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Chinesische Landschaftsmalerei

Wilfried Kuckartz (Broschiert, Deutsch)

Optischer Zustand
Beschreibung
Wilfried Kuckartz. geb. 1937 in Aachen. Studium der Philosophie, Psychologie und Pädagogik. Promotion 1965, TH Aachen. Titel der Dissertation: Die Bildsamkeit des Trieblebens nach Thomas von Aquin. Habilitation 1970, PH Westfalen-Lippe. Seit 1980 Professor für Allgemeine Pädagogik an der Universität Köln. 1995 emeritiert. www.merlinus.de Buchveröffentlichungen: Sozialisation und Erziehung. Eine…  Polemik wider den Pädagogismus, Essen 1969 (2. Aufl. 1971); Kritik der pädagogischen Technologie. Die Erziehung angesichts der Gefährdung des Menschen, Bad Heilbrunn/Obb. 1974; Ludwig Klages als Erzieher, Bonn 1978; Hugo von Hofmannsthal als Erzieher. Zum Problem von Dichtung und Pädagogik oder Das Vorbild in Bildung und Erziehung, dargestellt am Beispiel von Hofmannsthals Märchen „Die Frau ohne Schatten” und dem Lustspiel „Der Schwierige” in tiefenpsychologisch-pädagogischer Deutung, Fellbach-Oeffingen 1981; Michael Ende: Die Unendliche Geschichte. Ein Bildungsmärchen, Essen 1984; Die Zauberflöte. Märchen und Mysterium, Essen 1985, (2. Aufl . Hamburg 1996); Frau Holle. Ein Bildungsmärchen, Essen 1986; Merlin. Mythos und Gegenwart, Essen 1988, (2. Aufl. 2002); Shakespeare und das neuzeitliche Heidentum, Frankfurt/M. 1995; Das Bild des Menschen im Spiegel der Kunst, Bd. 1 / Christus. Maria. Michelangelo. Leonardo. Raffael. Rembrandt. Buddha. Indien. Kreta. Etrusker, Berlin 2012; Das Bild des Menschen im Spiegel der Kunst, Bd. 2 / Antikes Griechenland, Berlin 2013, Das Bild des Menschen im Spiegel der Kunst, Bd. 3 / Ägypten, Babylon, Islam, Rom , Berlin 2015, Das Bild des Menschen im Spiegel der Kunst, Bd. 4 / Von der Steinzeit bis zur Gegenwart, Hohenswarsleben, 2025, Chinesische Landschaftsmalerei, Homo Pictor versus Homo Faber / Wider den Anthropozentrismus, Hohenwarsleben 2026 Seit Steinzeiten, als der Mensch sich seiner Überlegenheit über alle übrigen Erdenwesen bewusst wurde und sich im ersten bekannt gewordenen Bild von sich als Löwen-Mensch zum Herrn der Tiere erhöht hat, ist der Mensch das vorrangige, alles andere zur Nebensache herabsetzenden Motivation, zum Hauptthema der bildenden Kunst geworden, von ansehnlichen, bedeutungs- und eindrucksvollen, Achtung und Bewunderung fordernden, anthropozentrisch begründeten und sich ebenso auswirken sollenden Statuen und Gemälden: Gottgleiche ägyptische Pharaonen und mesopotamische Großmenschen, griechische Götter mit vollendet-schönen Menschenleibern und edlen Gesichtern, der Pantokrator mit menschlichem Antlitz, die hehr-hilfreiche Gottesmutter und alle verehrungswürdigen Heiligen, die angesehen-gefeierten Macht- und Geistfürsten der Renaissance und eindrucksvollen Preisbilder menschlicher Souveränität und Bedeutung bis hin zur Gegenwart. Und selbst in den Landschaftsbildern des Westens ab etwa dem 16. Jahrhundert, die sich thematisch von der Darstellung des allein bildwürdigen Erdengottes zu befreien suchten, fehlte der autonom tätige, dominierende Mensch kaum je vollständig, inmitten von Zeugnissen der zu seinem Gebrauch und Nutzen umgeschaffenen Natur zur dienlichen Kultur. Dagegen ist die altchinesische Landschaftsmalerei, Höhepunkt zur Zeit der Sung-Dynastie (960-1279), von mir, wie bereits den Untertiteln zu entnehmen, als Antithese zu solch anthropozentrischer Bilderkunst gedeutet und dargestellt worden, der übermäßigen Ermächtigung, Rühmung des Menschen als eines allem sonstigen Lebendigen überlegenen Geistwesens. Will sagen: Die chinesische Landschaftsmalerei ist zu verstehen als bildliche Darstellung einer Mensch und alles übrige Erdenleben, ja Erdensein umfassenden Alleinheit, chinesisch Tao, der Vereinigung von Yin und Yang zur Gesamtheit. Und natürlich gehört in dies All-Ganze auch der Mensch hinein, aber bleibt in diesen Bildern durchweg von eher marginaler Bedeutung und ist wie alles andere dem ewigen Gesetz von Wechsel und Wandel unterworfen, der Erden-Vergänglichkeit. Chinesisch verstanden bedeutet das Wort „Landschaft“ nicht wie im Deutschen ein vom Menschen ge“schaffen“es, urbar, für ihn nützlich gemachtes Land, sondern heißt „shan shui“, „Berg“/„Wasser“, Himmel und Berge oben und Wasser und Erde unten. Ihrer beider polare Ergänzung, ihr Spiegelspiel, wo das eine erst durch das andere es selbst wird und nur beide zusammen das Insgesamt bilden, das wäre demnach Motiv wie Thema chinesischer Landschaftsmalerei, und der Mensch ist darin nur eine unbedeutende Komponente des All-Einen. Gleichwohl vermag der Maler, der kunstschaffende Mensch dies All-Eine in bewundernswerten, Zustimmung, Einvernehmen bewirkenden Meisterwerken sinnbildlich darzustellen. Und in voller Übereinstimmung damit steht ebenfalls die altchinesische Tianxia Idee: „Alles unter dem Himmel“, das Ideal einer politischen Weltordnung im Sinne der Tao- Weisen Laotse und Konfuzius. Das Ansinnen, einfach gesagt, zu leben und leben zu lassen, ein Ethos von Mitmenschlichkeit und schonender Respektierung des übrigen Erdenlebens, von notwendiger Koexistenz als Bedingung der Existenz. Entschieden ist das gegen allen egoistischen Nationalismus und megalomanen Imperialismus gerichtet, der zu befürchtenden Ruinierung von Erde wie Mensch durch den entfesselten Prothesengott, den verhängnisvollen Triumph von homo faber, der sich die Erde untertan gemacht hat, aber zum Preis des Verlusts der menschlichen Seele.
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Technische Daten


Erscheinungsdatum
01.08.2026
Sprache
Deutsch
EAN
9783960041924
Herausgeber
Westarp BookOnDemand
Sonderedition
Nein
Autor
Wilfried Kuckartz
Seitenanzahl
96
Auflage
1
Einbandart
Broschiert
Buch Untertitel
Homo Pictor versus Homo Faber. Wider den Anthropozentrismus
Schlagwörter
China, Landschaftsmalerei, Kunstgeschichte
Thema-Inhalt
AFC - Malerei und Gemälde AGA - Kunstgeschichte
Höhe
270 mm
Breite
21 cm

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