Eddie Murphy und Nick Nolte in "48 Stunden", Mel Gibson und Danny Glover in der "Lethal Weapon"-Reihe, Bruce Willis und Sam Jackson in "Stirb langsam - Jetzt erst recht", Wesley Snipes und Woody Harrelson in "Money Train" - gemischtrassige Actionteams haben Erfolgstradition in Hollywood. Jetzt erhalten Laurence Fishburne und Stephen Baldwin eine Chance, ihre passable Chemie in der erzkonventionellen Action-BuddyKomödie "Fled" unter Beweis zu stellen, mit der sich Kevin Hooks ähnlich wenig weit aus dem Fenster lehnt wie bei seinem Debüt "Passagier 57".
Ansonsten ist das Häftlinge-auf-der-Flucht-Abenteuer in punkto Story und Action-Sequenzen zwar nicht gerade originell, doch in Anbetracht des vergleichsweise niedrigen Budgets von 25 Mio. Dollar recht ordentlich ausgefallen. Das Drehbuch wurde im Alleingang von Preston Whitmore II ("The Walking Dead") geschrieben, der seine Hauptpersonen Piper (Fishburne) - ein als Sträfling posierender Cop - und Dodge (Baldwin) - ein Computerhacker - auf der Jagd nach Dodges Diskette mit Informationen, die den kubanischen Mafioso Matajano (Nader) ins Kittchen bringen kann, diverse gefährliche Abenteuer bestehen läßt. Der Humor wird aus der stereotypen Streithahn-Beziehung zwischen dem schwarzen und weißen Protagonisten, die immer wieder in Handgreiflichkeiten ausufert, und einigen erheiternden Onelinern gewonnen, die sich auf direkte, in Zusammenhang stehende Filmzitate ("Auf der Flucht", "Beim Sterben ist jeder der erste", "Der Pate" und "Tina Turner - What's Love Got To Do With It") beziehen. Die eher unspektakuläre Action umfaßt diverse Schlägereien, endloses Geballere mit Handfeuerwaffen, einen herannahenden Zug und ein folgender Brückensprung, eine Autoverfolgungsjagd und eine Überland-Hatz auf Motorrädern, die den Adrenalinhaushalt anzukurbeln versteht, eine Massenszene im Sportstadium und einen erbitterten Kampf in der luftigen Höhe einer Berggondel. Fast alles ist bekannt aus Actionware jüngeren Datums, für die Ausbruchszene und die Grundidee wurden Anleihen bei Stanley Kramers Rassendrama "Flucht in Ketten" von 1958 genommem, in dem Tony Curtis und Sidney Poitier aneinandergekettet aus einem Straflager reißaus nehmen. Doch nicht moralinsaure Verbreitung von Botschaften, sondern kurzweilige Popcorn-Unterhaltung ist das Anliegen von "Fled", was nicht zuletzt mit Hilfe der ansprechenden, wenn auch nicht übermäßig ambitionierten Kameraarbeit von Matthew F. Leonetti ("Strange Days") und der Besetzung auch recht gut gelingt. Für die Nebenrollen werden zwar klischeereiche Charaktere wie die hilfsbereite Schöne (Salma Hayek), der korrupte US-Marshall (Robert John Burke), der integre Provinzcop (Will Patton), der kubanische Mafiapate (Michael Nader) und sein eiskalter Killer (Victor Rivers) bemüht, doch deren solide Präsenz wirkt sich positiv auf das Flair der zügigen, wenn auch stark formelhaften Actionkomödie aus. ara.