Eine entzückend ungeschickte Sophie Marceau verdreht in dieser französischen Romantik-Komödie einem überzeugten Single den Kopf.
Bei zwei Menschen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, schlägt die Liebe ein wie der Blitz - er der unstete Bohemien, sie die bürgerliche Lady. Das ist der ideale Stoff für eine leichte Komödie, die unbeirrbar aufs Happy End zusteuert. Jazz-Musiker Sacha ist zufrieden mit seinem Leben, auch wenn das Kleingeld fehlt: Freunde, Frauen, Party bis in die Puppen, was will man(n) mehr. Bis dem Mittvierziger im wahrsten Sinne des Wortes die Traumfrau vor die Füße fällt - Charlotte. Ihr Noch-Ehemann zahlt und dafür mimt sie trotz getrennter Wohnungen nach außen noch die treue Gattin und genießt jeglichen Luxus, muss aber eine Regel beachten: Keinen Liebhaber in der schicken Bleibe. Als der Großindustrielle die beiden ausgerechnet dort beim Liebesspiel ertappt, bootet er den Konkurrenten kurzerhand aus. Das leidenschaftliche Glück findet erst einmal durch Intrigen ein abruptes Ende. Die vorhersehbare Story unterhält durch einen emotionalen Hindernislauf, da schätzt der freiheitsliebende Musiker plötzlich den Reiz dreier unausstehlicher Kids, verliert durch die gefühlsmäßige Achterbahn seine künstlerische Inspiration, wird auch noch durch seinen besten Freund verraten und landet weit weg von der Muse in New York.
Regisseur James Huth, bekennender Freund des amerikanischen Kinos, lässt oft "As time goes by" erklingen, mal aus dem Radio, mal von Sascha am Klavier gespielt, mal tönt es bei der drohenden Trennung. Das erinnert an die Einzigartigkeit von "Casablanca" und ist Huths sympathischem Werk nicht gerade dienlich. Die erste Hälfte ist amüsant, dann tritt die Handlung, die sich fast nur noch auf die männliche Hauptfigur konzentriert, ziemlich auf der Stelle. Auch der gallische Witz entspricht nicht unbedingt dem germanischen. Doch gefallen eine total verjüngte und entzückend ungeschickte Sophie Marceau (eine Art weiblicher Pierre Richard) und Stand-Up Comedian Gad Elmaleh als durchgeknalltes Paar in einer modernen Version der "Aristocats", wie Huth seinen Film nennt. Die beiden entschärfen so selbst rüdesten Klamauk. Dabei dominieren Slapstick-Szenen, nicht nur zwischen den Buddies, sondern vor allem zwischen den Love-Birds in diesem sehr französisch geprägten Feel-Good-Movie. mk.
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