Fetzig-freche Nonstop-Anarcho-Hightech-Extravaganz aus dem Hause Aardman voller verrückter, kunterbunter und überraschender Weihnachtsfantasien.
Mit ihren liebenswerten, skurrilen und immer originellen Knetfiguren aus den Oscar-prämierten Kurzfilmen der "Wallace & Gromit"-Serie machten Aardman Animations schon Anfang der Neunzigerjahre auf sich aufmerksam. Doch inzwischen ist aus der einstigen britischen Talentschmiede, wo vieles noch Handarbeit war, eine gut geölte, wohl funktionierende Filmindustrie geworden, die Big-Budget-Produktionen von internationalem Format locker stemmen kann. Bestes Beispiel ist nun "Arthur Weihnachtsmann", das dieses Mal nicht aus Knete, sondern perfekten CG-Bildern entstand und bei dem es inhaltlich um eine mindestens ebenso herausfordernde Aufgabe geht.
Schließlich muss der gute alte Santa Claus es Jahr für Jahr schaffen, an Weihnachten sage und schreibe drei Milliarden Geschenke binnen kürzester Zeit unter die Leute zu bringen. Wie er diese Aktion mit seiner Familie, Myriaden von kleinen Helferlein, Elfen genannt, höchst innovativer Technik, die einer modernen Science Fiction zur Ehre gereicht, und in bester "Mission: Impossible"-Manier durchführt, ist nur eines der Highlights in einem ganz und gar untypischen und vielleicht gerade deshalb so unterhaltsamen "Weihnachtsfilm". Haben wir es doch ausgerechnet mit einer völlig anarchischen, reichlich arroganten (und auch sehr knollnasigen) Familie von Nikoläusen zu tun, die sich ständig in den Haaren liegt und so gar nicht das verkörpert, was man sich vom Fest der Liebe so erwartet. Dem entgegen steht Sorgenkind Arthur, liebenswerter Loser und tumber Tollpatsch, der aber das Herz am rechten Fleck hat und all seine Ängste verliert, als es darum geht, auch noch das letzte Kind in der Weihnachtsnacht mit einem Geschenk zu beglücken.
Wie bei Aardman so üblich strotzt auch dieses Abenteuer nur so vor winzigen witzigen Details, die Dialoge kommen dafür diametral zur Adventszeit derb und deftig daher und wenn der alte Anarcho-Opa sich schließlich im Mülleimer grölend von seinem besoffenen Rentier durchs Dorf ziehen lässt, ist lauthalses Lachen die einzige Alternative. Muss man noch erwähnen, dass 3D exzellent eingesetzt wird (herausragend dabei die Schlittenfahrt durchs nächtliche Toronto), jedes noch so heilige Adventslied gnadenlos verhohnepiepelt wird und dass die kleine Elfe Bryony mit Sicherheit die süßeste Verführung ist, seit es Verpackungsgehilfinnen dritten Grades gibt? Ja, man muss. lasso.
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