Zweiter schräg-charmanter Animationsspaß aus Estland und Lettland mit der kleinen sympathischen Hundedame Lotte, bekannt aus der gleichnamigen Kika-Serie.
Gut fünf Jahre nach ihrem ersten Animationsabenteuer "Lotte im Dorf der Erfinder" hat das baltische Regie-Duo Janno Pöldma und Heiki Ermits erneut zugeschlagen. Und natürlich steht auch in "Lotte und das Geheimnis der Mondsteine" die süße kleine, vollkommen furchtlose und sehr abenteuerlustige Hundedame, die man auch aus der gleichnamigen Kika-Serie kennt, im Mittelpunkt. Dieses Mal ist die Geschichte als eine Art Road Movie angelegt, so konnte man den Plot Station für Station in leicht verdauliche kleine Häppchen aufteilen. Kindgerecht ist auch der Pinselstrich, klare, einfache Formen dominieren, die Farben sind überwiegend hell, freundlich und frühlingshaft bunt.
Lotte funktioniert als Sympathieträgerin einmal mehr hervorragend, sie agiert freundlich, ist stets höflich und lässt sich auf ihrer Reise durch nichts und niemanden aus der Ruhe bringen. Für einen Kinderzeichentrickfilm bemerkenswert und fast schon ein wenig zu abgehoben sind die surrealen, ja zum Teil psychedelisch anmutenden Sequenzen, etwa jene in einem Tanzclub, wo Hunde und Katzen einträchtig nebeneinander lernen, wie man über das Parkett förmlich schwebt. Kurios auch das Wasserlabyrinth eines verrückten Regenprofessors sowie eine kitschige, zuckersüße Traumwelt, die zum Teil an die Gemälde eines René Margritte erinnert. Dass Pöldma und Ermits ihre überbordende Phantasie zum Glück selten im Griff haben, spürt man auch beim Pfannkuchen-Angeln vor der Pinguininsel oder bei diversen Erfindungen wie einem hölzernen Motordreirad oder einer originellen Maschine im Wald, die ökologisch unbedenkliche Zahnbürsten herstellt.
Und der Technik-verwöhnte und 3D-geschulte Zuschauer drückt auch gerne mal ein Auge zu, wenn sich in den statischen Hintergründen gar nichts tut und die Bewegungen der Figuren nicht immer fließend sind. Positiv zu Buche schlägt sicherlich die für Vorschulalterkids übersichtliche Länge von rund 80 Minuten, das schöne Happy-End, wenn die dreiohrigen Mondhasen endlich wieder auf ihren Trabanten zurückkehren dürfen, und natürlich Lottes finale Frohbotschaft "Das Leben muss aufregend bleiben". lasso.