Kreuzt man "Rosemaries Baby" und "Die Invasion der Körperfresser", so könnte das Ergebnis aussehen wie der Scince-fiction-Thriller von Debütregisseur und Drehbuchautor Rand Ravich. Hauptdarstellerin Charlize Theron, die schon in "Im Auftrag des Teufels" eine "Rosemarie"-ähnliche Rolle innehatte, sieht darüberhinaus Mia Farrow mit ihrem raspelkurzen blonden Pixie-Haarschnitt zum Verwechseln ähnlich. Doch den Tiefgang und die latent beunruhigende Bedrohung des Vorbilds sucht man vergeblich. Dafür gefällt sich der Regisseur in stimmigen Bildkompositionen, die den Film nur bedingt tragen.
Statt die Gattin von Keanu Reeves mimt Theron diesmal die bessere Hälfte von Johnny Depp. Er verkörpert den NASA-Astronauten Spencer Armacost, der bei einer Satellitenreparatur im All gemeinsam mit seinem Partner Alex Streck (Nick Cassavetes, Son von John Cassavetes, dem männlichen Hauptdarsteller von "Rosemaries Baby") schwer verletzt wird, als der Satellit explodiert. In dieser Zeit bricht der Kontakt für zwei Minuten ab und etwas Unheilvolles geschieht. Was genau, läßt sich leicht erraten, doch der Film tänzelt endlos um das offensichtliche Szenario herum. Nachdem Spencer wieder genesen ist, bricht sein Partner tot bei einer Party zusammen und seine Frau begeht beim Leichenschmaus Selbstmord, nicht bevor sie Spencers Frau Jillian mitgeteilt hat: "Mein Mann hält sich in mir versteckt.".Spencer kündigt seinen Job und nimmt eine leitende Stellung in einem Rüstungskonzern an. Jillian wird mit Zwillingen schwanger und fühlt sich zunehmend von ihrem Mann isoliert, der ihr nicht mehr recht geheuer ist. Er scheint ihre Gedanken lesen zu können und legt ein zunehmend seltsames Benehmen zutage. Ein ehemaliger NASA-Arzt (Joe Morton) schürt Jillians latentes Mißtrauen mit bizarren Mutmaßungen, aber sie will ihm nicht glauben. Doch allmählich sieht auch sie ihren bevorstehenden Nachwuchs in einem anderen Licht.
Trotz abstrakter Stilisiertheit und einem oft surrealen Ambiente, das sich unerwartet und reizvoll in den realistischen Ton einschleicht, kann Ravich nur bedingt Spannung erzeugen. Selbst eine Enthüllung, daß Jillian vor Jahren bereits in psychiatrischer Behandlung war, da sie mit fürchterlichen Alpträumen zu kämpfen hatte, wird lediglich in den Raum geworfen und alsgleich entkräftet anstatt eine effektive Ambivalenz zu erzeugen. Die Story ohne nennenswerte Überraschungen bleibt zu vorhersehbar. Die Schauspieler, allen voran Theron mit einer nuancierten Performance, leisten Schwerstarbei,t den Zuschauer ins Geschehen einzubinden. Depp begnügt sich dabei mit einer Nebenrolle, aus der er das Beste macht. Interessante Kameraeffekte umfassen ein paar ausgefallene Perspektiven und eine Zeitraffer-Aufnahme, in der Lehrerin Jillian wie ein Fels in der Brandung im Schulgang steht, während die Kinder an ihr vorbeirasen. Trotz der hübschen visuellen Spielereien zeigte sich das US-Publikum reserviert. ara.
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