Whitney Houston letzter Film verknรผpft ein engagiert gespieltes Familiendrama mit einer Showbiz-Aufstiegsgeschichte.
Bevor Joel Schumacher Regisseur wurde, schrieb er auch Drehbรผcher. Sein erstes lieferte 1976 die Vorlage fรผr das musikalische Drama "Sparkle", das zur Folie fรผr das Broadway-Musical "Dreamgirls" wurde. Newcomer Salim Akils Remake prรคsentiert sich als konventioneller, aber kompetenter Unterhaltungsfilm. Fast jeder Song ist an Auftritte gekoppelt. Spontane Gesangsausbrรผche, die Genreneulinge verstรถren kรถnnten, gibt es also nicht in diesem Familiendrama im Musikmilieu, bei dem Elemente von "Fame" und "Carrie" miteinander reagieren. War im Vorgรคnger noch das Harlem der 1950er Jahre Schauplatz, ist es jetzt die Motown-Metropole Detroit in den 1960er Jahren.
Titelfigur Sparkle und ihre รคlteren Schwestern Sister und Dolores werden mit Strenge und der Bibel als Leitfaden von ihrer Mutter (Whitney Houston) รผberwacht. Von Sisters sexuell aufgeheizten Auftritten als Sรคngerin ahnt die Mutter nichts, Sparkles Trรคume, als Songwriterin populรคr zu werden, ignoriert sie. Als mit Sister als Star und den Schwestern als Back-up eine Girlgroup gegrรผndet wird und diese im Sog von "The Supremes" die Aufmerksamkeit groรer Plattenfirmen erregt, scheint das Fundament fรผr eine Karriere im Showbiz gelegt. Doch Sisters Beziehung zu einem halbseidenen Starkomiker, von der Mutter als Sรผndenfall und Grund zum Bruch bewertet, sabotiert die Karriere des Trios, als der Lover sich auch als Schlรคger entpuppt.
Assoziationen zur eigenen Biografie sind unรผbersehbar in diesem Projekt, fรผr das Whitney Houston 12 Jahre lang kรคmpfte. Von einem starken Auftritt abgesehen, รผberlรคsst der tragische Superstar den Jรผngeren das Mikrofon. Dort dominiert Carmen Ejogo als Sister zwei Drittel des Films, zeigt eine darstellerische Glanzleistung wie auch Mike Epps als ihr Lover, dessen Namen Satin die Nรคhe zur Hรถlle suggeriert. Jordin Sparks, Siegerin der Casting-Show "American Idol", wird als Sparkle vom Plot lange als Sรคngerin versteckt. Wenn sie aber aus dem Schatten Sisters tritt, folgt sie den Spuren von Oscargewinnerin Jennifer Hudson, auch wenn ihre Figur passiver angelegt ist und dem Soundtrack, der Songs von Curtis Mayfield und R. Kelly mischt, eine grandiose Nummer wie Hudsons Vulkanausbruch "And I'm Telling You I'm Not Going" fehlt. kob.