Wรผst รผberdrehtes, comichaftes Actioninferno, in dem Nicolas Cage der Hรถlle entkommt, um mit grober Gewalt seine Enkelin aus den Fรคngen eines Satanskults zu retten.
Die wilde 3D-Pulp-Oper aus den Hรคnden des in dreidimensionalem Splatter bewanderten Genreregisseurs Patrick Lussier ("My Bloody Valentine") baut auf Cage, der an seine Rolle aus "Ghost Rider" anknรผpft: Er tritt als John Milton auf - wie der Autor des betagten Versklassikers "Paradise Lost". Das ist wohl die anspruchsvollste Pointe in diesem Gelage, das seinen Plot als Rampe fรผr verdammt coole Bastarde nutzt und sie in eine Dauerverfolgungsjagd quer durch die USA schickt. Sex, Gewalt und Rock'n'Roll alliieren hier partytauglich.
Mit schwarzer Jeanskluft, Sonnenbrille und langem Haar tritt Cage als ein der Hรถlle Entflohener auf, der nach dem Baby seiner ermordeten Tochter fahndet. Der Satanist Jonah King (Billy Burke) und seine Sekte wollen es in drei Tagen bei Vollmond opfern, um damit die Tรผr zu endzeitlichen Weltordnung aufzustoรen. Milton, angelegt zwischen Punisher und Hellboy, ist zu Frauen ein Softie, zu Mรคnnern ein biblischer Rachegott und brettert mit der kurvigen Kellnerin Piper (Amber Heard) im kirschroten Dodge Charger รผber die Piste; dicht verfolgt vom Buchhalter, der rechten Hand Luzifers, den William Fichtner im Hugo-Boss-Anzug auf den Spuren von Christopher Walken in "God's Army" zum Besten gibt. Hier darf jeder in verschiedenen Intensitรคtsgraden chargieren und doch ist das alles lรคssig genug, um fรผr gute Laune zu sorgen. Zumal genug Leichen die Wege der drei Parteien pflastern, bis sie sich im explosiven Showdown gegenรผberstehen.
Bei dem Ritt mit dem Teufel vereinen sich vielfรคltige Elemente - von Action, Horror, Splatter, Sexfilm, Komรถdie bis hin zu Roadmovie und Western - zu einer Groteske, die รคhnlich gepimpt ist wie "Nur noch 60 Sekunden", aber um einiges derber, ironischer und durchgeknallter. Der sichere Anwรคrter fรผr die sinnfreiesten Dialoge des Jahres kennt seinen Unterhaltungswert: Ein absurder Reiรer, der den schlechten Geschmack zur ultimativen Waffe erkoren hat. Lussier dreht nach eigenem Skript formidabel auf - was er trotz ein paar Pausen gerne bis zum Anschlag tut. Das ist ein mit kultigem Schwergitarren-Soundtrack rockender, millionenschwerer Cage-Camp, der nach aller erdenklichen Manier hochfrisiert wurde. tk.