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Beschreibung
Holger Richter, geboren 1970, wurde das zweifelhafte Glück zuteil, dem letzten „Durchgang Bausoldaten“ vor dem Ende der DDR anzugehören. Bausoldaten oder „Spatensoldaten“ waren die einzige Möglichkeit in der DDR, den Dienst mit der Waffe zu verweigern. Als er 18-jährig im November 1988 eingezogen wurde, fand er die DDR-Einrichtung des Wehrersatzdienstes noch im Vollbesitz ihrer Kräfte vor. Ein Jahr darauf erlebte er sie in der Auflösung. Er erzählt in seinem „Güllenbuch“ eigenes authentisches Erleben aus den letzten Tagen der DDR-Armee. Aber er legt alles andere als einen trockenen Text vor. Was das Buch vor allem lesenswert macht, ist die gleichermaßen bittere wie köstliche Ironie, mit der der Autor Druck und Drill, Ritual und Sprache des Militärs buchstäblich auf die Schippe nimmt. Die Bausoldaten setzen der militärischen Sprache der Offiziere ihre eigene, die „Güllensprache“ entgegen. Das „Güllenbuch“ kündet von den alltäglichen Erniedrigungen, denen die Spatensoldaten in besonderer Weise ausgesetzt waren. Im Walzertakt tanzt die Bausoldaten-Kompanie dem befohlenen Gleichschritt aus der Reihe, Verweigerungen der Zwangsarbeit werden vom Wettbewerb um die „Goldene Schnecke“ abgelöst. Richter stellt die Zwiespältigkeiten der Bausoldaten untereinander dar: Es ist der psychische Drill, die Gewissensnot, Dinge tun zu müssen, deren Widersinnigkeit in jedem Augenblick spürbar ist. Als sie einen Offenen Brief zur Einrichtung eines Friedensdienstes in der DDR, der sich später in der Stasi-Akte des Rechtsanwaltes Wolfgang Schnur wiederfindet, an staatliche Stellen verschicken, schallen zugleich schon unerhörte Rufe durch die Saßnitzer Kaserne: „Stasi raus“. Einige Monate später wird man diesen Ruf durch die Straßen hallen hören. Nicht zuletzt: Holger Richter hat das „Güllenbuch“ den Bausoldaten gewidmet. Es ist von ihrer Solidarität die Rede und ihrem kleinen Widerstand gegen die genauso mächtige wie banale Militärmaschine. Ob die Worte gemeldet wurden oder nicht, am nächsten Tag, dem Tag des ersten großen Urlaubs schrillt schon früh halb fünf die Alarmhupe. Alarm! Alarm!, schreit es über den Flur. Nein!, wir haben heute Urlaub, klingt es aus den Güllenstuben zurück. Alarm!, Alarm! Der Spieß beweist, daß er die Einhundert-Dezibel-Hürde spielend schafft. Und sie müssen wirklich raus, eigentlich nach einer Viertelstunde in voller Ausrüstung im Freien stehen. Nach einer Stunde kommt der letzte Bausoldat, Gärtner, der liebe Spaßvogel, ein Vogelkenner und auch Gärtner von Beruf, ein Sanfter, mit einer weißen Unterhose, an einem Besen ist sie befestigt und völlig treu-ernstem Gesicht aus der Kompanie gerannt: Wir ergeben uns! Wir ergeben uns! Liebe Amerikaner, erschießt uns nicht! Wir ergeben uns! Habt Ihr noch Kaugummi?! Das Gelächter will nicht enden. Die Provokation ist so ungeheuerlich, die Persiflage so gekonnt, daß es wirklich passiert und Bausoldat Gärtner nicht bestraft wird, er wird in Zukunft Narrenfreiheit haben und immer als ein bißchen verrückt gelten. Ich wollte doch nur etwas von den den den, er stottert, den amerikanischen Kaugummis abhaben, sagt er zu seinen Freunden. Die Urlaubsmusterung. Stabsoberfeldwebel Spieß Schwandrau kontrolliert eigenäugig jeden der dreißig Spinde. Es folgt eine gewaltige Urlaubsansprache, in der noch einmal betont wird, daß auch zuhause Uniform zu tragen sei (Lachen.) und er sagt plötzlich zu Langer und Stabenow: Sie gehen zum Friseur, Ihre Haare sind zu lang. Die beiden verschwinden blitzschnell und schneiden sich Nacken und Stirn kahl, fünf Minuten später stehen sie wieder da. Ich habe gesagt, Sie sollen zum Friseur gehen und sich nicht selbst die Haare schneiden. Ich muß Sie solange zur Ordnung erziehen, bis Sie sich selbst zur Ordnung erziehen. Hier ist Ihre Ausgangskarte. Die beiden müssen den Kilometer zum Friseur hin und den zurück laufen, verpassen natürlich den Urlaubszug und büßen fünf Stunden Urlaub ein. F. hält die Fahrt fast nicht aus, dann sieht er endlich seine häßliche schöne Heimatstadt wieder, verbringt natürlich in westlichen Jeans, immer etwas ängstlich, die Tage, in Trance, im Taumel, er sieht Schiller, er sieht Ritschel, sie singen und texten, er kann nicht schlafen vor Leben und er ist viel mit dieser Frau zusammen. Und wenn er allein ist, übt er zu fallen. Mitten aufs Gesicht.
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Technische Daten


Erscheinungsdatum
02.08.2004
Sprache
Deutsch
EAN
9783937751047
Herausgeber
Anderbeck
Sonderedition
Nein
Autor
Holger Richter
Seitenanzahl
160
Auflage
1
Einbandart
Broschiert
Buch Untertitel
Eine Bausoldatengeschichte
Autorenporträt
Holger Richter, geb. 1970, arbeitet als Psychologe und Dozent. Er erlebte den Mauerfall in Uniform, und forschte zur Psychologie der Staatssicherheit. Holger Richter lebt und arbeitet in Dresden
Schlagwörter
Bausoldaten, Spatensoldaten, Dienst ohne Waffen in der NVA
Thema-Zusatz
zweite Hälfte 20. Jahrhundert (1950 bis 1999 n. Chr.)

Warnhinweise und Sicherheitsinformationen

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