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Auflehnung gegen den NS-Staat

Walter Eucken (Gebundene Ausgabe, Deutsch)

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Beschreibung
Das in diesem Band versammelte Material gewährt einen vertieften Einblick in Walter Euckens Haltung, Denken und Tun in den dunkelsten Jahren Deutschlands: der Zeit des Nationalsozialismus. Obwohl Eucken wie seine Mitstreiter potentiell belastende Unterlagen nach dem gescheiterten Attentat Graf Stauffenbergs auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 vernichtet hat, sind die Schriftstücke Wegmarken jenes Prozesses, der den entschiedenen Gegner des NS-Regimes, der Eucken von Anfang an war, schließlich mit dem aktiven Widerstand gegen Hitler verband. Was Eucken von vornherein gegen den Nationalsozialismus immun machte, war seine philosophisch begründete Abscheu vor der Auflösung der freien Einzelpersönlichkeit im Kollektiv, wie sie allen totalitären, zumal völkischen Ideologien zugrunde liegt. Seine systematische Auflehnung gegen das NS-Regime begann mit Verweigerung, offenem Protest und Konfrontation insbesondere im Zusammenhang mit der raschen Gleichschaltung der Universitäten, dem Rektorat Martin Heideggers und der Demontage der Wissenschaft durch die Nationalsozialisten. Nach dem Überfall Deutschlands auf Polen und etlichen fruchtlos bleibenden Bemühungen, an den Schaltstellen der Macht in Berlin noch günstig Einfluss zu nehmen, mündete sie schließlich in eine - große Vorsicht erzwingende - Teilnahme am konspirativen Geschehen als Berater und Mitwisser der Verschwörer. Unter den Texten in diesem Band finden sich Notizen und Gedankenskizzen, abgeschlossene, aber zu Lebzeiten unpubliziert gebliebene Manuskripte, veröffentlichte Aufsätze, eine Nachschrift der Vorlesung "Kampf der Wissenschaften", das Protokoll einer öffentlichen Diskussion mit einem NS-Gebietsführer, das Professorengutachten im Auftrag des Reichswirtschaftsministeriums zu möglichen "Quellen der Kriegsfinanzierung" Ende 1939, der wissenschaftlich bedeutende Aufsatz "Wettbewerb als Grundprinzip der Wirtschaftsverfassung" im Rahmen der Akademie für Deutsches Recht, das von Eucken verfasste Kapitel aus der auf Anregung von Carl Goerdeler entstandenen "Volkswirtschaftsfibel" sowie der von ihm mitverantwortete Anhang zur "Wirtschafts- und Sozialordnung" der im Auftrag der Bekennenden Kirche im Hinblick auf eine für die Zeit nach dem Krieg und nach dem erhofften Sturz Hitlers geplante Weltkirchenkonferenz verfasste Denkschrift des Bonhoeffer-Kreises "Politische Gemeinschaftsordnung". Rückblickende Ergänzung bieten unter anderem Euckens "Notizen über die Haltung der rechts- und staatswissenschaftlichen Fakultät in Freiburg während der Herrschaft des Nationalsozialismus", seine Grabrede auf den früh verstorbenen Mitstreiter Adolf Lampe und die Skizzen zu einem Nachruf auf Hans Großmann-Doerth, gemeinsam mit dem Eucken und Franz Böhm das Forschungsprogramm der Freiburger Schule aus der Taufe gehoben hatten: die Arbeit an einer als Wirtschaftsverfassung begriffenen Rechtsordnung, deren Grundprinzip der Wettbewerb sein sollte. Die Materialien lassen nachvollziehen, wie Eucken gerade in der Auseinandersetzung mit dem rasch eskalierenden Unrechtsstaat, mit der Gleichschaltung und der zunehmenden Planwirtschaft, mit der im Völkermord gipfelnden Judenverfolgung, den anderen Gräueltaten der Diktatur und dem verheerenden Zweiten Weltkrieg seine einem derartigen Kataklysmus diametral entgegengesetzte Konzeption einer "menschenwürdigen und funktionsfähigen Ordnung" zu schärfen verstand. Euckens theoretischer Entwurf der Wettbewerbsordnung vermochte dann in den Nachkriegsjahren beim Aufbau einer Sozialen Marktwirtschaft in der jungen Bundesrepublik Orientierung zu geben.
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Technische Daten


Erscheinungsdatum
31.08.2026
Sprache
Deutsch
EAN
9783162002303
Herausgeber
Mohr Siebeck
Sonderedition
Nein
Autor
Walter Eucken
Seitenanzahl
320
Auflage
1
Einbandart
Gebundene Ausgabe
Einbandart Details
Leinen (ohne Verstärkung)

Hersteller: Mohr Siebeck GmbH & Co. K, Wilhelmstraße, 18, Tübingen, Deutschland, 72074, trispel@mohrsiebeck.com, Jana Trispel

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