bis zum Schluss“ hätte ich passender gefunden. Denn genau darum geht es hier: um die eigenen Großeltern, um die Bewohner eines Altersheims (pardon, Seniorenresidenz), um das Älterwerden, ums Abschiednehmen („winken“) ums Sterben („bis zum Schluss“), aber vor allem auch ums Erinnern. Im ersten Teil „Frankfurt ist schlimmer als Chicago“ erinnert sich die Autorin augenzwinkernd an ihre Kindheit, die von ihren liebevoll streitenden Großeltern geprägt war, im zweiten Teil „Waren sie schon mal im Internet?“ erinnern sich die Senioren und Seniorinnen der sogenannten Biografiegruppe. An die D-D-D-R, an Ehemänner, an Dörfer, an Ulan-Bator, an kalte Seen. An manch anderes erinnern sie sich nicht mehr. Der dritte Teil wagt sich an die Frage, inwieweit diesen Erinnerungen zu trauen ist, ob sie „wahr“ genug sind, um sie aufzuschreiben, und was dieses Erinnern mit uns Menschen macht. Schon diese Aufteilung und dann noch das weitere Zerteilen in Kapitel, Unterkapitel und Abschnitte macht klar, dass es sich bei diesem Buch nicht um einen klassischen Roman handelt (obwohl es – wahrscheinlich aus Mangel an sinnvollen Alternativen – so bezeichnet wird), sondern mehr um eine Sammlung von Anekdoten, Beobachtungen, Gesprächen, Zitaten und Reflexionen. Es ist ein Buch zum Mit-Denken und Mit-Fühlen, und das wird einem von Alexandra Stahl leicht gemacht. Ihre Beschreibungen sind knapp, aber treffend, trotz des fragmentarischen Aufbaus kann man gut vom Main nach Berlin und zurück folgen. Was sie erzählt, ist so alltäglich, dass man es greifen kann, wirkt aber nie banal. Vielleicht, weil es im Leben eben wirklich um die kleinen Dinge geht. Diese Erkenntnis berührt, wenn man in Stahls empathischem, fast zärtlich-humorvollem Schreibstil von diesen ach so gewöhnlichen Menschen liest, die man sich vorstellen kann, als würden sie nebenan wohnen. „Tschikago“ kommt auf leisen Pfoten daher, ist dank luftigem Schriftsatz schnell gelesen und birgt viele schöne Sätze und kleine Lebensweisheiten, die nachhallen. Es ist ein hoffnungsvolles und tröstliches Stück Literatur, das einen ermutigt, sich selber zu erinnern und diese Erinnerungen zu teilen („Ich bin doch nicht gut im Erzählen. Mir fällt doch nichts ein. Ich hab doch nichts erlebt.“ S. 151.) Und – vielleicht noch mehr – einen ermutigt, sich älteren Menschen zu nähern und ihnen zuzuhören. („Ja, sagt sie, ich habe mich gerade daran erinnert und ein bisschen zurückgedacht. – Es, denke ich, war, denke ich, schön, denke ich. – Frau Bellmann leuchtet immer noch.“ S. 195) Große Empfehlung für alle, die es lebensecht, mit Tiefgang und feinem Witz mögen und keine lineare Handlung brauchen.
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