Die Fernsehfilme des MDR sehen immer ein bisschen so aus, als gehรถrten sie eigentlich auf den Freitag. In der Regel handelt es sich um Romanzen mit Hindernissen, die grundsรคtzlich gut ausgehen und gern auch mal komรถdiantisch angelegt sind.
Unbedingt sehenswert ist das selten, รคrgerliche Zeitverschwendung aber auch nicht. "Liebe auf vier Pfoten" allerdings steckt derart voller Fehler und Logiklรถcher, dass es eigentlich nur zwei Mรถglichkeiten gibt: Entweder haben Buch, Regie und Redaktion selig geschlafen; oder es war allen Beteiligten schlicht egal. Vielleicht hat man auch gehofft, das Publikum sei so fasziniert von den beiden kleinen Luchsen, eindeutig die Stars des Films, dass es die verschiedenen Ungereimtheiten gar nicht bemerken werde.
Schon die Geschichte (Buch: Natalie Scharf) ist von bemerkenswerter Schlichtheit: Die Salzburger Anwรคltin Claudia (gespielt von der Wienerin Susanne Michel) will ihren Urlaub ausgerechnet in einer Waldhรผtte in der Lausitz verbringen. Vermieter des Feriendomizils ist der Eigenbrรถtler Mark (Florian Fitz), der schon ungelenk eingefรผhrt wird: "Du weiรt doch, was die Einheimischen รผber ihn erzรคhlen", tuscheln zwei Touristinnen. Claudia hat ihr Gspusi Erik (Christian Spatzek), der offenkundig gar nicht zu ihr passt, zurรผckgelassen und ignoriert seine Anrufe. Und weil Mark auf Frauen irgendwie komisch reagiert, ahnt man gleich: Der ist bestimmt verwitwet. Vorher aber kommen zwei Luchsbabys ins Spiel: Ein finsterer Wilderer hat ihre Mami ermordet, und Claudia adoptiert sie kurzerhand; natรผrlich gegen den Rat von Mark, der der Natur ihren Lauf lassen will. Dank der Fรผrsprache des vรคterlichen Heinrich (Siegfried Rauch), der so etwas wie ein Tierasyl fรผhrt, unterstรผtzt Mark die Stรคdterin aber doch noch, und so kommt man sich scheu und zaghaft ein bisschen nรคher.
Bis dahin holpert die Geschichte zwar durch einige Schlaglรถcher, stรผrzt aber nicht ab. Dass dem MDR der einheimische Dialekt offenbar peinlich ist und deshalb in den Filmen aus Erfurt oder Leipzig nie jemand sรคchsisch spricht, kennt man ja schon. Auรerdem spricht auch die Salzburgerin lupenreines Hochdeutsch. Dass Claudia durch sintflutartigen Regen fรคhrt, nach einem Schnitt aber wieder strahlender Sonnenschein herrscht und von den Wassermassen nichts mehr zu sehen ist: Das scheint man bei Fernsehfilmen immer รถfter hinnehmen zu mรผssen. Und wer je gesehen hat, welche Folgen der Stich einer Kriebelmรผcke hat, wird Marks Warnung, nachts Fenster und Tรผren geschlossen zu halten, brav befolgen. Claudias Tรผr aber ist immer auf; die Mรผcken werden nie wieder erwรคhnt.
Dann jedoch wird's richtig schlampig. Mark lรคdt seinen Gast zum Essen ein, sie greift ins Bรผcherregal, als er das Dessert holt, und prompt fallen ihr ein Ausweis und ein Hochzeitsfoto in die Hรคnde: Der Schuft ist verheiratet! Ist er natรผrlich nicht, wie Claudia rasch im Internet recherchiert: Die Gattin ist bei einem Autounfall verstorben. "Du weiรt, wie traurig sie immer war", sagt sein Schwiegervater am Grab. Und weil die Kamera einen langen Blick auf das Kreuz wirft, hat man Zeit zum Rechnen: Laut Zeitungsartikel war Marks Frau 29, als sie starb; laut Grabstein 35. Der Rest ist Heimatdrama und Happy End. tpg.