Aus der trade-a-game Redaktion (Autor: Lars Stegemann)
Das Schwarze Auge: Drakensang
Das Schwarze Auge: Drakensang: Ein komplexes Rollenspiel im Pen&Paper-Universum aus deutschen Landen.
Radon Labs hat in Drakensang die Welt des Pen&Paper-Spiels Das Schwarze Auge liebevoll umgesetzt und strebt nun die Nachfolge von Baldur`s Gate und Neverwinter Nights an. Dazu haben sie ein klassisches Rollenspiel mit komplexem Spielsystem und taktischen Kämpfen geschaffen.
Charakterentwicklung nach den DSA-Regeln
Wie jedes Rollenspiel beginnt auch Das Schwarze Auge: Drakensang mit der Charaktererstellung. Dort können Sie aus 20 vorgefertigten Charakteren einen auswählen, beispielsweise einen Elfen-Waldläufer oder einen Thorwaler-Piraten. Neben Ihrem eigenen Charakter lernen Sie im Laufe des Spiels auch zehn Gefährten kennen. Mit drei von ihnen dürfen Sie in die Schlacht ziehen, der Rest bleibt zu Hause, erhält aber dennoch die gleiche Erfahrung wie die kämpfenden Recken. Die Charaktere unterscheiden sich dabei in ihren Fähigkeiten, die sich in 17 Charakterwerte, 23 Talente, 13 Waffengattungen, 39 Spezialfähigkeiten und 45 Zaubersprüche aufteilen. Dank der komplexen Charakterentwicklung können Sie Ihren Charakter allerdings nach Ihrem Geschmack formen. Dazu erhalten Sie durch Kämpfe und Quests wie in den meisten Rollenspielen Erfahrungspunkte, die Sie in eben genannte Dinge investieren können. Hier zeigt sich die ganze Komplexität von Drakensang, das das DSA-Regelwerk sehr liebevoll umsetzt. Grundlage hierfür ist die Regeledition 4.0 in leicht abgeänderter Form.
Die Story von Drakensang
Das erste PC-Spiel, das auf dem Pen&Paper-Rollenspielsystem Das Schwarze Auge basiert, wurde von Radon Labs entwickelt. Die Geschichte des Spiels stammt aus der Feder der Autoren der DSA-Saga. Hintergrund: In der Welt Aventuriens bedrohen Drachen erneut, von finsteren Mächten angetrieben, die Völker des Kontinents, Menschen, Zwerge und Elfen. Doch Drakensang beginnt beschaulich, in einem Dorf namens Avestreu. Sie sollen ihren alten Freund Ardo In Ferdok besuchen. Dazu benötigen Sie jedoch zwei Fürsprecher, nur dann können Sie nach Ferdok weiterreisen. In den ersten Aufträgen verdienen Sie sich die nötigen Passierscheine und lernen durch Tutorial-Texte die Spielmechanik des Rollenspielschwergewichts kennen. Neulinge brauchen aber trotz der Einführung einige Zeit, um sich in die Spielmechanik von Drakensang einzuarbeiten, die einen sehr großen Handlungsspielraum bietet. In Ferdok wartet eine Mordserie darauf, aufgeklärt zu werden, ebenso wie die Rolle von Erzmagier Rakorium Muntagonus und der Hesindekirche, die zum zehnten Jubiläum der Drachenqueste ausgerufen wurde.
Drakensang mit Kampfsystem und Quests in typischer Rollenspielmanier
Das Bestreben der Entwickler war es, ein traditionelles Rollenspiel wie etwa Baldur`s Gate oder Neverwinter Nights zu entwickeln. Dazu wurde ein rundenbasiertes, taktisch anspruchsvolles Kampfsystem eingebaut. Ähnlich wie in den Vorbildern kann das Spiel jederzeit pausiert werden, um Ausrüstung anzulegen oder der Party Befehle zu erteilen. Dabei wurde das komplexe Kampfsystem der Pen&Paper-Vorlage Drakensang sehr genau umgesetzt. So wird rundenbasiert um den Erfolg einer Attacke gewürfelt. Wer möchte, kann sich durch ein Zusatzfenster jede Tätigkeit detailgetreu aufschlüsseln lassen und so genau sehen, weshalb ein Kampf siegreich ausging oder nicht. Während man am Anfang gegen Wölfe oder Ratten zu Felde zieht, werden die Gegner im Spiel zunehmend schwerer und erfordern mehr Taktik. So verhält es sich auch mit den Quests. Während zu Anfang typische Aufgaben wie in World of Warcraft warten, werden diese in Das Schwarze Auge: Drakensang mit der Zeit immer interessanter und ideenreicher bis zum furiosen Finale des Spiels.
Eine Welt mit viel Atmosphäre
Erfahrene DSA-Spieler werden sich in der Welt von Drakensang sofort wohlfühlen, denn die Entwickler haben einiges aus der Rollenspiel-Vorlage übernommen. Das fängt bei der Architektur an und geht bis zu den Charakteren. Außerdem lädt auch die Landschaft außerhalb der Wege zum Entdecken ein und sie erhalten später sogar ein eigenes Anwesen. Die gut gelungenen Dialoge sind leider nur teilweise vertont. Der Tod in Aventurien ist außerdem endgültig. Man sollte also regelmäßig speichern. Denn vor allem zu Beginn beißen Einsteiger oft ins Gras. Störend in Drakensang ist lediglich die Kameraführung, die nicht immer so wie der Spieler will. So sieht man leider nicht immer das, was man gern sehen würde, und schaut beim Vorwärtslaufen auch schon mal nach hinten. Und die Welt ist zwar lebendig, doch es ist nur wenig Bewegung in der Welt, so gibt es keine Tag-Nacht-Wechsel, kein Wetter und Questgeber und Händler sind stets an derselben Stelle anzutreffen.
Fazit:
Das Schwarze Auge: Drakensang ist ein klassisches Rollenspiel mit komplexer Spielmechanik, die detailverliebt aus der Pen&Paper-Vorlage umgesetzt wurde. Die anspruchsvollen Taktikkämpfe und die Charakterentwicklung benötigen jedoch eine gewisse Zeit der Eingewöhnung. Der Drakensang-Trailer bietet einen ersten Einblick in die Fantasywelt.