Mit einem warmherzigen Surf- und Familiendrama erinnern Curtis Hanson und Michael Apted an den Beginn der Big-Wave-Euphorie und eine 16-jährige Board-Legende.
Hanson, der aus gesundheitlichen Gründen in den letzten drei Drehwochen von seinem Kollegen Apted ersetzt wurde, und Star Gerard Butler, der bei den Dreharbeiten die Gewalt der Wellen zu spüren bekam, brachten große Opfer für diesen Film, der sich in der Stunde des größten Triumphs auch einer in den letzten Bildern nachgereichten Tragödie stellen muss. Erzählt wird von "Mavericks", von echten Indivualisten und Draufgängern, aber auch vom gleichnamigen Surfpoint an der kalifornischen Küste, an dem sich alljährlich die höchsten Wellen auftürmen. Dort wurde der 16-jährige Jay Moriarity zum Mythos - durch einen der spektakulärsten Kammstürze aller Zeiten, den man auf einigen Web-Portalen noch bestaunen kann.
Moriaritys Aufstieg zum Big-Wave-Master, der auch die Veteranen beeindruckte, bettet das Drehbuch etwas formelhaft in eine Konflikt-Melange ein. Das Spektrum umfasst Väter, die ihre Familien verlassen, Mütter, die in miese Beziehungen und zum Alkohol flüchten, Freunde, die von Drogen verführt werden, und Bullies, die das Leben mit dem Baseballschläger begleiten. In dieser Ballung nötig hätte das die Story eigentlich nicht, die trotzdem ihren Fokus in der Leidenschaft fürs Surfen und der Freundschaft zwischen Jay (Jonny Weston) und seinem Mentor "Frosty" Hesson (Butler) findet. Ein Hauch von Mr. Miyagi und "Karate Kid" ist spürbar, wenn Hesson den Nachbarjungen in zwölf Wochen auf das Überleben in den Wellengiganten vorbereitet und dabei seinen eigenen Kindern ein besserer Vater wird.
Vom Surferdude mit Flachhirn, wie ihn Sean Penn in "Ich glaub', ich steh' im Wald" zum Kult machte, ist der charismatische Butler, der vor diesem Film kaum surfen konnte, weit entfernt, ist stattdessen der Schule der Surf-Philosophen zuzuordnen. Mit der wehmütigen Erinnerung an eine vergangene Ära, aber auch dem Funfaktor von John Milius' Klassiker "Tag der Entscheidung" kann "Mavericks" zwar nicht mithalten, aber auf dem Wasser, vor allem im Finale, das die Hierarchie im Verhältnis Mensch-Natur überdeutlich macht, entlädt er seine ganze Kraft. Was jetzt noch fehlt, ist ein Film, der mit subjektiven Einstellungen Angst und Euphorie des Big-Wave-Surfens nacherleben lässt, ohne seine Stars auf den Friedhof zu schicken. kob.
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