Mitreiรendes, charmantes schottisches Mรคrchen, das mit seiner Geschichte ebenso entzรผckt wie in der optischen Umsetzung.
Keine Spielzeuge, Monster oder Superhelden, sondern Figuren aus dem Mรคrchen bevรถlkern das neueste Pixar-Meisterwerk, das im Untertitel als Legende der Highlands firmiert. Es mag mit seinem Genre auf Disney-Turf wildern und sehr klassisch erzรคhlt sein, altbacken ist aber nichts an diesem Film, der frisch, unverkrampft und immer wieder รผberraschend von Anfang an den Zuschauer fรผr sich einnimmt und ihn bis zum Schluss nicht verliert bzw. ihn geradezu verzaubert. Der Film ist sogar sehr modern, steht doch ein rebellisches Mรคdchen, eine Prinzessin, die รผberaus mutig ist (wie der Originaltitel betont) im Mittelpunkt, die fรผr sich und ihre Generation Selbstbestimmung einfordert und die nicht wie im รผblichen Mรคrchen-Happy End unter der Haube landet. Allerdings wรคre das, an den Ehemann-Anwรคrtern gemessen auch nicht unbedingt ein Happy End, sind die drei (und ihre Vรคter), die um ihre Hand anhalten und sich beim Bogenschieรen bewรคhren mรผssen, kรถstliche Karikaturen. Mit die grรถรten Lacher kรถnnen die drei kleineren Brรผder von Merida fรผr sich verbuchen, die als Running Gag auf der Jagd nach ihren Lieblings-Keksen sind und nur Streiche im Kopf haben. Aber auch sonst sorgen Slapstick, derbe Schottenrock-Witze und wilde Schlรคgereien fรผr einen sehr hohen Spaร-Faktor. Die Regisseure und Drehbuchautoren Mark Andrews und Brenda Chapman und Koregisseur und Drehbuchautor Steve Purcell beherrschen aber auch die spannenden und hochdramatischen Momente perfekt, so dass man bei einer Szene etwa Trรคnen vergieรt, die in anderem Kontext einfach nur kitschig gewesen wรคre. Wunderschรถn und auch so kristallklar und perfekt wie vielleicht noch nie in 3D umgesetzt sind die Bilder etwa der schauerromantischen, dunkelgrรผn-bemoosten schottischen Wรคlder, durch die Merida mit ihren wehenden roten Haaren auf ihrem Kaltblรผter galoppiert oder die an Stonehenge gemahnende nรคchtliche Lichtung, die zu einem Hexenhรคuschen fรผhrt, wo der zu brechende schreckliche Fluch seinen Ursprung hat und die dort hausende Hexe eine ungewรถhnliche Vorliebe fรผr Schnitzarbeiten hegt. Die Hintergrรผnde ebenso wie Details wie das Haar der Protagonistin und ihres Pferdes sind schlicht beeindruckend. Man wundert sich รผber die technische Perfektion, warum der Film aber so gut funktioniert, liegt an der Menschlichkeit der Figuren, die aller รผbertriebener Zรผge zum Trotz ihr Herz am rechten Fleck haben. Ein Mรคrchen, das mit bekannten Figuren und frischer Herangehensweise in eine Welt entfรผhrt, die man nicht mehr verlassen mรถchte. hai.