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Beschreibung
Gérard Genettes Discours du récit (1972) – im Deutschen schlicht Die Erzählung (1998) – ist ohne Zweifel der wirkmächtigste Text der Narratologie geworden. Aufgrund seiner Komplexität wird dieser umfangreiche Essay allerdings in der Regel auf handbuchförmige Darstellungen heruntergebrochen. Das hat insofern gute Gründe, als Genette seine Kategorien und seine reichhaltige Terminologie ausgehend von seinem Untersuchungsgegenstand, Marcel Prousts Auf der Suche nach der verlorenen Zeit, entwickelt, der in vielerlei Hinsicht einen Spezialfall darstellt. Das gilt insbesondere für die in einem langen Kapitel mit dem Titel „Frequenz“ entwickelte Theorie des iterativen Erzählens. Zugrunde liegt die einfache Formel: Wie lässt sich ein Erzählen beschreiben, in dem einmal erzählt wird, was mehrmals passiert ist? Einerseits hat sich die nachfolgende Narratologie damit wohl auch deshalb nicht weiter beschäftigt, weil man der irrtümlichen Auffassung war, dass dieser Form des Erzählens nur bei Proust – und nicht z.B. auch bei Kafka – eine besondere Bedeutung zukommt. Andererseits stellt die Kategorie des iterativen Erzählens – das auch im alltäglichen Sprachgebrauch eine zu wenig gewürdigte Rolle spielt – aber auch das Konzept einer Narratologie in Frage, die sich nicht für die kognitiven Leistungen interessiert, die das Erzählen zu erbringen hat. Das vorliegende Buch widmet sich erstmals eingehend und auch kritisch – Absatz für Absatz – diesem zu Unrecht übergangenen Kapitel der Narratologie.
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Technische Daten


Erscheinungsdatum
18.06.2026
Sprache
Deutsch
EAN
9783987675119
Herausgeber
Hagen University Press
Serien- oder Bandtitel
Beiträge zur Literatur- und Medienwissenschaft
Sonderedition
Nein
Autor
Michael Niehaus
Seitenanzahl
258
Auflage
1
Einbandart
Broschiert

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