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Beschreibung
Danziger Freiheit Independence Place Kolpingplatz Elsässer Straße Illinois Straße Andreasstraße Adolf-Hitler-Platz Roosevelt Square Seminar Platz Sudeten Straße Ohio Straße Weldenstraße Steierer Straße Florida Straße Gebsattelstraße . beschreibt eine lebhafte, unbekümmerte Kinderstimme in Michaela Meliáns Hörspiel (und Soundtrack zur gleichnamigen Diaprojektion) Föhrenwald, 2005. 1 Die ursprünglich nach den sogenannten wiedergewonnenen Gebieten bezeichneten Straßen und Plätze der Siedlung Föhrenwald wurden entsprechend der jeweiligen politischen Verhältnisse innerhalb von 16 Jahren zweimal umbenannt und die Straßennamen markieren die prägenden historischen Umkehrpunkte im „Leben” des Ortes. Föhrenwald, heute Waldram, ein Ortsteil von Wolfratshausen, liegt ca. 30 km südlich von München. Die erste kartographische Aufzeichnung der Region stammt von 1811 und zeigt das Gebiet als wenig besiedelt, aber bereits intensiv für Ackerbau genutzt. Der Streifen entlang der Isar war Teil des Königlichen Forsts. Dann die ersten Überfl ugaufnahmen von Föhrenwald: sie stammen vom 09. April 1945 und wurden von der amerikanischen Luftwaffe noch vor dem offi ziellen Kriegsende aufgenommen.2 Die strategische Lage der Siedlung ist darauf gut zu erkennen: durch einen Bahnhof an die Schienentrasse der Isartalbahn angebunden und in kurzer Distanz zu den im angrenzenden Waldstück verborgenen Munitionsfabriken, die zu den größten Rüstungsbetrieben des nationalsozialistischen Regimes zählten. Auch die zahlreichen Bombeneinschläge lassen sich hier ablesen. Föhrenwald entstand Ende der 1930er Jahre als eine von zahlreichen Arbeitermustersiedlungen im Rahmen nationalsozialistischer Planungsziele und städtebaulicher Organisationsideen. Genutzt wurde die Siedlung, die Teil der „Sozialen Wohnungsbauten der Verwertungsgesellschaft für Montanindustrie GmbH, Berlin“ war, schließlich als Lager für Zwangsarbeiter in der Rüstungsindustrie mit einer Kapazität von 4.500 Personen. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges diente der Ort aus 302 Wohneinheiten in Form von Reihen- und Doppelhäusern mehr als zehn Jahre als exterritoriale Siedlung für jüdische Displaced Persons. So entstand der am längsten bestehende „Wartesaal“ 3 der Auswanderung – Föhrenwald wurde 1957 als letztes Displaced Persons Camp aufgelöst –, aber auch ein Ort einer aus der Not geborenen neuerlichen Etablierung jüdischen Lebens in Deutschland. Darüber hinaus bildete sich hier einer der Ausgangspunkte für unterschiedliche Aktivitäten zur Vorbereitung und Unterstützung eines jüdischen Staates, wie z.B. der Ausbildung von KämpferInnen für den israelischen Unabhängigkeitskrieg. Nach der Aufl ösung des selbstverwalteten Lagers mit autarker Infrastruktur wurden ab 1956 schließlich kinderreiche deutsche heimatvertriebene Familien angesiedelt. Nachdrücklich und auf sehr subtile Weise bildet sich vor allem die unbegreifl iche Situation ab, der jüdische Displaced Persons nach Kriegsende in Deutschland ausgesetzt waren: Kaum der Verfolgung und den Konzentrationslagern entronnen, blieb den meisten erst einmal nichts anderes, als auf dem verhaßten deutschen Boden zu verharren in der Hoffnung auf eine baldige Auswanderung – möglichst in ein eigenes Land. Doch die Aufnahmebereitschaft vieler Länder war nicht so herzlich, wie man es erhofft und auch erwartet hatte, und der Staat Israel war noch nicht gegründet. (Am Rand: Eine verblüffende Überlegung zur Lösung des Auswanderungsproblems war im Übrigen, in Bayern einen eigenen jüdischen Staat aufzubauen.) So wurden wieder Lager eingerichtet, wieder Zäune gezogen bzw. die alten gleich weiterbenutzt. Trotzdem oder gerade deshalb, die historischen Abbildungen vom Leben im sogenannten „Regierungslager für heimatlose Ausländer“ Föhrenwald von Anfang der 1950er Jahre rufen auch die in die eigenen Familienfotoalben eingeklebten Erinnerungen wach. Die Siedlungsform Föhrenwalds fügt sich perfekt ein in die von kleinen Wällen durchzogene Moränenlandschaft, gespiegelt an einer Hauptstraße, welche die Verbindung zur Außenwelt herstellt. Diese Straße zweigt ab von einer Landstraße, die bereits auf den Uraufnahmen von 1811 eingezeichnet ist und die die Umgebung als nach Westen Ackerland, nach Norden und Süden stark bewaldet und im Osten an die Isar grenzend zeigen. Im Waldgürtel (dem Föhrenwald) nach Südosten entlang des Isarlaufs entstanden (nach erzwungenen Grundstücksverkäufen) um 1938/39 die Munitionsfabriken der Deutschen Sprengchemie GmbH und der Dynamit Actien-Gesellschaft (mit einer der größten Produktionskapazitäten des Deutschen Reiches), welche die Grundlage für die Stadtentwicklungen von Geretsried (das bis 1937 18 EinwohnerInnen zählte) und Wolfratshausen bilden sollten. Die Hauptstraße überquert die Schienentrasse der ehemaligen Isartalbahn und wird zur Achse der Siedlung, die schließlich auf dem zentralen ehemaligen Aufmarschplatz (1940: Adolf-Hitler-Platz > 1945: Roosevelt Square > 1957: Seminarplatz) endet. Die 1891 in Betrieb genommene Isartalbahn verband (bis 1964) die Region mit München, aber auch mit den Munitionsfabriken und bot somit die optimale Infrastruktur, ohne jedoch den Zweck zu offenkundig werden zu lassen. Die Bevölkerung sprach von einer Schokoladenfabrik. Die Musikerin und Künstlerin Michaela Melián (geboren 1956, lebt in Oberbayern) überlagert diese zahlreichen divergierenden Geschichten und historischen Bezugsfelder in der 60 minütigen Diaprojektion Föhrenwald auf subtile und gleichzeitig eindrückliche Art und Weise zu einer Geschichts(de)konstruktionsmas chine: Aus dem Dunkel treten weiße Linien hervor, schematisierte Umrißzeichnungen von Straßen- und Gebäudeszenerien, Strommasten, Straßenschilder, Hecken, Eingangtüren, Fenster, hochaufragende Giebeldächer. Zäune. Unbestimmte Zeit. Die als Diapositive projizierten, aber ins Negative gekehrten Zeichnungen lassen in weißem Strich ein überzeitliches Bild von Föhrenwald entstehen, das die Siedlung auf ihre wesentlichen Merkmale und Elemente reduziert und soziologische wie historische Zuschreibungen negiert oder immer wieder entzieht. Der Strich vereinfacht und uniformiert die lokale Szenerie. Die im großen Zusammenhang kleinen Details stehen gleichberechtigt neben den großen Formen, normierte Tür- und Fensterelemente werden zu individuellen Protagonisten in einem Ensemble aus satten weißen Strichen. Grauwerte entstehen vor allem in den kurzen Momenten der Überblendung, in denen zwei Motive ineinandergreifen, oder als eine optische Erfahrung, wenn die Linie anfängt zu bröckeln, faserig zu werden, sich in den pechschwarzen Grund einstanzt. Die Umkehrung der Linie ins Negative, das berückende Aufscheinen der weißen Konturen aus Licht in dem ansonsten dominierenden schwarzen Umraum, das Comichafte, bewirken einen Entfremdungseffekt, der den genähten, durch eine Maschine geführten Linien in früheren Diaprojektionen und Zeichnungsserien Meliáns, die Geschichte buchstäblich „einnähen“8, entspricht. Der gleichförmige Rhythmus der Diaprojektion fi ndet seinen Widerhall in einem Soundloop aus Sprache und Musik, der die Bildschleife überlagert. Verschiedene Stimmen berichten vom wechselvollen Leben in der Siedlung. Das Material liefern Texte aus der Entstehungszeit Ende der 1930er/Anfang der 1940er Jahre, Erinnerungen von ZwangsarbeiterInnen, die in den frühen 1940er Jahren im Lager Föhrenwald lebten, Interviews mit jüdischen BewohnerInnen des von 1945 bis 1957 bestehenden Displaced Persons Camps sowie mit seit 1956 angesiedelten deutschen Heimatvertriebenen, deren Familien teilweise bis heute dort wohnen. Das Hörspiel präsentiert keine Originalaufzeichnungen, sondern arbeitet mit im Studio von professionellen SprecherInnen in sachlichem Tonfall eingesprochenen Bearbeitungen der Erinnerungen und Interviews. Distanziert- unbekümmerte Kinderstimmen sprechen historische Verwaltungsdokumente. Die Überblendung der einzelnen Dias wird gespiegelt im Beat des Soundtracks, der als Ausgangsmaterial auf Fragmente von Kompositionen von Bach, Beethoven, Schubert und Mendelssohn Bartholdy zurückgreift und diese bis zur Unkenntlichkeit dicht in ambientem Sound verwebt. Die verwendeten Kompositionen entstammen Schellackplattenaufnahmen, die in den Jahren 1931-35 von jüdischen Schallplattenfi rmen wie beispielsweise von dem Spezial-Radio-Haus Lukra, Berlin, unter dem Namen Lukraphon veröffentlicht worden sind.9 Lukraphon galt als Hauslabel des Jüdischen Kulturbunds. Dieser war um 1935 (bis zu seinem Verbot 1941) in Folge der konzertierten totalen Verdrängung jüdischer KünstlerInnen aus dem offi ziellen, deutschen Kulturbetrieb entstanden, um jüdischen Kulturschaffenden eine weitere künstlerische Arbeit – natürlich nur vor einem ebenfalls rein jüdischen Publikum und mit einem rein jüdischen Repertoire – zu ermöglichen. Tatsächlich kam diese Gründung den Nationalsozialisten als „Lösung“ für die entstandene jüdische Massenarbeitslosigkeit entgegen, einerseits um im Ausland ein positives Bild eines scheinbar fl orierenden jüdischen Leben zu erzeugen, andererseits aber vor allem als propagandistisches Werkzeug zur Demonstration und Ausgrenzung der „verachteten“ sogenannten „arteigenen“ jüdischen Kultur im Gegensatz zur „geschätzten“ rein „arischen“ Kultur. Einige der im Umfeld des Kulturbundes aufgenommenen Schallplatten wurden Mitte der 1930er Jahre in Palästina herausgegeben und markierten so den Anfang einer israelischen Plattenindustrie. Der schmale Grat zwischen einer Siedlung als geschlossener, nach Außen abgegrenzter Gemeinschaft – Föhrenwald war entsprechend nationalsozialistischer Ideologie als „sozialer Wohnungsbau“ defi niert – und einem umzäunten Lager ist offensichtlich und auch der Föhrenwald ausführende Architekt Hermann Grünenwald überblendet die beiden Funktionen zwischen Arbeitermustersiedlung einerseits und Lager andererseits und zeigt den „Arbeite“ (und seine Familien) im „Großdeutschen Reich“ als „Lagerinsassen“: „Der Lageplan zeigt einen gemischten Wirtschaftsbetrieb, da hier mehrere Tausend männliche und weibliche Gefolgschaftsmitglieder und 40 bis 50 meist kinderreiche Familien unterzubringen sind. (.) Die rund 300 massiven Unterkunftsbauten wurden in gelockerter Bauweise an Straßenzügen um die in die Mitte gestellten Gemeinschaftsbauten gruppiert, so daß zwischen den Wohnbauten geräumige Grünanlagen entstanden. Durch eine Achsenstraße und niedere Holzzäune geteilt, ist eine geschlechtermäßige Trennung der Lagerinsassen erzielt. Die Familienwohnungen mit Nutzgärten sind an einer Randstraße angeordnet. (.) Das ganze Terrain ist mit einem Draht- und Holzzaun umgeben, um der in der Pforte untergebrachten Lagerwache die Kontrolle und Lagerwache zu erleichtern. Das Lager ist in allen seinen Anlagen eingerichtet im Betrieb und zeigt das Wohnen des deutschen Arbeiters im Großdeutschen Reich.“ Im Gegensatz zu Michaela Meliáns früheren Installationen, wie beispielsweise Panorama II (Kunsthalle Baden-Baden, 2004), Straße (Galerie Barbara Groß, München, 2003), Panorama (Galerie im Taxispalais Innsbruck, 2003) oder Ignaz Guenther House (Ignaz-Günther-Haus, München, 2002), in denen der die jeweilige Diaprojektion begleitende Soundtrack den Ausstellungsraum beherrscht, den Beat der Betrachtung prägt und vorantreibt, tritt in Föhrenwald das musikalische Thema zurück. Weniger minimalistischer Technobeat mehr romantische Assoziation, ein Gitarren-, ein Glockenspielthema, neu eingespielt wie auch gesampelt, wiederkehrende Loops in großen Schleifen, die den Rhythmus der Diaprojektion vorwegnehmen. „Von Disko zu House mit dem Klick einer Computer Mouse“ singt Michaela Melián auf der F.S.K.-Platte „First Take then Shake“: im Fall vom Ignatz Guenther House ging es vom Barock zur House-Musik mit einem Klick oder bei Föhrenwald von der Romantik bis zum Minimal. Michaela Meliáns Diainstallationen, Wandarbeiten und Zeichnungsserien verzahnen sich – wie bei einem Delay, das einzelne Sequenzen zu immer komplexeren musikalischen Soundmassiven auftürmt – zu einem geographischen, soziologischen und kritisch historiographischen Loop (im Fall der genannten Werkbeispiele vom niedersächsischen Triangel mit Bernward Vespers Biographie als Sohn eines überzeugten Nationalsozialisten und als zeitweiligem Lebensgefährten von Gudrun Ensslin im Hintergrund, über das Innsbrucker Riesenrundgemälde, zurück nach München zur Kommune I und Rainer Werner Fassbinder, weiter nach Baden-Baden den französischen Schriftsteller, Mediziner und Kollaborateur des faschistischen Vichy-Regimes Louis-Ferdinand Céline im Schlepptau). Hörspiel und Diainstallation Föhrenwald eröffnen hier ein weiteres Feld und bedienen sich stärker dramaturgischer und kinematographischer Elemente, um die Konstruktion und eindimensionale Lesart gesellschaftlicher Ordnungen und politischer Systeme zu dekonstruieren. „Der erste, welcher ein Stück Landes umzäunte, sich in den Sinn kommen ließ zu sagen: dies ist mein, und einfältige Leute antraf, die es ihm glaubten, der war der wahre Stifter der bürgerlichen Gesellschaft.“10 Die Lagerzäune sind Gartenzäunen gewichen und die Siedlung ist im 21. Jahrhundert angekommen. An vielen Ecken wird gebaut, die Siedlung hat sich um etliche Straßen und Hecken erweitert, Buddha-Figuren haben in der jetzt katholisch, ehemals jüdisch geprägten Siedlung Einzug gehalten und verkörpern die weltweite Faszination für fernöstliche Religion und Philosophie – auch wenn es nur zur Dekoration im Vorgarten ist. Die Freizeitzone Isar ist in unmittelbarer Nähe und lockt auch Auswärtige in die Region. Die Do it yourself-Moderne und die mit ihr einhergehende „Obisierung“ legt sich über das „historische Monument“ Föhrenwald, sie neutralisiert und verdrängt die historischen Bedeutungsschichten11 durch ihr vielfältiges Repertoire an Metall- oder Naturholzzäunen, durch die Variationsbreite von Eingangtüren, Vordächern, Fenstermodellen und Carports oder die Farbschattierungen der Dachziegel aus über 60 Jahren Geschichte. An nur noch wenigen Hausdächern ist als inzwischen fremdes historisches Detail die sensationell akkurate Stirnseitenabschlußkante, die auf eine Konstruktion ohne Dachstuhl verweist, zu finden – buchstäblich „Lost in Transition”. Der Bund der Kriegsblinden e.V. und Filmstiftung NRW verleihen zum 55. Mal die renommierte Auszeichnung "Hörspielpreis der Kriegsblinden/Preis für Radiokunst". In diesem Jahr erhält ihn Michaela Melián für „Föhrenwald”. Aus der Pressemeldung: „Der Hörspielpreis der Kriegsblinden, der zu den renommiertesten Auszeichnungen für Hörspielautoren zählt, wird gemeinsam vom Bund der Kriegsblinden Deutschlands e.V. und der Filmstiftung Nordrhein-Westfalen getragen. Mit dem Preis wird laut Statut jährlich ein von einem deutschsprachigen Sender konzipiertes und produziertes Hörspiel ausgezeichnet, das „in herausragender Weise die Möglichkeiten der Kunstform realisiert und erweitert”. Das Hörspiel ”Föhrenwald”, das die bildende Künstlerin und Musikerin Michaela Melián parallel zu einer multimedialen Installation gleichen Namens realisierte, wurde vom Bayerischen Rundfunk produziert und am 4. Juli 2005 urgesendet. Die Preisverleihung findet am 31. Mai im Plenarsaal des Bundesrates in Berlin statt. Entschließung der Jury: „Das Lager - eine Metapher für das zwanzigste Jahrhundert. Michaela Meliáns Hörspiel hat die Geschichte des Lagers Föhrenwald bei München zum Thema. Es war Lager zur Nazizeit, in der amerikanischen Zone und in der jungen Bundesrepublik: Zuerst Lager für Zwangsarbeiter, dann Lager für aus schlimmeren Lagern Befreite, schließlich Lager für Flüchtlinge. Michaela Melián setzt sich mit einem bedeutenden Thema auseinander, das sie mit großer Kunst stimmig aufarbeitet. Sehr verdichtet ist der Wechsel von Zeit und Bedeutung zusammengefasst in dem lakonisch zitierten Wechsel der Straßennamen in Föhrenwald: Adolf-Hitler-Platz - Independence Platz - Kolpingplatz. Bei diesem aus persönlichen Berichten und historischen Quellen gestalteten Hörspiel würdigt die Jury sowohl die sorgfältige und ergebnisreiche Recherche wie die künstlerische Darstellung. Zwei Jahre lang suchte Melián Zeitzeugen aus allen Epochen des Lagers, gewann ihr Vertrauen und befragte sie. Ihr Interesse gilt vor allem der Zeit zwischen 1946 und 1956, als Föhrenwald Auffanglager für sogenannte ‚displaced persons’ war – befreite KZ-Häftlinge, die meisten osteuropäische Juden, die auf Ausreise nach Israel oder Amerika hofften. Aus den Dokumenten gestaltet sie eine vielstimmige Komposition, die sehr klar, sehr konzentriert ist durch die Auswahl der Texte und durch die Darbietung: Die Erlebnisberichte werden nicht von den Zeitzeugen selbst, sondern von Schauspielern gesprochen. Dadurch werden sie vom Persönlichen abgelöst und auf eine andere Ebene gehoben. Durch die sparsam gewählten Mittel entsteht eine konzentrierte Ruhe, die den Hörer bannt. Dem rhythmischen Wechsel der Stimmen, in dem das individuelle Schicksal immer wieder durch virtuos gesetzte Zäsuren als ein gebrochenes dargestellt wird, steht die fließende Hörspielmusik gegenüber. Melián komponierte sie gemeinsam mit Carl Oesterhelt aus kurzen Fragmenten alter, verrauschter und zerkratzter Schallplattenaufnahmen klassischer Musik. In dieser Musik wird Zeit als ein unaufhaltsamer Fluss der Geschichte vertont, der gleichgültig über Einzelschicksale hinweggeht. Auf diese Weise setzt Melián historische Allgemeingültigkeit mit individuell Erlebtem in Beziehung und bereichert das Genre des Hörspiels um einen akustischen Ausdruck für erinnerndes Bewusstsein.“ Zur diesjährigen Preisträgerin: Michaela Melián wurde 1956 in München geboren und lebt in Wolfratshausen, unweit des ehemaligen Lagers Föhrenwald. Sie studierte Musik am Richard-Strauss-Konservatorium und Malerei an der Kunstakademie München, an der sie 1998 und 1999 als Gastprofessorin lehrte. Seit 1982 zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland. Melián veröffentlichte verschiedene CDs unter eigenem Namen sowie als Bassistin und Sängerin der Gruppe F.S.K (Freiwillige Selbstkontrolle). Viele ihrer künstlerischen Projekte sind dadurch gekennzeichnet, dass sie die klassische Trennung von Musik und bildender Kunst überwinden und „Klangbilder“ im Sinne des Wortes schaffen. Die parallel zu dem Hörspiel entstandene multimediale Installation „Föhrenwald“ wird als Sonderausstellung des Jüdischen Museums Franken (Fürth) bis zum 14.5.2006 nochmals zu erleben sein, in Dresden ist sie auf dem Hof der neuen Synagoge im Rahmen der Ausstellung „Von der Abwesenheit des Lagers“ im Kunsthaus Dresden noch bis zum 7.5. installiert. Der Jury unter Vorsitz der Autorin Anna Dünnebier gehören jeweils sieben Kriegsblinde und sieben Fachkritiker sowie fünf von der Filmstiftung NRW berufene Juroren aus dem Kulturbereich an. Frühere Preisträger waren u.a. Ingeborg Bachmann, Friedrich Dürrenmatt, Heiner Müller, Heiner Goebbels, Urs Widmer, Günter Eich, Ernst Jandl, Friederike Mayröcker, Walter Kempowski, Wolfgang Weyrauch, Christoph Schlingensief, Elfriede Jelinek und im vergangenen Jahr Stefan Weigl.“
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Technische Daten


Erscheinungsdatum
08.09.2006
Sprache
Deutsch
EAN
9783939444268
Herausgeber
Strunz! Enterprises
Sonderedition
Nein
Autor
Michaela Melián
Auflage
1
Einbandart
Audio CD
Lesealter
18
Gelesen von
Marion Breckwoldt
Schlagwörter
Kriegsblinden, Intermedium records, Föhrenwald, Oesterhelt, Carl, Hörspielpreis, Melián, Michaela
Höhe
125 mm
Breite
14.5 cm
Anzahl Discs
1

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