Nicolas Cage wandelt auf Fausts Spuren und liefert sich als PS-starker Marvel-Held mit Mephisto ein teuflisches 3D-Gefecht.
Der Ghost Rider gibt wieder Gas und rast als lichterloh brennendes Skelett durch die Nacht. Der erklรคrte Bunte-Bildchen-Fan Nicolas Cage, gleichermaรen PS- ("Drive Angry") wie auch okkult-erfahren ("Der letzte Tempelritter"), schlรผpft mit trauriger Miene und Kajal-umrandeten Augen zum zweiten Mal in die Rolle des gequรคlten Marvel-Helden, der stets das Bรถse soll und dann doch das Gute schafft. Als Johnny Blaze war er einst Motorrad-Stuntman - bis er seine Seele an Mephisto verkaufte, um das Leben seines kranken Vaters zu retten. Mit der gesuchten Ruhe in der Einsamkeit Osteuropas ist es vorbei, als Abgesandte des Teufels den mit รผbernatรผrlichen Krรคften ausgestatteten Danny (Fergus Riordan) und dessen Mutter Nadya (Violante Placido) entfรผhren und Kriegermรถnch Moreau (charismatischer Muskelberg: Golden-Globe-Gewinner Idris "Luther" Elba) Blaze bittet, ihn bei der Suche nach dem verschleppten Jungen zu helfen.
"Ghost Rider: Spirit of Vengeance" knรผpft nahtlos ans Original auf dem Jahre 2007 an, man braucht aber Mark Steven Johnsons Erstling nicht gesehen haben, um sich auch beim Sequel leicht zurechtzufinden. Nic Cage gibt als gnadenloser Rรคcher auf seinem Zweirad ordentlich Gummi und lรคsst seinen Totenschรคdel glรผhen, derweilen Ciarรกn Hinds ("The Rite - Das Ritual") als Fรผrst der Finsternis entsprechend satanisch dagegen hรคlt. Auf harter Action und hohem Tempo liegt der Fokus, wenig verwunderlich, zeichnen doch die einschlรคgig vorbelasteten "Crank"-Regisseure Mark Neveldine und Brian Taylor fรผr diese gut geรถlte Comic-Adaption verantwortlich, bei der sie auch mit (CG-)Reizen nicht geizen und zwischendurch ansehnliche, der Vorlage geschuldete Zeichentricksequenzen einbauen.
Das Drehbuch, an dem unter anderem David S. Goyer ("Blade") mitschrieb, dient primรคr dazu, die einzelnen Sequenzen miteinander zu verknรผpfen und die Akteure rasch zu den diversen pittoresken Schauplรคtzen - mittelalterliche Burg, Wรผstenkloster (mit Gastaufritt Christopher Lambert als gesichtstรคtowiertem Ordensmann), Amphitheater... - zu geleiten, wรคhrend David Sardy ("The Green Hornet") mit seinem wummernden Speed-Metal-Score fรผr das nรถtige Tempo sorgt. Und damit man bei den diversen Hรถllenritten auch das Gefรผhl hat, auf dem Sozius des Titelhelden zu sitzen, baut man zudem auf die angesagte 3D-Technik - was besonders beim analogen Schmuckstรผck des Films zum Tragen kommt: Die formvollendete Italienerin Violante Placido ("The American") beweist, mรผhelos und nachhaltig, dass die besten Effekte nicht kรผnstlich herzustellen sind. geh.
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