Auch die Fortsetzung des animierten Weihnachtswinterabenteuers erfüllt den kindlichen Wunsch nach Fun und Action, thematisiert aber auch die Patchwork-Family-Problematik.
Rund 750.000 Zuschauer allein in Deutschland konnte "Niko - Ein Rentier hebt ab" vor zwei Jahren auf sich vereinen. Ein großer Erfolg, wenn man bedenkt, dass Figur und Story keiner eingeführten Marke zugrunde liegen. Der Lohn folgt nun auch in Form einer Fortsetzung des Animationsabenteuers. Dabei halten sich die Macher, der finnische Puppentrickfilmfachmann Jari Juusonen und der Däne Jörgen Lerdam (er realisierte u.a. zwei "Pettersson & Findus"-Filme und ist Koregisseur von "Ritter Rost"), an das Rezept des Vorgängers. Sprich: Sie präsentieren eine ausgewogene Mischung aus spaßigen Sequenzen mit viel Dialogwitz und aufregenden Momenten mit einer bösartigen, Zähne fletschenden Wölfin samt ihrer hundsgemeinen, wenn auch etwas unterbelichteten Adlerschar. Einen weiteren Schwerpunkt bildet das Thema Scheidung, Trennung und Patchwork-Familie, was dem Werk eine gewisse pädagogische Relevanz verleiht. Allerdings bleibt die Problematik, dass sich Nikos Eltern trennen und die Mutter sich einen neuen Rentiermann nimmt, an der Oberfläche. Schließlich soll das Publikum, Jungen und Mädchen ab dem Kindergartenalter, in erster Linie unterhalten werden.
Und das tut das kleine Rentier, das im Laufe der Handlung zum großen Helden avanciert, allemal. Gleich die Eingangssequenz wartet mit einem spektakulären Trainingsflug der Rentiertruppe des Weihnachtsmannes auf, in der Folge sorgt Nikos bereits aus dem ersten Teil bekannter Sidekick, das Flughörnchen Julius, für Lacher und für die dritte Komponente, die Spannung, stehen ein gruseliger Schneesturm und die bereits erwähnten Adler, die jedoch nur kurz gefährlich und unheimlich bleiben und am Schluss ("Es wird Zeit, ein paar Hühnchen zu rupfen") wie die fiese Wolfs-Lady ihre verdiente Abreibung bekommen. Die Animation ist schnörkellos einfach und die Schneelandschaft wirkt wie ein Gegenentwurf zum Fotorealismus aus den "Ice Age"-Filmen, was die Zielgruppe aber keinesfalls stören wird. Neben Altvertrautem - Niko versucht sich wieder an der "Weihnachtsgeschwindigkeit", der Evergreen "Jingle Bells" wird erneut zum Besten gegeben - darf man sich auf ein altes, zahnloses, fast blindes und somit sehr tollpatschiges Rentier namens Tobias freuen. Und bei den gut gewählten Synchronstimmen fällt "Dr. House"-Sprecher Klaus-Dieter Klebsch als Ober-Adler positiv und Yvonne Catterfeld als Wiesel Wilma durch ihren prominenten Namen auf. lasso.
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