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Beschreibung
Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen. Die nötige Hilfe ist quasi vom Himmel gefallen, Alla und Bolek aus Polen, zwei Kettenraucher, die alles können. Die Renovierungen und Rückschläge, die geplatzten Wasserleitungen und die Bosheiten der benachbarten Schrebergärtner…  lösen viele Erinnerungen und neue Erkenntnisse aus – und so manche Fallstricke der deutsch-deutschen Geschichte nimmt die Erzählerin womöglich genauer wahr, als Wienerin in der doppelten Fremde. Dann beschließt sie, das geliebte Haus zu verkaufen, um noch einmal aus- und aufzubrechen aus ihrer »stabilen Alleinruhelage«. Eva Menasse hat einen vielschichtigen Roman über die Zwischenbilanz eines Lebens geschrieben, eine gewitzte Reflexion über Fremdheit und Heimat – und das Abschiednehmen.
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Technische Daten


Erscheinungsdatum
13.08.2026
Sprache
Deutsch
EAN
9783462002621
Herausgeber
Kiepenheuer & Witsch
Sonderedition
Nein
Autor
Eva Menasse
Seitenanzahl
224
Auflage
1
Einbandart
Gebundene Ausgabe
Einbandart Details
mit Schutzumschlag (bedruckt)

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Hersteller: Kiepenheuer & Witsch GmbH, Bahnhofsvorplatz 1, Köln, Deutschland, produktsicherheit@kiwi-verlag.de, Verlag Kiepenheuer & Witsch GmbH & Co. KG

4.0
Aus 2 Bewertungen zu Alleinruhelage
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Vermeintliche Einöde am See
Verena S. - Bewertet am 16.08.2026
Zustand: Exzellent
Eine Frau lernt nach ihrer Ehe ihr Ferienhaus am See noch einmal lieben, so weit so gut. Doch ansonsten fand ich den Klappentext leider etwas irre führend. Es geht nicht so sehr um die beiden Helfer, die das Haus und vor allem den Garten zunächst wieder wohnlich machen. Auch erfährt der Leser nur…  bruchstückhaft von den Jahren, die die Frau allein in dem Haus verbringt, bis sie sich dazu entschließt, ihre Alleinruhelage aufzugeben und doch noch einmal neu anzufangen. Und schon gar nicht geht es in diesem Buch um das Aufkeimen und dann Ausleben dieses Neuanfangs mit Mitte vierzig. Statt dessen ist das Buch eine Auseinandersetzung mit Ich, Du, Er, Wir, Ihr und Sie, in all den unterschiedlichen Facetten, an die sich die Frau im Zusammenhang mit ihrer Familie, ihren Kindern und Eltern, ihrem späteren Geliebten, ihren Freundinnen, den fleißigen Helfern, den Nachbarn aus der Datschensiedlung oder dem Dorf erinnert. Es geht um Ossis und Wessis, um die österreichische Protagonistin, die durch ihre Herkunft noch weiter außen vor steht, als die Westdeutschen, um alte Stasis und neue Wahlen, um wohnen, wie man möchte, um Umwidmung vom Landschaftsschutzgebiet, um Besitz und Verantwortung und so vieles mehr. Ja, es ist ein vielschichtiges Buch. Dennoch kann ich nicht umhin zu denken, dass der Beginn des Buches, gerade die beiden witzigen, zupackenden Helfer Alla und Bolek, und die Andeutungen über ihre weiteren Arbeiten am Haus mich auf eine falsche Fährte geführt haben. Letztlich sind auch diese beiden, obwohl Bolek die Protagonistin zunächst überreden kann, das Haus noch eine Weile zu behalten, nur Randfiguren. Und selbst die Hauptfigur blieb mir fremd. Ich habe nicht verstanden, warum sie nach ihrer Ehe gut 10 Jahre mit ihrem Haus in der scheinbaren Alleinruhelage, 200 Meter von einer Datschensiedlung mit sage und schreibe 40 Häusern entfernt, glücklich ist und was dann der Auslöser oder auch die kleinen Begebenheiten waren, die zu dem Entschluss geführt haben: Haus, ich verkaufe dich. All die Erinnerungen, die in dem Buch zwischen den beiden Ansprachen an das Haus, eine als Ankündigung, eine als Abschied, passieren, lassen in mir ein Gefühl von Unverbindlichkeit zurück. Und es mag sein, dass die Autorin genau das beabsichtigt hat, und eine „gewitzte Reflexion“ über unseren Zeitgeist verfasst hat. Über eben diese Unverbindlichkeit: in der Liebe ebenso wie z.B. in der Hilfe dem Jungen im Wald gegenüber. Ein paar schöne Sommertage, bzw. einen Abend lang, nicht länger, dauert sie an. Sich wirklich einlassen auf Menschen würde schließlich bedeuten, sich ihnen zuzuwenden. Und von Zuwendung gibt es in diesem Buch leider viel zu wenig! Dennoch mag es lesenswert sein für Personen, die sich mit der Nachwendezeit beschäftigen.
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Leider viel zu kurz
Miriam G. - Bewertet am 16.07.2026
Zustand: Exzellent
Alleinruhelage von Eva Menasse hat mir ausgesprochen gut gefallen. Vor allem ihr Schreibstil hat mich sofort überzeugt: leicht, elegant und mit einem feinen, oft trockenen Humor erzählt sie von einem Neuanfang nach dem Ende einer Ehe. Trotz der eher alltäglichen Handlung gelingt es ihr, große Themen…  wie Verlust, Veränderung, Heimat und Identität auf eine sehr tiefgründige und zugleich unaufdringliche Weise zu behandeln. Besonders gefallen haben mir die Begegnungen mit Alla und Bolek, den polnischen Handwerkern, sowie die vielen kleinen Beobachtungen über das Leben, zwischenmenschliche Beziehungen und die deutsch-deutsche Geschichte. Menasse schafft es, ihre Figuren lebendig und glaubwürdig wirken zu lassen, ohne sie zu überzeichnen. Ein kleiner Kritikpunkt sind für mich die Dialoge mit dem Haus. Diese haben mich eher aus der Geschichte herausgerissen und konnten mich nicht überzeugen. Sie wirkten auf mich etwas konstruiert und hätten für meinen Geschmack nicht unbedingt sein müssen. Mein größter Kritikpunkt ist allerdings, dass das Buch viel zu kurz ist. Gerade weil mir die Figuren, der Humor und die Atmosphäre so gut gefallen haben, hätte ich die Protagonistin gern noch länger begleitet. Insgesamt ist Alleinruhelage ein kluges, warmherziges und humorvolles Buch, das trotz seiner Leichtigkeit lange nachhallt. Wer literarische Romane mit feinem Humor und viel Tiefgang schätzt, sollte dieses Buch unbedingt lesen.
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