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Wolf Biermann (Gebundene Ausgabe, Deutsch)

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Beschreibung
Beeindruckend – Wolf Biermann übersetzt Shakespeare. Wolf Biermann trifft William Shakespeare – diese neuen Nachdichtungen der Sonette des englischen Dramatikers zeugen von der großen poetischen Kraft auch der deutschen Sprache. Frei und treu zugleich arbeitete Wolf Biermann, wie Luther sagen würde, als 'Dolmetzsch'. Authentisch und dennoch autark transportierte Biermann 40 besonders starke Sonette des vielleicht genialsten Dichters der Menschheit in die Sprache unserer Zeit. Ja, wunderbar gelungen sind diese Stücke, sie zeigen, wie geschmeidig und trefflich unser – im Vergleich zum Englischen – behäbigeres Deutsch sein kann. Die 40 Übersetzungen werden jeweils neben dem Original präsentiert, ergänzt durch aufschlussreiche Arbeitsnotate. Darüber hinaus enthält das Buch die Noten für das von Biermann vertonte 66. Sonett. Gerade erschien bei Zweitausendeins die CD/Hörkassette 'Großer Gesang vom ausgerotteten jüdischen Volk' von Jizchak Katzenelson, in der Übertragung von Wolf Biermann (als Buch 1994 bei Kiepenheuer & Witsch).
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Technische Daten


Erscheinungsdatum
22.09.2004
Sprache
Deutsch
EAN
9783462034431
Herausgeber
Kiepenheuer & Witsch
Sonderedition
Nein
Autor
Wolf Biermann
Seitenanzahl
160
Auflage
1
Einbandart
Gebundene Ausgabe
Buch Untertitel
40 Shakespeare Sonette. Engl./Dt.
Autorenporträt
1936 Wolf Biermann wird am 16. November 1936 in Hamburg geboren. Beide Eltern waren Arbeiter, beide Kommunisten. Sein Vater – Schlosser auf der Hamburger Werft Blohm & Voss – war aktiv am kommunistischen Widerstand beteiligt. Als Jude wird er 1943 in Auschwitz ermordet. 1953 Mit 16 Jahren, kurz nach Stalins Tod und kurz vor dem Volksaufstand vom 17. Juni, siedelt Biermann in die DDR über, deren Staatsbürger er wird. 1955 Nach seinem Abitur beginnt er ein Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Humboldt-Universität. 1957/59 Biermann bricht sein Studium ab und arbeitet als Regieassistent am Brechttheater "Berliner Ensemble". 1959 Er beginnt ein Studium der Philosophie und der Mathematik an der Humboldt-Universität. 1960 Biermann schreibt erste Gedichte und Lieder; in Anlehnung an Brechts Wort "Stückeschreiber", mit dem Brecht sich von den Dramatikern absetzen wollte, nennt Biermann sich "Liedermacher". 1961/62 Er gründet und leitet das Ostberliner Arbeiter- und Studententheater "b.a.t." und inszeniert sein Stück über den Mauerbau "Berliner Brautgang", das schon Zweifel an der DDR-Wirklichkeit zeigt. Das Stück wird nicht zur Aufführung freigegeben und das Theater wird noch vor der Premiere geschlossen. Bis 1965 tritt Biermann mit seinen Liedern in der DDR auf. 1963 Nach einer zweijährigen Zeit als Kandidat wird seine Aufnahme in die SED abgelehnt. Er freundet sich mit Professor Robert Havemann an. Beide sind radikale Kritiker der Parteidiktatur der SED. 1964 Im Herbst 1964 und Ostern 1965 darf Biermann zu Konzerten in den Westen reisen. 1965 Nachdem die staatlich gelenkten Verlage der DDR Wolf Biermanns Manuskripte zur Veröffentlichung abgelehnt hatten, veröffentlicht er in der Bundesrepublik Deutschland seinen ersten Gedichtband "Die Drahtharfe". Auch erscheint die Langspielplatte "Wolf Biermann (Ost) zu Gast bei Wolfgang Neuss (West)". Kurz darauf erhält Biermann totales Auftritts- und Publikationsverbot in der DDR. Dieser Entschluss fällt auf dem berüchtigten 11. Plenum des ZK der SED ("Kahlschlag-Plenum") und wird am folgenden Tag in den Zeitungen der DDR verkündet. Man wirft Biermann "Klassenverrat" und "Obszönität" vor. Seine Lieder und Gedichte verbreiten sich in der DDR seitdem durch Handabschriften und Tonbandkopien. 1968 erscheint in der BRD sein Buch "Mit Marx- und Engelszungen". 1976 Im September tritt Biermann durch einen mutigen Pfarrer ermöglicht in der Prenzlauer Nikolaikirche auf. Im November erhält Biermann die Ausreisegenehmigung, um auf Einladung der IG Metall und der Uni Bochum auf eine Konzertreise durch die BRD zu gehen. Wie sich später herausstellt, erteilt die DDR-Obrigkeit diese Reisegenehmigung nur, um Biermann - gegen alle Rechtsnormen der DDR - ausbürgern zu können. Am 13. November tritt Biermann in Köln vor 7000 Menschen auf. Drei Tage später verkündet das Politbüro der DDR die Ausbürgerung Wolf Biermanns. "Begründet" wird die Entscheidung damit, dass sich sein Konzert in Köln gegen die DDR und den Sozialismus gerichtet habe. 1977 Biermann unternimmt erste Tourneen durch westeuropäische Länder und mischt sich auch im Westen mit seinen Liedern und Gedichten ein. 1982 Im April erhält er erstmalig eine Einreisegenehmigung in die DDR und besucht seinen todkranken Freund Robert Havemann. 1983 Biermann wird Gastdozent an der Ohio State University in den USA. 1989 Erstmals nach 25 Jahren tritt Biermann wieder in der DDR vor 8.000 Menschen in Leipzig auf. Das Konzert wird vom DDR-Fernsehen und vom Westfernsehen am gleichen Abend in voller Länge gesendet. 1990 Er mischt sich mit Reden und Aufsätzen in die aktuelle Tagespolitik ein und beteiligt sich unter anderem an der Besetzung der Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit in Ostberlin. 1993-1995 Als Gastprofessor hält er Vorlesungen an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf, die unter dem Titel "Wie man Verse macht und Lieder" veröffentlicht sind. 1997/98 Fellow am Wissenschaftskolleg in Berlin. 2001 Wolf Biermann lebt heute mit seiner Frau in Hamburg/ Altona. Die Biermann-Ausbürgerung 1974 erhält Biermann eine Einladung zur Entgegennahme des Offenbach-Preises in Köln. Er beantragt die Reisegenehmigung, die ihm jedoch nicht erteilt wird. Man bietet ihm stattdessen im Antwortschreiben des Ministeriums für Kultur die ständige Ausreise an. 1975 wird dem Antrag Biermanns auf eine Reisegenehmigung zur Spanienprotestkundgebung gegen Todesurteile in Frankfurt am Main zunächst stattgegeben. In letzter Minute wird die Reisegenehmigung jedoch zurückgezogen. Man will verhindern, dass sich der Liedermacher ausgerechnet bei einer antifaschistischen Kundgebung in der BRD auftritt. Am 12. September 1976 tritt Biermann zum ersten Mal seit elf Jahren öffentlich unter dem Dach und unter dem Schutz der Prenzlauer Nikolaikirche auf. Thema: Es gibt ein Leben vor dem Tod. (Die Veranstaltung war zwar öffentlich, wurde jedoch nur durch ein "Versehen" der Staatssicherheit nicht verhindert). Am 10. Oktober 1976 bittet Wolf Biermann um eine Reisegenehmigung für den 10.-30. November in die BRD. Er möchte einer Einladung der Initiative "Freiheit der Meinung – Freiheit der Reise für Wolf Biermann" an der Bochumer Ruhruniversität sowie der IG Metall folgen. Am 13. November findet das Konzert mit Wolf Biermann vor ca. 7.000 Zuschauern statt. Das Radio ist live dabei, das Fernsehen sendete zeitversetzt im Dritten Programm. Am 16. November wird Wolf Biermann auf Beschluss des Politbüros der SED die Staatsbürgerschaft der DDR aberkannt. In der Begründung ist von einer "groben Verletzung der staatsbürgerlichen Pflicht" sowie seinem "feindseligen Auftreten gegenüber der Deutschen Demokratischen Republik" in Köln die Rede. Am 17. November wird der Ausbürgerungsbeschluss im SED-Zentralorgan "Neuen Deutschland" veröffentlicht. Gleichzeitig wird ein Kommentar abgedruckt, der den rechtswidrigen Akt der Ausbürgerung rechtfertigen soll. Die ARD ändert ihr Programm und sendet das Konzert in voller Länge, so dass auch die Menschen in der DDR Zeugen des Ereignisses werden. In einer Protesterklärung von 13 führenden DDR-Intellektuellen wird gegen den Ausbürgerungsbeschluss protestiert (Sarah Kirsch, Christa Wolf, Volker Braun, Franz Fühmann, Stephan Hermlin, Stefan Heym, Günther Kunert, Heiner Müller, Rolf Schneider, Gerhard Wolf, Jurek Becker, Erich Arendt (Fritz Cremer)). Die Unterzeichner bitten die Staats- und Parteiführung darum, "die beschlossenen Maßnahmen zu überdenken". Am 18. November beginnt eine umfassende Solidarisierungsbewegung mit Wolf Biermann in der DDR: Eine große Zahl von Künstlerinnen und Künstlern schließt sich der Protesterklärung an. Andere reagieren mit eigenen Erklärungen gegen den Willkürakt der Parteiführung. Viele von ihnen sehen sich angesichts vielfältiger Repressionsmaßnahmen der SED gegen sie letztlich gezwungen, die DDR zu verlassen. Was folgt, ist der Aderlass einer kritischen Intelligenz, von dem sich der SED-Staat bis zu seinem Ende nicht mehr erholen wird. In folgenden Tagen ist eine Reihe von verschiedenen Protestkundgebungen gegen die Ausbürgerung aus allen Teilen der Bevölkerung zu registrieren. In Diskussionen und Versammlungen wird vielfach Unmut geäußert, in kirchlichen Veranstaltungen werden Tonbandaufnahmen des Konzerts abgespielt. Solidaritätsbekundungen werden auf Häuserwände geschrieben und Flugblätter tauchen auf. Die Staatsmacht geht mit aller Härte gegen die zumeist jungen und unbekannten Menschen vor, es kommt zu Verhaftungen, Inhaftierungen und Abschiebungen in den Westen. Am 19. November wird Jürgen Fuchs verhaftet. Daraufhin erklärt Wolf Biermann in einer Pressekonferenz in Köln im Beisein von Günter Wallraff und Dr. Reinhold Neven DuMont: "Ich besitze einen gültigen DDR-Reisepass mit einem gültigen Aus- und Wiedereinreisevisum. Ich möchte Ihnen mitteilen, dass ich diese schändliche und schädliche Ausbürgerung nicht hinnehme. (.) Es wäre für mich wie für mein Land besser, wenn dieses aufgezwungene Exil hier im Westen sich sehr bald als ein glücklich überstandener Alptraum erwiese." 20.-22. November folgt eine Veröffentlichung zustimmender Erklärungen und Meinungen aus der DDR zur Ausbürgerung im "Neuen Deutschland". Am 21. November wird Gerulf Pannach und Christian Kunert (Renft-Combo) verhaftet. Am 22. November geben westdeutsche Intellektuelle eine Erklärung gegen die Ausbürgerung Biermanns ab. Iniitiert vom "Komitee zur Verteidigung und Verwirklichung der demokratischen Rechte und Freiheiten in Ost- und West – in ganz Deutschland". Am 26. November wird über Robert Havemann Hausarrest verhängt aufgrund seines im "Spiegel" erschienen Protestes gegen die Biermann-Ausbürgerung. Am 10. Dezember konstituiert sich in Westberlin auf Initiative des Verbandes Deutscher Schriftsteller und in Anwesenheit Wolf Biermanns das "Schutzkomitee Freiheit und Sozialismus", das sich für Jürgen Fuchs und weitere bedrohte DDR-Bürger einsetzt. Zu den Unterzeichnern gehören Heinrich Albertz, Heinrich Böll, Friedrich Dürrenmatt, Hans Magnus Enzenberger, Max Frisch, Otto Schily, Peter Schneider, Romy Schneider und Hannes Schwenger. Preise: 1968: Theodor-Fontane-Preis 1971: Jaques-Offenbach-Preis 1973: Deutscher Schallplattenpreis 1975: Deutscher Schallplattenpreis 1977: Deutscher Schallplattenpreis 1980: Deutscher Kleinkunstpreis für Chanson 1989: Friedrich-Hölderlin-Preis 1991: Georg-Büchner-Preis 1991: Eduard-Mörike-Preis 1993: Heinrich-Heine-Preis 1998: Nationalpreis Am 17.01.2002 erhielt Wolf Biermann von der Galinski-Stiftung in Berlin den Heinz-Galinski-Preis. Der Preis ist mit 25.000,- DM dotiert. Biermann hatte in den 90er Jahren das jiddische Poem „Großer Gesang vom ausgerotteten Jüdischen Volk“ des polnischen Juden Jizchak Katzenelson übertragen. Die nach dem früheren Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland benannte Stiftung hat sich die Förderung von Religion und Toleranz zur Aufgabe gemacht. Wolf Biermann erhält den Preis neben dem Schriftsteller Arno Lustiger. Werke: Die Lyrikbände Die Drahtharfe (1965), Mit Marx- und Engelszungen (1968), Deutschland. Ein Wintermärchen (1971), Verdrehte Welt, das seh’ ich gern (1982), Affenfels und Barrikade (1986); die Schallplatten Wolf Biermann (Ost) zu Gast bei Wolfgang Neuss (West) (1965), Es gibt ein Leben vor dem Tod (1976), Der Friedensclown (1977), Eins in die Fresse, mein Herzblatt (1980), Die Welt ist schön (1985), Paradies uff Erden (1999).

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