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Beschreibung
Zärtlich. Pathetisch. Mitreißend direkt. Helmut Oehring ist hörendes und sprechendes Kind gehörloser Eltern. Erst mit vier Jahren kommt er mit der Welt der Hörenden in Kontakt – eine fremde und meist feindselige Welt. Doch dann entdeckt er etwas, das ganz ihm gehört: die Musik. Und wird als völliger Autodidakt zu einem der wichtigsten zeitgenössischen Komponisten. Oehring erzählt eine Lebensgeschichte, in der man aus dem Lachen, Weinen und Staunen nicht herauskommt. Er erzählt, wie sein gehörloser Bruder dreimal Republikflucht begeht, angeschossen wird, ins Gefängnis muss und dann später im Westen von einem Auto überfahren wird. Wie der Vater als gehörloser Torsteher des legendären Dresdener SC sportliche Triumphe bei den Hörenden feiert. Oder wie die Schulleitung den jungen Oehring ins Heim schicken will, weil er dabei erwischt wurde, wie er in seiner Wut mit dem Luftgewehr vom Balkon auf Leute schießt. Die Schulleitung bestellt die Eltern ein. Oehring muss übersetzen …
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Technische Daten


Erscheinungsdatum
10.12.2012
Sprache
Deutsch
EAN
9783442742905
Herausgeber
btb
Sonderedition
Nein
Autor
Helmut Oehring
Seitenanzahl
256
Einbandart
Taschenbuch
Buch Untertitel
Vom Kind gehörloser Eltern zum Komponisten
Schlagwörter
biografie, musik, kunst, buch, bücher, biographien, taschenbuch, autodidakt, republikflucht, lebensgeschichte, autobiografie, taubheit, gehörlosigkeit, deutschland
Thema-Inhalt
AVN - Komponisten und Songwriter DNBF1 - Autobiografien: Kunst und Unterhaltung DNC - Memoiren, Berichte/Erinnerungen
Thema-Zusatz
Deutschland, Zweite Hälfte 20. Jahrhundert (ca. 1950 bis ca. 1999), 21. Jahrhundert (ca. 2000 bis ca. 2100)
Höhe
187 mm
Breite
11.9 cm

Hersteller: btb Taschenbuch, Neumarkter Straße 28, München, Deutschland, produktsicherheit@penguinrandomhouse.de, Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH

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3.7
Aus 3 Bewertungen zu Mit anderen Augen
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Selbstwahrnehmung
Ursula U. - Bewertet am 02.05.2026
Zustand: Exzellent
Tilda ist eine erfolgreiche Geschäftsfrau, geschieden, mit zwei erwachsenen und erfolgreichen Töchtern. Sie lebt in einem schönen Haus mit Hund und Katze und hat Freundinnen, die ihr immer zur Seite stehen. Bis sie eines Tages feststellt, dass ihr kleiner Finger verschwunden ist. Er ist noch da, sie sieht ihn nur nicht. Die Diagnose ihrer Ärztin lautet Unsichtbarkeit, eine unheilbare Krankheit, die Frauen ab Mitte 40 betrifft. Es kann bis zum völligen Verschwinden führen. In der Therapeutin Selma findet sie Hilfe um doch eine Heilung zu erlangen. Sie soll in sich hineinhorchen, feststellen, wie sie sich selbst wahrnimmt und meditieren. Neben der Unsichtbarkeit, die viele Frauen kennen, auch wenn sie körperlich noch vollständig sind, werden sie bei Beförderungen übergangen, Leistungen nicht erkannt und ihre Aufopferung bis zur Selbstaufgabe für die Familie nicht gewürdigt, sind die Themen Gewalt in der Ehe, Autismus, ADHS und Erblindung in die Handlung eingewoben. Der Selbstfindungstripp Tildas führt über mehrere Formen der Meditation hin zu einem völlig unrealistischen Happyend, bei dem wirklich alles perfekt ist. Die Idee ist hervorragend, an der Umsetzung hapert es leider. Für einen Roman ist viel zu viel Meditation dabei, und das Ende einfach nur rosarot und unglaubwürdig.
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Witziger Kampf gegen Unsichtbarkeit
Diana K. - Bewertet am 26.04.2026
Zustand: Exzellent
"Mit anderen Augen" von Jane Tara ist ein kluger, ermutigender Roman über weibliche Identität, der mit Humor und Tiefe unter die Haut geht. Tilda Finchs unerwartete Unsichtbarkeit wird zum Ausgangspunkt für eine inspirierende Reise der Selbstwiederentdeckung. Ein Buch, das zum Schmunzeln und Nachdenken anregt. Tilda Finch, 52-jährige erfolgreiche Geschäftsfrau und Mutter erwachsener Zwillingstöchter, entdeckt eines Morgens, dass ihr kleiner Finger spurlos verschwunden ist – ohne Blut oder Schmerz. Ihre Ärztin diagnostiziert "Unsichtbarkeit", eine unerforschte Krankheit, die Frauen ab einem gewissen Alter trifft und unaufhaltsam fortschreitet. Statt sich ihrem Schicksal zu ergeben, nimmt Tilda mit Witz und Mut den Kampf auf, um sichtbar zu bleiben – für ihre Töchter, ihr Business und ihre Freundinnen – und lernt, sich selbst mit anderen Augen zu sehen. Besonders gelungen sind die passenden Zitate vor jedem Kapitel, die wie Leuchttürme wirken und Tildas innere Reise perfekt untermalen – etwa „Du bist nicht unsichtbar, wenn du dich selbst siehst.“. Jane Tara verpackt die Metapher der Unsichtbarkeit in eine märchenhafte, witzige Handlung voller Komik und Inspiration, die weibliche Selbstwahrnehmung klug beleuchtet. Die Figuren sind lebendig und nachvollziehbar: Tildas Alltag mit Familie, Freundinnen und Karriere fühlt sich authentisch an und macht den Roman zu einem echten Pageturner. Manche Szenen wirken stellenweise etwas überspitzt, was die Ernsthaftigkeit der Themen wie Alterung und Identitätsverlust leicht verwässert. Dennoch überwiegt der charmante Gesamteindruck bei weitem. "Mit anderen Augen" ist eine herzliche Empfehlung für alle, die humorvolle Romane mit Tiefgang suchen – perfekt, um sich selbst neu zu entdecken. Jane Tara schafft ein inspirierendes Werk, das unterhält und motiviert, sichtbar zu bleiben.
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Ein Buch, das den Blick verschiebt
Carina U. - Bewertet am 22.04.2026
Zustand: Exzellent
Das Cover des Buches deutet es bereits an: der "alte" Vorhang wird weggeschoben und macht den Blick frei für etwas Neues. Jane Taras "Mit anderen Augen" hat mich auf leise, beinahe unmerkliche Weise beeindruckt. Während der Lektüre hatte ich wiederholt den Eindruck, dass sich mein Blick auf scheinbar Vertrautes behutsam verschiebt; ganz so, wie es der Titel suggeriert. Taras Sprache ist von bemerkenswerter Präzision und Zurückhaltung geprägt; sie verzichtet auf dramatische Übersteigerung und vertraut stattdessen auf die Wirkung genauer Beobachtung und feiner Zwischentöne. Gerade diese Zurückhaltung empfinde ich als besondere Stärke des Buches: Figuren und Gedanken entfalten sich allmählich und mit großer Sensibilität. Für mich wurde der Text zu einer stillen Einladung, die eigenen Wahrnehmungsmuster zu hinterfragen. Ein unaufdringliches, doch nachhaltig wirkendes Buch.
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