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Beschreibung
Ein Luxuskaufhaus, ein toter Geschäfts- führer und eine treue Reinigungskraft, die mehr Geheimnisse hütet, als sie preisgibt Yael Inokai schreibt zart und ambivalent über die Kluft zwischen Arm und Reich Der Geschäftsführer eines legendären Kaufhauses wird ermordet aufgefunden. Doch bis die Polizei am Tatort eintrifft, hat Leonora Bloch alle Spuren beseitigt, so diskret und gründlich, wie sie schon seit 45 Jahren als Reinigungskraft bei Dr. Bronstett jeder Form von Unordnung begegnet. Als die Er- mittlungen in die Austernbar in der sechsten Etage führen, ist man schon mittendrin im Mikrokosmos dieses Kaufhauses, das von der paradoxen Sehnsucht nach vergangener Pracht und erschwinglichem Luxus lebt. Und niemand scheint sich in dieser Welt, wo Glanz und Elend, Armut und Reichtum so ent- waffnend aufeinandertreffen, besser auszukennen als die 73-jährige Leonora. Doch kennt sie wirklich alle Geheimnisse und welche hütet sie selbst? Die gefeierte Stilistin Yael Inokai inszeniert eine Krimi- nalgeschichte, die ein feingefügtes Netz mensch- licher Schicksale birgt. Ungekürzte Lesung der Buchausgabe Hanser Berlin
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Technische Daten


Erscheinungsdatum
21.07.2026
Sprache
Deutsch
EAN
9783949840586
Herausgeber
Diwan Hörbuchverlag
Sonderedition
Nein
Autor
Yael Inokai
Auflage
1
Einbandart
Audio CD
Einbandart Details
MP3
Gesprochen von
Barbara Stoll
Schlagwörter
Berlin, Warenhaus, Krimi, SeelenlebenGeheimnisse, Reinigungskraft, Armut Reichtum
Thema-Inhalt
FBA - Moderne und zeitgenössische Belletristik: allgemein und literarisch
Laufzeit
345 m
Anzahl Discs
1

Transparenz & Sicherheit

Hersteller: derDiwan Hörbuchverlag, Schillerstr. 10, Winterbach, Deutschland, 73650, tina.walz@der-diwan.de, Tina Walz

3.7
Aus 3 Bewertungen zu Die Auster
Aus 3 Bewertungen zu Die Auster
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Spannung mit literarischem Tiefgang
Janina H. - Bewertet am 08.08.2026
Zustand: Exzellent
»Die Auster« von Yael Inokai fand ich wirklich begeisternd. Selten habe ich einen Kriminalroman gelesen, der so leise erzählt ist und mich trotzdem so gefesselt hat. Wer hier einen klassischen Krimi mit vielen spektakulären Plot-Twists erwartet, wird überrascht werden, denn dieses Buch spielt ein ganz anderes Spiel: Eigentlich liegt alles offen vor den Augen der Leserinnen und Leser. Die wichtigen Hinweise sind da, die Lösung versteckt sich die ganze Zeit zwischen den Zeilen. Trotzdem hat mich die Auflösung völlig überrascht. Im Nachhinein ergibt alles Sinn, während des Lesens wäre ich aber nie darauf gekommen. Auch die Hauptfigur hat mich »irgendwie überrascht«. Sie ist keine klassische Ermittlerin, sondern beobachtet einfach aufmerksam ihre Umgebung und die Menschen um sich herum. Sie nimmt die kleinsten Details wahr und erkennt Zusammenhänge, lange bevor sie selbst bewusst versteht, was sie da entdeckt hat. Dadurch entsteht eine ganz eigene, leise Spannung, die mich bis zum Schluss nicht losgelassen hat. Die Sprache ist ebenfalls eine Stärke des Buches. Immer wieder beschreibt Yael Inokai kleine Beobachtungen aus dem Alltag, die so unscheinbar sind und sich trotzdem unglaublich wahr anfühlen. Mehr als einmal musste ich beim Lesen innehalten und dachte: Genau so ist es. Gerade diese feinen Momente machen das Buch für mich zu etwas Besonderem. Für mich ist »Die Auster« weit mehr als ein Kriminalroman. Die Geschichte verbindet Spannung mit feinen Beobachtungen, schöner Sprache und einer ganz besonderen Atmosphäre. Ein ruhiges, kluges Buch, das mich noch lange nach dem Lesen beschäftigt hat.
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Wer putzt die Spuren des Luxus weg?
Mirjan S. - Bewertet am 29.07.2026
Zustand: Exzellent
In "Die Auster" erzählt Yael Inokai keinen klassischen Kriminalroman. Der Mord an einem Kaufhausdirektor bildet vielmehr den Ausgangspunkt für einen leisen Roman über Arbeit, Würde und die Menschen, die hinter glänzenden Fassaden meist unsichtbar bleiben. Im Mittelpunkt steht die 73-jährige Reinigungskraft Leonora Bloch, die seit Jahrzehnten Teil des Kaufhauses ist und dessen verborgene Seiten besser kennt als jede andere. Shoutout für den gelungenen Blick auf die Unsichtbarkeit von Care- und Reinigungsarbeit. Leonora bewegt sich täglich durch eine Welt des Luxus, ohne selbst wahrgenommen zu werden. Die Autorin zeigt auf, wie selbstverständlich Menschen übersehen werden, deren Arbeit den Alltag überhaupt erst möglich macht und hält uns sozusagen ein Spiegel vors Gesicht. Das bringt sie für mich in diesem Satz auf den Punkt: „Lange bevor Automaten ihren Job obsolet machen würden, behandelte man sie da bereits wie einen.“ (S. 142). Sprachlich überzeugt Inokai mit einem präzisen, ruhigen Stil, der von feinen Beobachtungen lebt. Immer wieder entstehen plastische Bilder im Kopf, die mich zum Nachdenken angeregt haben, etwa wenn Leonora sich wünscht: „Sie sehnte sich danach, ein Ding zu sein, ein Möbelstück, ein langweiliges Buch … frei von Mord und Totschlag …“ (S. 114). Darin verdichtet sich für mich die Erschöpfung einer Frau, die ihr Leben lang die Lasten anderer mitgetragen hat. Trotz dieser starken Motive blieb der Roman für mich aber insgesamt leider hinter meinen Erwartungen zurück. Der Klappentext verspricht einen Mord und zahlreiche Geheimnisse, wodurch ich deutlich mehr Spannung erwartet hatte. Stattdessen entwickelt sich die Geschichte sehr langsam und konzentriert sich stärker auf Stimmungen und Figuren als auf den Kriminalfall. Das ist eine bewusste literarische Entscheidung, ließ die Handlung für mich aber stellenweise eher vor sich hinplätschern. Gerade die erhofften Aha-Momente oder überraschenden Wendungen hab ich vergeblich gesucht. Ich glaube in dem Fall liegt die Stärke des Romans weniger im Krimi als in seiner Gesellschaftsanalyse. Fazit "Die Auster" ist ein leiser, literarischer Roman über Unsichtbarkeit, Arbeit und Würde, dessen gesellschaftskritische Beobachtungen mich überzeugt haben. Wer jedoch (wie ich) aufgrund des Krimiplots mehr Spannung erwartet, könnte etwas enttäuscht sein. Für Leser:innen, die ruhige, sprachlich elegante Gegenwartsliteratur mit sozialem Blick schätzen, ist das Buch dennoch einen Blick wert. Mich haben vor allem die Themen begeistert; die Geschichte selbst konnte dieses Potenzial für mich jedoch nicht ganz ausschöpfen. Wer den Roman als literarische Gesellschaftsstudie liest und keinen spannungsgetriebenen Krimi erwartet, wird aber vermutlich sehr viel daraus mitnehmen können. Danke an netgalley.de, vorablesen.de und Hanser Berlin für die Rezensionsexemplare.
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Fein beobachtet, unnahbar erzählt
Karin E. - Bewertet am 21.07.2026
Zustand: Sehr gut
Die 73-jährige Leonora findet ihren langjährigen Arbeitgeber und Leiter eines Kaufhauses tot vor – das hört sich nach Kriminalgeschichte an. Und ist es auch: es gibt ein paar Verdächtige (zu denen auch die undurchsichtige Hauptprotagonistin zählt) und am Ende ist der Fall geklärt. Und ist es doch nicht: denn von der Ermittlerarbeit der Polizei wird nichts preisgegeben und Leonora spielt nicht Detektivin. Jedenfalls nicht bewusst. Mehr so, dass sie als Raumpflegerin automatisch das eine oder andere mitbekommt. Als Leser/in ist man ganz auf sie und ihre Beobachtungen angewiesen – und muss dann, wie Leonora auch, zu eigenen Schlüssen finden. Das macht die Lektüre anspruchsvoll, denn obwohl die Handlung eigentlich chronologisch erfolgt, schleichen sich Träume und Rückblenden in Leonoras Wahrnehmung ein, die man als Außenstehende/r erst einmal zusammenpuzzeln muss. Ein Spannungsbogen ergibt sich eher darin, welches Teilchen wohl noch fehlt, als in überraschenden Plottwists. „Die Auster“ lebt also in erster Linie von seinen Figuren, die allesamt kantig und schrullig gezeichnet sind, aber nicht unbedingt auf liebevoll-empathische Weise, was sie wenig nahbar und in einigen Fällen auch wenig authentisch erscheinen lässt. Ähnliches gilt auch für die Sprache: diese lebt von Komplexität, außergewöhnlichen Bildern und vielen Andeutungen. Letzteres passt vorzüglich zur Hauptprotagonistin, die selber lieber zu wenig als zu viel sagt. Hingegen harmoniert das hohe literarische Niveau nicht mit dem eher bildungsfernen Putzfrauen-Milieu. Trotz einiger anstreichwürdiger Sätze wirkt das zu aufgesetzt-gestelzt. Meine Bewertung fällt aus diesen Gründen durchwachsen aus. Grundsätzlich habe ich "Die Auster" interessiert und gerne gelesen. Der gut 200-seitige Roman punktet mit einer scharfen Beobachtungsgabe und vielen kleinen angeblichen Nebensächlichkeiten, die sich zu einem runden Ganzen zusammenfügen. Allerdings hinterlässt er aufgrund der Distanz zu seinen Figuren und ihren Hintergründen wenig bleibenden Eindruck. Als literarisches Projekt kann er nicht gänzlich überzeugen, für einen Krimi ist er zu wenig fesselnd, für eine Gesellschaftsstudie bleiben die angerissenen Themen zu blass und zu wenig pointiert dargestellt.
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