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Ein Grab für Narcissa

Cornelia Pechota (Gebundene Ausgabe, Deutsch)

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Beschreibung
Ein Grab für Narcissa entsprang einer Auseinandersetzung mit der Problematik des französischen Dichters Paul Valéry (1871-1945), den sein überragendes Denkvermögen nicht vor einem tödlichen Liebeskummer bewahrte. Um dem Beginn der lebenslänglichen Freundschaft zwischen Paul Valéry und André Gide nachzuspüren, reist die Protagonistin Clara nach Montpellier, wo sie den berühmten Jardin des Plantes…  aufsucht. Über dem fiktiven Grab einer früh verstorbenen Narcissa gemahnt dort ein Zitat aus Gides Nourritures terrestres an die zukunftsweisende Begegnung der jungen Dichter, die revidierten Quellen gemäß im Mai 1891 stattfand. Gide erinnert sich an ein abendliches Gespräch mit Valéry bei einem alten Grab und an die Rosenblütenblätter, die sie dabei kauten. Strukturiert wird mein Roman durch zwei Stimmen, da ich die auktorial beschriebene Clara auch in der Wahrnehmung ihrer Freundin Sarah spiegle, die als Ich-Erzählerin aufftritt. Die Freundinnen treffen sich nach der Pandemie in Genf, wo sie einst zusammen studierten und noch immer wohnen, doch trennen sich ihre Wege, als Clara nach Montpellier reist und Sarah ihren Onkel nach Verona begleitet. Schriftlich bleiben die beiden Frauen in Kontakt und verweisen immer wieder auf ein Problem, das sie in Genf gemeinsam lösen wollen. Es handelt sich um eine gestörte Mutter-Tochter-Beziehung, an der Clara in einem Café zufällig Anteil genommen hatte. Im Sinne des Demeter-Persephone-Mythos zieht sich dieser Plot als roter Faden durch die Gegenwart, während Clara und Sarah auf der persönlichen Ebene durch ihre Vergangenheit eingeholt werden. Clara, die während der Pandemie vom Geist ihrer verstorbenen Mutter heimgesucht wurde, nimmt danach Kontakt mit anderen Toten auf. So führt sie im Jardin des Plantes von Montpellier ein Gespräch mit Paul Valéry, der als liebeskranker Wiedergänger eines Trosts bedarf, den ihm alle postumen Ehrungen nicht spenden konnten. Sarah, die sich in Verona vorsichtig auf den Genius Loci einlässt, findet wie Clara ein leeres Grab, doch stößt sie dort auf einen Mann aus Fleisch und Blut, der ihr vor vielen Jahren das Wunderbare nahe bringen wollte. Der Titel des Romans Ein Grab für Narcissa, verweist nicht nur auf das mythisierte Grab in Montpellier, das nie einen Mädchenleib enthielt, sondern auch auf die reale Bestattung jener jungen Engländerin, die 1736 in Lyon starb und die ihr trauernder Stiefvater Edward Young (1681-1765) als Narcissa poetisch verklärte. Dass ihr als Anglikanerin, wie der Dichter anklagend schreibt, im katholischen Frankreich ein Grab verweigert wurde, stimmt insofern, als ihr Sarg im protestantischen Friedhof von Lyon zu nächtlicher Stunde versenkt werden musste. Was Claras Nachforschungen in Lyon ergeben, ist eine Geschichte für sich, die in der erzählten Gegenwart eine überraschende Wendung nimmt und deren Ende offen bleibt. Offen bleibt auch die Frage nach der Legitimität der kulturellen Aneignung durch Paul Valéry und André Gide, die ihre gemeinsame Opus-Fantasie im Zeichen des Narziss stets mit dem fiktiven Grab in Montpellier in Verbindung brachten, obwohl es einer Narcissa gewidmet ist. Die Spurensuche, die den Roman auf allen Ebenen vorantreibt, enthüllt sich als eine Selbstsuche, die Clara und Sarah noch einmal an die Liebe glauben lässt. Wohin der Mutter-Tochter-Plot führt, erfahren die Leser:innen zuletzt.
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Technische Daten


Erscheinungsdatum
01.08.2026
Sprache
Deutsch
EAN
9783907881026
Herausgeber
Edition Valnød
Sonderedition
Nein
Autor
Cornelia Pechota
Seitenanzahl
144
Auflage
400
Einbandart
Gebundene Ausgabe
Einbandart Details
Fadenbindung

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